Krankengeld oder Erwerbsminderungsrente, wo liegen die Vorteile?

2 Antworten

Hallo Konrad,

aber das kann dem Empfänger doch egal sein, ob die Sozialversicherungsträger nachträglich untereinander was verrechnen. Falls das Krankengeld höher war, muss er die Differenz doch nicht zurückzahlen. Die DRV führt dann für diese Vergangenheit nur die niedrigere EM-Rente an die KK ab. - oder irre ich da?

Hallo FrauFanta,

Sie schreiben:

Krankengeld oder Erwerbsminderungsrente, wo liegen die Vorteile?

Antwort:

Krankengeld ist in der Regel auf 78 Wochen begrenzt, dann erfolgt Aussteuerung!

Es bleibt dann in der Regel nur noch das ALG1, welches ebenfalls zeitlich individuell begrenzt ist!

Dies zeitliche Begrenzung des ALG 1 kann in der Regel nur im Zusammenhang mit einem Antragsverfahren auf Erwerbsminderungsrente für die Dauer des Antragsverfahrens ausgedehnt werden!

Die von Ihnen ins Feld geführten Alternativbeispiele sind auf gar keinen Fall so einfach umzusetzen, wie Sie dies darstellen, denn die Krankenkassen werden da in der Regel nicht mitspielen!

Die Krankenkassen werden in der Regel alleine schon aus Kostengründen schon Monate vor Ablauf der 78 Wochen auf die Krankengeldbezieher zukommen und unter zeitlicher Befristung einen Antrag auf REHA bei der zuständigen DRV abverlangen!

Dieser Aufforderung der Krankenkasse ist im Rahmen der gesetzlichen Mitwirkungspflicht zeitnah Folge zu leisten, ansonsten gefährdet man den Leistungsbezug!

Von dieser Regelung gibt es nur sehr wenige Ausnahmen und Ausnahmen bestätigen die Regel!

In letzter Zeit machen die Sozialversicherungsträger den Tricksern das Leben sehr schwer, indem die DRV den Beginn der Erwerbsminderungsrente teilweise um Jahre zurückdatiert und dann werden zuviel/zu Unrecht bezahlte Gelder intern gegen verrechnet! Da sind dann große Augen und unliebsame Überraschungen vorausprogrammiert!

In der heutigen, durch das Internet eng vernetzten Zeit, kommen Ungereimtheiten früher oder später ans Tageslicht!

Es mag noch Krankenkassen und deren Mitarbeiter geben, welche sich da teilweise im Winterschlaf befinden und den Dingen Ihren Lauf lassen, aber in den meisten Fällen, werden die Krankenkassen bereits nach wenigen Monaten auf den Buschklopfen und Forderungen geltend machen!

Was sind also die Vorteile/ Nachteile dass Erkrankte Leute das nun so unbedingt wollen?

Antwort:

Die von Ihnen beschriebenen Alternativen sind sehr eng begrenzt, von Vorteilen kann da nicht die Rede sein!

http://www.betanet.de/betanet/soziales_recht/Arbeitslosengeld-bei-Arbeitsunfaehigkeit-26.html

http://www.betanet.de/betanet/soziales_recht/Krankengeld---Keine-Zahlung-1289.html

https://www.neuraxwiki.de/fileadmin/user_upload/neuraxwiki/downloads/leitfaden/Ratgeber_PDF_Sozialrecht_04_2017.pdf

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Fazit:

Die Möglichkeiten, die 78 Wochenfrist im Zusammenhang mit Krankengeld wiederholt auszunutzen, sind sehr eng begrenzt und in der Regel warten die Krankenkassen alleine schon aus Kostengesichtspunkten nicht bis die 78 Wochen ausgeschöpft sind, sondern werden meist schon sehr viel früher an die Betroffenen herantreten und unter Fristsetzung einen Antrag auf REHA fordern!

In der letzten Zeit häufen sich Fälle, wo die DRV den Beginn der Erwerbsminderungsrente nach Aktenstudium der Krankenakten um Jahre zurückdatiert und wo dann Sozialversicherungsintern Gegenverrechnungen stattfinden!

Oft gibt es dann für Betroffene ein Böses Erwachen!

Und noch einmal:

Ausnahmen bestätigen die Regel!

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Hi, vielen Dank für die Antwort. Da hab ich aber noch ein paar Fragen zu: 1.Was würde passieren, wenn der Erkrankte in dieser Zeit tatsächlich alles machen würde was er soll, zur Reha gehen und auch die Anträge auf Erwerbsminderungsrente stellen ( die dann ja wohl wie so oft, abgelehnt wird). Dann kann das Krankengeld nicht verwehrt werden ( sofern der jenige natürlich wirklich krank ist, klar), oder ?~ 2. Frage Ich habe in anderen Foren gelesen, dass das Krankengeld durchaus 2 mal oder 3 mal bis zur Aussteuerung gezahlt wurde. Das klappt insbesondere dann, wenn verschiedene Befunde das Rechtfertigen. Die Frage ist: ist es nicht sogar leichter, Erwerbsminderungsrente durch zu bekommen, wenn man ziemlich lange krank ist?

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