Kosten der Direktversicherung

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1 Antwort

Deine Frage ist so komplex, dass sie hier ohne Kenntnis der Unterlagen und genauen Tarife nicht zu beantworten ist. Es ja auch gar nicht sicher, ob die DV überhaupt die richtige Altersvorsorge für dich ist.

Die wirklich wichtige Frage zur Altersvorsorge sollte lauten: „Welche Altersvorsorge ist für mich optimal“? Die Altersvorsorge ist seit 2005 in 3 Schichten aufgeteilt. Schicht 1 Basisversorgung: gesetzliche Rentenversicherung und Basisrente (Rürup-Rente). Schicht 2 Zusatzversorgung: betriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente. Schicht 3 Kapitalanlagen: Private Renten- bzw. Kapitallebensversicherungen und Aktienfondssparpläne etc. Weder die optimale Schicht noch die Art der Altersvorsorge kann man pauschal festlegen. Jede Form der Altersversorgung hat unterschiedlich hohe Aufwendungen zum Ansparen einer gleichen Nettorente. Deshalb ist es wichtig, dass vor Abschluss jeglicher Altersvorsorge ein qualitativer und quantitativer Schichtenvergleich durchgeführt wird. Denn es ist ein großer Unterschied, ob man von der ausgezahlten Rente noch Steuern und ggf. Krankenversicherung zahlen muss oder nicht.

Hier ein Beispiel:

Mann, ledig, 34 Jahre alt, Versorgungslücke ab dem 67. Lebensjahr 540 € monatlich (=erforderliche Nettorente)

Um die Versorgungslücke von 540 €/Monat netto abzudecken, werden folgende Bruttorenten je Schicht benötigt:

  • Basisrente: 779 €
  • Direktversicherung, Pensionsfonds, Pensionskasse: 1.050 €
  • Unterstützungskasse, Pensionszusage: 1.050 €
  • Riesterrente: 779 €
  • Private Leibrente: 568 €
  • Investmentfonds-Auszahlungsplan: 690 €

Der erforderliche Beitragsaufwand monatlich, um die Versorgungslücke abzudecken, beträgt:

  • Basisrente: 210 €
  • Direktversicherung, Pensionsfonds, Pensionskasse: 302 €
  • Unterstützungskasse, Pensionszusage: 302 €
  • Riesterrente: 210 € (damit wird aber nicht die komplette Versorgungslücke gedeckt)
  • Private Leibrente: 110 €
  • Investmentfonds-Auszahlungsplan: 116 €

Die Differenz zwischen Bruttorente und Nettorente sind Steuern und Beiträge für die Krankenversicherung. Ausgehend von den unterschiedlichen Bruttorenten, ist die Höhe des monatlichen Aufwands natürlich auch unterschiedlich. Bei der Ermittlung des Nettoaufwandes müssen nämlich noch die unterschiedlichen staatlichen Förderungen und die unterschiedlichen Renditen der Vorsorgeformen eingerechnet werden.

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AchillesMD 29.03.2013, 13:34

Vielen Dank für die sehr ausführliche Antwort und das tolle Beispiel.

Mir wird nun klar, dass ich das Thema anscheinend total falsch angegangen bin. Habe vor über einem Jahr bei meinem alten AG mittels eines Finanzberaters diese Direktversicherung abgeschlossen - in gutem Gewissen etwas für die Altersvorsorge zu tun. Dabei hätte eigentlich zuerst dieser sog. Schichtenvergleich durchgeführt werden müssen.

Dementsprechend fühle ich mich falsch beraten und würde zunächst diese Direktversicherung weiterhin beitragsfrei fortführen lassen, bis klar ist, welche Schicht die optimalste ist.

Siehst Du das auch so? Gehe ich nun zu einem FInanzberater / Steuerberater / Versicherungsmakler mit dem ich die Themen gründlich besprechen kann oder sollte ein anderer Ansatz gewählt werden? Gibt es unabhängige Institutionen? Was kostet eine solche Beratung? Selbstverständlich würde ich mich vorher etwas schlau machen.

Wünsche frohe Feiertage

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Niklaus 29.03.2013, 15:22
@AchillesMD

Schichtenvergleiche machen leider noch nicht alle Berater und Versicherungsmakler. In de Regel benötigt man hierzu eine spezielle Software, die alle Punkte berücksichtigt.

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