Kosten + Prozedere: An 4 Erben vererbte (noch nicht bezahlte) Immobilie einem der Erben übertragen/schenken?

Wollt ihr die Immobilie mit Schulden auf den Vater übertragen, oder soll wie unter 4. gefragt, möglicherweise die Schenkung vor Tilgung der Schulden erfolgen?

Das ist die Frage... Natürlich würden den Weg bevorzugen, der einfacher umsetzbar und günstiger ist. Weißt Du da eventuell mehr?

4 Antworten

  1. Keine Rechtsberatung mit Anspruch auf vollständige Richtigkeit, sondern nur meine persönliche Meinung
  2. Übertragungsvertrag beim Notar aufsetzen lassen an den Vater zum Alleineigentum, ohne Schulden s.u.
  3. Der Wert der dem Vertrag zu Grunde gelegt wird, ist normalerweise der aktuelle Wert der Immobilie, danach richten sich auch die Kosten. Die könnt ihr über diverse Internetrechner ermitteln, je nachdem was der Notar für einen Wert ansetzt (das könnten sowohl die 75, als auch die 35 T€ sein)
  4. Steuern sollten eigentlich nicht anfallen, da Schenkungen bis 20T€ steuerfrei sind, und die dürften ja eigentlich, je Kind, nicht überschritten werden. Für die Kosten haften alle gesamtschuldnerisch, also könnt ihr die untereinander aufteilen. Die fallen nicht pro Person an. Grunderwerbsteuer sollte eigentlich auch nicht anfallen, wäre aber bei dem Immobilienwert überschaubar
  5. Den Kredit vorher zurückzuzahlen halte ich für sinnvoller, da ihr dann keine Zustimmung für eine Schuldübernahme des Vaters von der Bank mehr braucht. Und das Problem der Rückzahlung bis zum 31.12. wäre auch aus der Welt.

Ich bin kein Notar oder Steuerberater, insoweit kann ich nur meine Meinung äußern.

Fragen:

  • Wie teilt sich denn der Kredit auf (3 x je 1/6 und 1x 1/2 ?) und wer hat bis jetzt die Annuität gezahlt?
  • Wieso will die Bank den Kredit bis zum 31.12. zurück, ist etwas vorgefallen oder ist einfach die Finanzierungszeit abgelaufen, so dass eine lediglich Anschlussfinanzierung erforderlich wäre?

Wenn bei Deinem Vater "das Geld zu holen ist", er also so finanzkräftig ist, dass er diesen Kredit allein übernehmen kann (Ggf. auch einen Teil ohne Absicherung durch die Immobilie), dann ist Sache doch ganz einfach. Ihr übertragt (schenkt) eure Anteile an den Vater (das organisiert der Notar), der Vater übernimmt den Kredit (das muss er mit der/einer Bank regeln) komplett und fertig.

Bei diesem (Null-)Wert fällt keine Schenkungssteuer an und auch die Notarkosten und Grundbucheinträge sind überschaubar. Natürlich nehmt ihr alle denselben Notar, ich denke, das macht die wenigsten Kosten.

Die Übertragung der Anteile an der Immobilie sollte auf jeden Fall vor Abschluss der Anschlussfinanzierung, besser noch gleichzeitig, erfolgen, damit Euer Vater die ganze Immobilie falls erforderlich als Sicherheit zur Verfügung hat. Das kann alles in der notariellen Vereinbarung geregelt werden.

Macht einfach einen Termin bei einem Notar. Der beantwortet auch alle Fragen vor einer Beurkundung. Das ist sein Job.

Bei der Anschlussfinanzierung entstehen außer der Kreditrate keine Kosten. Da die Zinsen mit Sicherheit inzwischen erheblich niedriger sein dürften, als beim alten Kredit, wird die monatliche Belastung eher niedriger sein als vorher.

Beatrice

Angesichts des grottenschlechten Missverhältnisses zwischen Wert und Belastung der ETW halte ich es für ausgeschlossen, dass die Bank die Entlassung der Miteigentümer aus der persönlichen Schuldhaft genehmigen und sich mit der Haftung des Vaters zufriedengeben.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Der einzige, bei dem dieses Geld zu holen ist, ist unser Vater. Und er möchte und wird es zahlen. Außerdem hat keine von uns Töchtern auch nur einen Bruchteil der finanziellen Mittel.

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Wenn er noch Bargeld hat kann er Euren Anteil kaufen.

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