Komplizierter BAFöG-Fall: Anspruch ja oder nein?

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1 Antwort

D.h. die klassische Rechtfertigung für BAFöG ist (meinem Verständnis nach) NICHT gegeben.

???

Bei Berufsfachschulklassen, die mind. zwei Jahre dauern und zu einem Berufsabschluss führen, - und die Ergotherapieklassen sind solche fürs BAföG - war es noch nie notwendig, dass die auswärtige Unterbringung gerechtfertigt ist, um grundsätzlich einen BAföG-Anspruch zu haben. Und seit drei Jahren ist spielt es auch für die Höhe des Bedarfssatzes keine Rolle mehr, ob die auswärtige Unterbringung gerechtfertigt ist.

Grundsätzlich ist ein BAföG-Anspruch also gegeben, sofern nicht evtl. Vorausbildungszeiten - dazu schreibst Du nichts - dem entgegen stehen (auch nicht abgeschlossene Ausbildungen können eine Rolle spielen!).


Der Förderungsantrag sollte übrigens so schnell wie möglich gestellt werden, schriftl. Auch wenn noch nicht alles zusammen ist. Rückwirkend gibt's nichts.


Sollte die Mutter wegen der Einkommensunterlagen Zicken machen und auch keinen Unterhalt zahlen, kann Deine Exfreundin einen sog. Vorausleistungsantrag stellen und ggf. so zur Förderung kommen. Dann würde sich das Amt mit der Mutter auseinandersetzen. Sie möge sich aber vorher beraten lassen wegen des etwaigen Übergangs von Unterhaltsansprüchen.


Da sie Nebenjobs wahrnimmt: Zusätzlich kann ein Härtefreibetrag wegen dem Schulgeld beantragt werden, der zusätzlich von ihrem Einkommen abgezogen wird.


Warum hast Du sie nicht schon längst zum BAföG-Amt geschickt? :)

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Aerael 12.10.2013, 14:05

Vielen lieben Dank für die Antwort!

Dass sie doch wegunabhängig und egal ob in eigener Wohnung oder bei den Eltern wohnend BAFöG bekommt stimmt! Danke für den Tipp! Ich habe mich auf der BAFöG-Seite da verlesen gehabt, da Berufsfachschulen zwei mal aufgefüjhrt werden - und ich habe beim falschen reiter (dem, der NICHT zu einem berufsqualifizierenden Abschluss führt) geschaut.

Vorausbildungen (auch abgebrochene) gab es keine (ein abgebrochenes Studium, das aber keine Auswirkung haben sollte).

Antrag ist in Arbeit und wird formlos noch diesen Monat gestellt.

Die Mutter ist, denke ich mal, kooperativ genug, was das angeht. Was mir noch etwas Sorgen macht, ist dass, falls die Mutter etwas vergeigt, Meine Exfreundin dem hinterherlaufen muss, da das Bafögamt natürlich annimmt, dass die Kommunikation und der Konsens zwischen denen stimmt. Ich werde da deinen Tipp mit dem Vorleistungsantrag mal nachlesen, vielen Dank!

Das mit dem Härtefreibetrag wusste ich, das wird man dann in der finalen rechnung sehen, wie viel dabei rum kommt.

Zum letzten Punkt: Sie ist sehr schlecht in finanziellen Dingen und auch seelisch wirklich nicht gut beisammen - und schämt sich deswegen auch, was es ihr schwerig macht, sich selbst darum zu kümmern. Deswegen schreibe ich das hier ja gerade auch und nicht sie...auch wenn sie natürlich alles irgendwann selbst in der Hand haben muss, braucht sie momentan noch Hilfe, um nicht unterzugehen...

Mit dem BAFöG-Amt haben wir allerdings auch schon beide schlechte Erfahrungen gemacht, was deren Hilfsbereitschaft und vor allem deren Antworten auf Fragen angeht. Leider gibt es für Auszubildende im Gegensatz zu Studierenden keine offiziellen Hilfsstellen, die einem mit der bürokratischen Arbeit und dererlei Fragen weiterhelfen.

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Steeler 12.10.2013, 15:07
@Aerael

Naja, da Du von "klassischer Rechtfertigung" schriebst, ging ich mal davon aus, dass Du nicht ahnungslos bist, :)

Ist aber auch nicht so wichtig ...

Vorausbildungen (auch abgebrochene) gab es keine (ein abgebrochenes Studium, das aber keine Auswirkung haben sollte).

Vorsehen!! So pauschal einfach ist das nicht!

Wie viele Semester war sie eingeschrieben (ohne Urlaubssemester)? In welcher Studienrichtung? Teilzeit oder Vollzeit? Warum drangegeben?

Ob sie konkret studiert hat oder BAföG bezogen, ist irrelevant.

... und schämt sich deswegen auch, was es ihr schwerig macht, sich selbst darum zu kümmern.

Zum Schämen gäbe es schon angesichts des Arbeitspensums, das sie mit Ausbildung und Nebenjobs hinbekommen muss, keinen Grund!

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Aerael 12.10.2013, 16:40
@Steeler

Sie war, glaube ich, 5 Semester lang offiziell eingeschrieben, wobei sie das fünfte keinen Tag lang besucht hat (was auf dem Papier ja leider nicht zählt). Davon kein Urlaubssemester. Fachrichtung Vollzeit-Lehramtsstudium, abgebrochen wegen der seelischen Umstände zwischendurch und letztendlich nicht weitergeführt, da als für sich nicht richtig erkannt (was unter anderem mit zu ihrer Depression geführt hatte).

Da ja aber kein Fachrichtungswechsel von einem Studium zum anderen vorliegt (der nach dem vierten Semester nicht mehr gefördert würde, wie ich weiß), sondern die erste tatsächliche Ausbildung vorliegt, hatte ich angenommen, dass ein vorheriges Studium nicht zählt. Zumindest hoffe ich das.

Dass sie sich nicht schämen muss für Schweirigkeiten, die sie hat und jeder Hilfe bekommt habe ich ihr gesagt und sie weiß das auch. Nur sind "wissen" und "verinnerlichen" leider oft genau für diese Menschen nicht das Gleiche.

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Steeler 12.10.2013, 17:33
@Aerael

Oh oh oh ... :(

Du hast recht: Das ist kein Fachrichtungswechsel. Es ist aber ein Abbruch nach fünf Semestern, und für den braucht sie ebenso einen unabweisbaren Grund. Den wird sie sehr wahrscheinlich schon deshalb nicht haben, weil sie im letzten Semester nicht mehr hingegangen ist.

Sie kann es probieren. Aber viel Hoffnung würde ich da nicht reinlegen.

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Aerael 12.10.2013, 18:50
@Steeler

Das wäre natürlich extreeem ärgerlich, wenn sie sich wegen des einen Semesters, das sie in ihrer Zeit im Klinikum nur belegt hat, weil sie nicht sicher war, ob sie nicht doch weitermachen möchte, eine entspannte Ausbildungszeit verbaut hätte. Eventuell könnte man versuchen, da mit viel Freundlichkeit und Direktheit Kulanz zu erbeten, aber bei dem verein hat man da glaube ich Probleme...

Ich weiß icht mehr 100%ig, ob es 4 Semester oder 5 oder 6 waren. Da muss ich fragen - aber ich meine, es seien 5 gewesen...Naja, man kann nur das beste hoffen. Ansonsten muss sie versuchen, bei ihrem Vater zu holen, was möglich ist, aber denen fehlt das dann vermutlich auch irgendwo...

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Steeler 13.10.2013, 00:23
@Aerael

... wenn sie sich wegen des einen Semesters, ...

Da wäre sie nicht die Erste ...

Aber selbst wenn dieses Semester nicht wäre, würde es sehr, sehr schwer. Denn das Amt wird fragen, warum es nicht möglich gewesen sein soll, das Lehramtsstudium wieder aufzunehmen, ggf. nach einer Zeit der Rekonvaleszenz. Es geht also nicht nur darum, was zum Zeitpunkt der Aufgabe günstiger für sie war. Das ist der Maßstab, und da ist kaum Raum für Kulanz, zumal der Maßstab durch Verwaltungsvorschriften und Rechtsprechung ziemlich festgeklopft ist.

Anyway, mehr als 'ne Ablehnung kann ihr nicht passieren, wenn sie's probiert.

Alles Gute

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