Komme ich (>55) zurück von einer privaten Krankenversicherung in die gesetzliche Krankenkasse falls ich arbeitslos bin?

2 Antworten

Ich vote für NEIN. Warum?

https://www.finanztip.de/pkv/pkv-rueckkehr-gkv/

Privat Krankenversicherte, die bereits 55 Jahre oder älter sind, haben es sehr schwer, sich überhaupt noch bei einer gesetzlichen Kasse zu versichern. Der Gesetzgeber hat die Wechselmöglichkeiten für diese Menschen stark beschränkt, auch wenn sie etwa ein neues Arbeitsverhältnis eingehen und damit eigentlich versicherungspflichtig würden.

Betroffene haben nur dann eine Chance, wenn sie in den vergangenen fünf Jahren mindestens einen Tag gesetzlich versichert waren. Die Rückkehr in die GKV ist außerdem ausgeschlossen, wenn in diesem Zeitraum mehr als die Hälfte der Zeit keine Versicherungspflicht bestand, zum Beispiel weil das Jahreseinkommen des Versicherten zu hoch war, er im Hauptberuf selbstständig tätig oder von der Versicherungspflicht befreit war (§ 6 Abs. 3a SGB V). Faktisch läuft das darauf hinaus, dass Rückkehrer in den fünf Jahren zuvor mindestens zweieinhalb Jahre in der GKV pflichtversichert gewesen sein müssen.

Lediglich der Umweg über die Familienversicherung steht auch älteren Privatversicherten noch offen. Dieser ist jedoch an einige Voraussetzungen geknüpft (§ 10 SGB V). So muss der Ehe- oder Lebenspartner gesetzlich versichert sein und das eigene Einkommen darf 538,33 Euro im Monat (Stand: 2020) nicht überschreiten; für Minijobber liegt diese Grenze bei 450 Euro.

Weitere Ausnahmen bestehen für Schwerbehinderte: Wer zu mindestens 50 Prozent schwerbehindert ist, kann die freiwillige Aufnahme in eine gesetzliche Kasse beantragen. Die Frist dafür beträgt drei Monate, nachdem die Behinderung festgestellt wurde. Auch in diesem Fall muss der Rückkehrer – oder alternativ auch der Ehegatte oder ein Elternteil – bestimmte Vorversicherungszeiten erfüllen (§ 9 Abs. 1 Nr. 4 SGB V).

Allerdings besteht diese Möglichkeit in der Praxis kaum. Die Krankenkassen haben das Recht, das Höchstalter für eine Aufnahme in ihrer Satzung zu begrenzen. Die meisten Kassen ziehen die Grenze bei 45 Jahren.

Die Frage ist ob ich als Arbeitsloser in eine Familienversicherung mit hineinkommen könnte

1
@zirkuspony

Leider ist auch das ausgeschlossen, Gleiches Spiel - gleicher Grund = 55+

https://krankenkassen.net/private-krankenversicherung/leistungen-der-pkv/arbeitslosigkeit.html

Bezieher von Arbeitslosengeld I, die das 55. Lebensjahr schon überschritten haben, bleiben trotz Arbeitslosengeld I immer versicherungsfrei, wieder vorausgesetzt, dass sie mindestens fünf Jahre lang nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert waren. Allerdings muss er in der privaten Krankenversicherung bleiben und die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung bleibt ihm verschlossen. Wer Arbeitslosengeld I bezieht und weiterhin privat versichert ist, erhält nur in einem begrenzten Umfang die Beiträge zur Krankenversicherung von der AfA. Die wiederum legt für ihre Berechnung den Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung zugrunde. Den Restbetrag muss der Arbeitslosengeldbezieher selber tragen.

1
@zirkuspony

Mit 55+ ist das Berufsleben ja nicht zu Ende, zumal dann nicht, wenn Du dich intensiv um eine neue Arbeit in den kommenden Monaten nach Corona bemühst, um wieder eine gut dotierte Anstellung zu finden. Überleg mal, mit welch hohen finanziellen Verlusten Du aus der PKV ausscheiden würdest (Altersrückstellungen etc.)., wenn dies theoretisch möglich wäre.

Letztlich sind solche existinzielle Fragen nicht so gut in einem Forum wir hier aufgehoben. Lass Dich also professionell beraten, vll findet sich noch eine Minimöglichkeit.

0

Dann hilft ja nur noch auszuwandern.......

0

Hallo,

nein, wenn Du schon 5 Jahre privat versichert bist. Dann tritt keine Pflichtversicherung wegen Arbeitslosigkeit ein.

Familienversicherung geht dagegen immer, wenn dein Einkommen unter 455 EUR sinkt. Woher die 538 in dem Link stammen, sehe ich nicht.

Viel Glück

Barmer

Woher ich das weiß:Beruf – 30 Jahre in der PKV gearbeitet

Danke, bedeutet das, dass ich wenn ich arbeitslos bin und mich eine Zeit lang auch nicht nicht als solcher melde und auch nur geringfügige sonstige Einnahmen habe, in die Familienversicherung meiner Frau aufgenommen werden könnte?!

0
@zirkuspony

Entscheidend bei der Familienversicherung ist das minimale Einkommen der Ehefrau und weniger deins.

Das Risiko, an der Altersaufnahmegrenze zu scheitern, ist immens hoch. Ab dem 45. Lebensjahr muss man erstmal eine KK finden, die dich noch in die Familienversicherung aufnimmt.

Unzählbar viele PKVler haben denselben Ritt wie Du versucht und sind gescheitert.

0
@Maerz2019

Irrtum. Die Familienversicherung ist glasklar geregelt und da gibt es keine Alterrenzen.

0

Was möchtest Du wissen?