können Stiefkinder einen Pflichtteil einklagen

2 Antworten

Adoptierte Kinder sind zur gesetzlichen Erbfolge berufen und pflichtteilsberechtigt. Es gibt dabei nur folgende Unterscheidung:

Das angenommene Kind ist nach dem Annehmenden pflichtteilsberechtigt (§§ 1754,1755 BGB).

Der als Volljähriger Angenommene sowohl nach den leiblichen Eltern wie nach den Adoptiveltern (§§ 1767 II, 1754, 1770 BGB).

Das Erbe der Stiefmutter fällt somit an die Großnichte. Die sich hier stellende Frage ist aber doch, was mit dem Erbe des Vaters geschieht. Wenn das Testament dahingehend lautet, dass zunächst die Ehefrau und dann die Kinder erben sollen, dann hast Du zwar keinen Erbanteil am Erbe der Stiefmutter, aber doch einen solchen am Erbe des leiblichen Vaters. Insofern ist die Frage zu bejahen. Das praktische Problem ist natürlich die Entwirrung der schon durch den Zeitablauf mit Sicherheit vereinigten Vermögensmassen. Aber auch das müßte doch gelingen jkönnen. Fordere die Adoptivschwester dazu auf, ein Nachlaßinventar zu erstellen und zwar sowohl für den Nachlaß des Vaters vor 15 Jahren wie auch bezogen auf den Nachlaß der Stiefmutter.

Stiefkinder werdenin der gesetzlichen Erbfolge nicht berücksichtigt, doch durch eine Verfügung von Todes wegen kann der Erblasser diese selbstverständlich als Erbe einsetzen.

Demzufolge obliegt es dem Erblasser, ob er sein Stiefkind bzw. seine Stiefkinder an seinem Nachlass beteiligt oder nicht.

Ein gesetzliches Erbrecht oder gar ein juristischer Pflichtteilsanspruch bestehen jedoch nicht

Also ohne Testament der Stiefmutter hast Du keine Chance.

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