Können Rechnungen bei Einzelveranlagung von einer Person in voller Höhe abgesetzt werden, wenn diese vom Gemeinschaftskonto beglichen wurden?

1 Antwort

Ja.

Es geht ja um Aufwendungen, die abgesetzt werden sollen und nicht um Zahlungsströme. 

Ob das jedoch sinnvoll ist, war ja hier nicht gefragt.

Du sollst Dir also ausrechnen, welche Veranlagung tatsächlich besser ist. Beide Varianten eingeben.

Möglicherweise ist der Vorteil der höheren außergewöhnlichen Belastung geringer als der Nachteil der Einzelveranlagung.

1
@Brigi123

Vielen Dank für die Antwort und den Kommentar. Ich habe beide Veranlagungsarten durchgerechnet - die Einzelveranlagung führt in unserer Konstellation insgesamt zu einer höheren Steuererstattung als die gemeinsame Veranlagung.

Mir geht es also nur darum, ob das Finanzamt bei einer Zahlung vom Gemeinschaftskonto Probleme macht, wenn ich den entsprechenden Aufwand komplett in meiner Erklärung angebe.  Falls ja, müsste ich extra für diese Vorgänge ein Einzelkonto einrichten und von dort zahlen. 

0
@TimWei

Enno hat Dir geantwortet, dass Du das Gemeinschaftskonto nehmen kannst (“es geht nicht um Zahlungsströme“). Es geht nur darum, wem diese Rechnungen zuzuordnen sind. Ich übersetze hier nur.

1
@Brigi123

Vielen Dank für die "Übersetzung". Ich bin wirklich sehr dankbar für Ennos Antwort und Deine Kommentare. 

Ich habe verstanden, dass es darum geht, wem die Aufwendungen   zuzurechnen sind - nicht die Zahlungen. Es gibt hierzu aber auch Aussagen, dass eine klare Zurechnung kaum möglich ist:

"Bilden die Ehegatten eine Wirtschaftsgemeinschaft, wird sich oft nicht feststellen lassen, wer welche Aufwendungen getragen hat. Das gilt noch deutlicher, wenn die Ehegatten Gemeinschaftskonten führen. Die Frage, wer welche Aufwendungen getragen hat, lässt sich dann selbst in der Theorie nicht beantworten." 

Auch wird die Meinung vertreten, dass die Aufwendungen beliebig einem Ehepartner zugeordnet werden können:

"...können die Ehegatten die gesamten Aufwendungen steuerlich demjenigen zuweisen, bei dem sie zu einer höheren Steuerersparnis führen." So gesehen kann ich die Aufwendungen für meine Behandlung sogar bei der meiner Frau eintragen...

Quelle: https://www.haufe.de/unternehmensfuehrung/profirma-professional/veranlagungsformen-fuer-ehegatteneingetragene-lebenspartner-8-massstaebe-fuer-die-verteilung-von-aufwendungen_idesk_PI11444_HI5309269.html

Wie schätzt ihr dies ein?

0
@TimWei

Wie schätzt ihr dies ein?

So wie es Brigi123 beschrieben hat. Denn selbst wenn der andere Ehegatte bezahlt hat, dann hat er den Betrag doch lediglich geschenkt und es kommt dasselbe dabei heraus, als wenn er das Geld in die Hand gegeben hätte und gesagt hätte "Nun bezahl!"

0

Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastung, zumutbare Belastung

Kann denn jemand einschätzen, wie es momentan mit der Anerkennung von Krankheitskosten unterhalb der "zumutbaren Belastung" steht? Überhaupt angeben oder nicht, Einspruch einlegen oder nicht, wie stehen die Chancen?

Anscheinend läuft noch ein Verfahren vor dem Finanzgericht Sachsen und auch eins vor dem BFH: http://www.iww.de/wiso/alle-steuerzahler/aussergewoehnliche-belastung-zumutbare-belastung-bei-krankheitskosten-bfh-ist-am-zug-f61389. Andererseits scheint es mir soviele Urteile zu geben, die die zumutbare Belastung aufrecht erhalten haben, dass es mir sinnlos vorkommt. Aber ich muss zugeben, dass ich als Nicht-Jurist nicht ganz durchsteige.

Es geht mir um "echte" Krankheitskosten wie Zuzahlungen, Medikamente auf Privatrezept,... Nicht um Zweibettzimmer oder Chefarztbehandlungen.

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?