Können Lebensversicherungen theoretisch auch bei Altverträgen die Zinsen einschränken?

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3 Antworten

Ja, theoretisch geht das! Das ist in §89 des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) geregelt.

Dort heisst es sinngemäß, dass wenn ein Versicherungsunternehmen auf Dauer nicht mehr in der Lage ist, seine Verpflichtungen zu erfüllen und die Vermeidung einer Insolvenz im Sinne der Versicherten ist, dann kann die Aufsichtsbehörde festlegen, dass für einen gewissen Zeitraum alle Arten von Zahlungen (Versicherungsleistungen, Überschüsse, Rückkaufswerte,...) verboten werden. Oder die Aufsichtsbehörde bestimmt, dass der Höchstrechnungszins gesenkt wird, was konkret bedeutet, dass die Leistungen bei gleichem Beitrag sinken.

Also: Versicherungen können nicht einfach so den Höchstrechnungszins senken, sondern nur nach Aufforderung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Und bevor das geschieht, muss eine Menge schief gegangen sein. Abgesehen davon, dass die Branche überhaupt kein Interesse daran hat, bei Altverträgen den Rechnungszins zu ändern, weil das imagetechnisch eine ziemliche Katastrophe wäre.

Im Augenblick sehe ich die Gefahr einer Zinssenkung für den Bestand nicht, weil die Versicherungen ja viele Verträge im Bestand haben, die weniger als 4% Rechnungszins haben, so dass der Zins im Durschnitt über alle Verträge deutlich unter 4% liegt. Und dieser Durchschnitt wird derzeit in der Regel erreicht. Dass sich das mal ändert, ist aber nicht auszuschliessen.

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Kommentar von consteind
30.12.2012, 21:14

Alles Ok, was du schreibst, aber welchen Sinn machen 4% Zins auf die Beiträge nach Kosten. Überschussanteile der Gesellschaften und die "abgeschaften" Bewertungsreserven werden kaum noch über 4 % (Nettorendite) kommen.Selbst Verträge mit geringerem Garantiezins werden noch schlechter abschneiden. Verträge mit hohen Kostenanteil(Todesfall, usw,) werden unter Betrachtung der Inflation bei 1 % Nettorendite landen. Leider gibt es zuviel Verträge davon..... Ich sehe schon hier das einiges mit den Produkten schief läuft und keiner dagegensteuen möchte noch kann. Die Kunden sind die Verlierer....

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Den Garantiezins können sie nicht senken. Jedenfalls bisher noch nicht. Aber wenn die Gewinne nicht ausreichen, werden einfach die Überschüsse gekürzt.

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Der Garantiezins bezieht sich doch ohnehin nur auf den Sparanteil des Beitrags und macht einen eher kleinen Teil der Gesamtrendite aus.

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