Kleinunternehmerstatus behalten oder höheres Elterngeld?

3 Antworten

Fünf Jahre gebunden bist Du nur, wenn Du optierst. Aber nicht, wenn Du durch Überschreitung der Grenze im Folgejahr nicht mehr KU bist. Dann brauchst Du anschliessend nur ein Jahr, in welchem Du unter der Grenze liegst, und kannst im Folgejahr dann wieder KU werden. Das würde doch sogar gut zur Elternzeit passen.

Danke für deine Antwort. Muss ich das dann melden oder könnte ich 2022 quasi einfach wieder auf die Kleinunternehmerregelung in meinen Rechnungen verweisen?

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@MieschenFueller

Ich würde das formlos mitteilen, Du willst ja dann sicher auch nicht mehr zur Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldungen aufgefordert werden.

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Leider ist der Sachverhalt für eine gute Antwort einfach zu dünn. Zum Beispiel wissen wir nicht, ob Du die Kleinunternehmerregelung willst, weil sie einfach ist, oder ob sie wirklich optimal ist. Deine Tätigkeit zu kennen wäre auch praktisch.

Ausserdem hast Du einen Denkfehler drin, denn die Regelung mit den 5 Jahren gilt nur, wenn Du die Regelbesteuerung wählst und entsprechend optierst. Wenn Du in 2019 20.000,- Umsatz hast, bist Du 2021 Kleinunternehmer. Hast Du 2021 23.000,- Umsatz bist Du es 2022 nicht, aber wenn 2022 der Umsatz auf 21.500,- fällt, bist Du 2023 wieder Kleinunternehmer.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Steuerbevollmächtigtenprüfung 1979, Steuerberaterprüfg .1986

Ehrlicherweise habe ich keine Erfahrung mit der Umsatzsteuer und habe davor ein wenig Schiss. Deswegen war ich gerade sehr froh, dass der Satz auf 22 000 Euro erhöht wurde... Ich bin Journalistin. Aber vielleicht muss ich mich dem einfach stellen. Das mit der 5-Jahre-Regel ist gut zu wissen. Ich dachte, die gilt dann auch für mich. Noch eine Frage: Muss ich das Elterngeld in der Umsatzsteuer berücksichtigen?

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@MieschenFueller

Als Journalistin ist es so ziemlich das Verkehrteste was man machen kann auf die Umsatzsteuer zu verzichten. Alle Verlage sind Unternehmer. Also man kann auf das Honorar die Steuer aufschlagen und den Kunden ist es völlig egal.

Da man nur 7 % Umsatzsteuer zahlt (die auch noch der Kunde trägt), aber in den eigenen Kosten 19 % enthalten sind, ist die Umsatzsteuer ein glatter Liquiditätsvorteil.

Da man seine eigenen Einnahmen und Ausgaben am besten über ein kostenloses Internetprogramm bucht, ist es noch nicht einmal arbeitsintensiv, denn ob ich nun 100,- Euro Ausgabe, mit, oder ohne Steuerkennzeichen erfasse ist kein Unterschied.

Ja, ie Umsatzsteuer ist Betriebseinnahme, aber man hat das Gel ja auch und es würde auch das Elterngeld erhöhen.

Übrigens kann man die Umsatzsteuer für as laufende Jahr noch an en Kunden nachberechnen, wenn er Unternehmer ist, wie ein Verlag.

Hättest Du mal 100,- euro für einen Kollegen von mir investiert, hätte Dir das schon ein Mehrfaches an Einnahmen gebracht. Überlege nur, ein neues Notebook wir schon mal um bestimmt, 200,- Euro billiger durch den Vorsteuerabzug. Der Internetanschluss aufs Jahr gerechnet um 40,- Euro, ebenso das Telefon.

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@wfwbinder

Ich bedanke mich für diese tolle Antwort! Dann werde ich das nächste Level wagen. Können Sie mir ein solches kostenloses Internetprogramm empfehlen? (Dann höre ich auch auf, Sie mit meinen Fragen zu behelligen... ;))

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@MieschenFueller

Naja, das Elterngeld wird ja nun nicht nach Betriebseinnahmen berechnet, sondern nach Gewinn abzgl. Einkommensteuer. Daher wird das Elterngeld durch die Umsatzsteuer nicht höher.

Ob das nachträgliche Berechnen der USt. für 2020 auch tatsächlich klappt, ist nicht sicher und würde ja auch eine fünfjährige Bindung implizieren, da optiert worden wäre.

Ich würde es nächstes Jahr erstmal (zwangsweise) ausprobieren, wie man damit klarkommt. Lästig sind ja alleine schon die Abgabetermine für die Voranmeldungen (egal ob man im Urlaub ist oder das Kind krank).

Sicher kann man Vorsteuer und vereinnahmte Umsatzsteuer einfach in einer erweiterten Excel tabelle erfassen und die vier Zahlen dann nach Elster übertragen, aber bei Umsatzsteuer auf Privatanteile für Laptop, Internet etc. wird es ja schon schwieriger.(ich hab das früher nur in der Umsatzsteuererklärung nachträglich berechnet)

Ich verwende kein Programm, habe aber gehört von

https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&url=https://www.easyct.de/&ved=2ahUKEwi_1vjj-d7qAhVM3KQKHQ7EDggQFjAAegQICBAD&usg=AOvVaw2aQSVU9g45t2szKMWRWCCG

und mir scheint dieses preisgünstige gut zu sein (aber wohl ohne Schnittstelle zu elster)

https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&url=https://www.pierretunger.com/cms/einnahmenueberschussrechnung/&ved=2ahUKEwiD--SKh9_qAhXP66QKHQnVD8AQFjAAegQIBhAD&usg=AOvVaw39PCBlA1rLOkprybJsOi2c

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@Andri123

Danke nochmal für deine Klarstellung und Mühe! Ich bleibe jetzt einfach dieses Jahr ganz "normal" Kleinunternehmerin und wechsel dann ab 2020 ins unbekannte Gewässer... Habe mir ein Online-Buchhaltungssystem (kostet ein bisschen) besorgt und das bringt schon etwas Klarheit in die Sache. Umsatzsteuervoranmeldung geht damit auch. Aufregend! ;)

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Ich jedenfalls verwechsle die est nicht mit der ust

Ich verstehe deinen Kommentar nicht. Ich kenne den Unterschied zwischen beiden.

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@Impact

Wenn ich mein Einkommen erhöhen will, dann steigt doch gleichzeitig auch mein Umsatz. Wenn mein Umsatz über einer bestimmten Grenze liegt, falle ich aus der Kleinunternehmerregelung. Mir ist schon klar, dass für das Elterngeld der Gewinn zählt und nicht der Umsatz. Aber es hängt in meinem Fall doch trotzdem miteinander zusammen. Verstehst du das nicht?

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