Kleinunternehmerregelung für Selbständige, was ist, wenn diese Summe um ein geringes überschritten wird?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo chaoshirsch,

wie unten schon erklärt wurde, geht es bei der Kleinunternehmerregelung nicht um deinen Gewinn, sondern um deinen Umsatz.

Übersteigt dein Jahresumsatz also die Schätzung von maximal 17.500 Euro, bleibst du im laufenden Jahr noch Kleinunternehmer. Erst im Folgejahr (Kalenderjahr) werden dann die zusätzlichen Zahlungen fällig.

Noch ein Hinweis: Für den Umsatz werden Einnahmen und Ausgaben gegeneinander verrechnet. Ausgaben sind aber nicht nur Wareneinkauf, sondern auch persönliche Kosten wie z.B. dein Transport zur Arbeit, spezielle Arbeitskleidung (wetterfeste Ausrüstung) etc. Wenn das bei dir anfällt, kannst du das verrechnen und fällst damit weiterhin unter die 17.500 Euro Grenze.

Schau mal genauer in den Link, das ist ein Dokument zum Herunterladen zum Thema. Dort wird auch erklärt, warum es evtl. Vorteile haben kann, die Kleinunternehmerregelung nicht in Anspruch zu nehmen.

Anm. Support: Beitrag wegen Werbung editiert.

Deine Antwort kommt mir sehr entgegen. Aber wenn ich die anderen Antworten sehe, werde ich doch stutzig: Umsatz=Einnahmen und Ausgaben gegeneinander verrechnet, das wäre schön für mich? Sind Umsatz nicht die reinen Einnahmen? Gewinn=Einnahmen und Ausgaben gegeneinander verrechnet? 

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@chaoshirsch

Du hast Recht, der Umsatz ist nicht dein Gewinn, da hatte ich einen Denkfehler.

Dein Umsatz ist alles, was du an Waren oder Dienstleistungen in einem Betriebsjahr verkaufst: Umsatz = Anzahl verkaufter Produkte / Leistungen x Preis. Die Obergrenze für Kleinunternehmen liegt hier bei 17.500 Euro im 1. Jahr und 50.000 Euro im 2. Jahr.

Du kannst aber auch Vorteile davon haben, diese Regelung nicht anzuwenden: Du kannst dir z.B. unter Umständen die Vorsteuer abziehen.

Und: Gewisse Betriebsausgaben werden Neuunternehmer im ersten Jahr auch erstattet (vorweggenommene Betriebsausgaben).

 

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Zum Thema "Kleinunternehmer" hatte ich hier mal einen gut lesbaren und verständlichen Tip eingestellt. Leider wurden die Tip(p)s hier weggeriat. Ich habe aber auch keine Lust, das stets von Neuem zu beschreiben.

erhalte ich 300,00 EUR, davon muss ich 19%, d.h. 57,00 EUR an das Finanzamt abführen

Nein. Aus 300 Einnahmen können bei 19% USt nur 47,90 Euro USt anfallen. Du musst bei Prozentrechung besser aufpassen.

KU bist du, wenn

  • du ein im Inland ansässiger Unternehmer bist
  • dein Umsatz im Vorjahr nicht höher war als 17.500 Euro
  • dein Umsatz in DIESEM Jahre VORAUSSICHTLICH 50.000 Euro nicht übersteigen wird.

Das prüfst du jedes Jahr am Anfang des Jahres. Jetzt kannst du die Frage sicherlich auch beantworten.

 werden automatisch 19% Umsatzsteuer auf dieses Einkommen berechnet?

Nein. Umsatzsteuer wird auf den Umsatz berechnet. Auf Einkommen wird Einkommensteuer berechnet. Darum heißen die Steuerarten so.

Danke für den Hinweis zur Prozentrechnung, da brauch ich noch Nachhilfe

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1. es geht nicht um verdienen (Gewinn), sondern Umsatz (Einnahmen).

2. Wenn Du in einem Jahr die 17.500,- überschreitest, bist Du ab dem Folgejahr keine Kleinunternehmerin mehr.

Kleinunternehmerregelung so lang wie möglich erhalten

Hallo,

ich betreibe seit Anfang des Jahres nebenbei ein Gewerbe und nutze hier derzeit die Kleinunternehmerregelung, so dass ich keine Mehrwertsteuer abführen muss.

Nun möchte ich die Kleinunternehmerregelung gern so lang wie möglich nutzen, da meine Kosten & Anschaffungen sehr gering sind und ich auch die regelmäßigen Vorsteueranmeldungen vermeiden möchte.

Folgende Situation: Diese Jahr werde ich voraussichtlich mehr Umsatz als die 17.500 EUR machen, allerdings könnte ich die Zahlungen ins neue Jahr hinauszögern und so faktisch doch unter der 17.500 EUR Grenze bleiben. Soweit ich das verstehe, wird dann eine Umsatzprognose für 2013 gemacht (mache ich die? macht das FA die?), auf Basis derer dann entschieden wird, ob ich auch weiterhin die Kleinunternehmerregelung nutzen kann (Umsatz < 50.000 EUR). Die Prognose würde ja auf Basis des Umsatzes von 2012 darauf hindeuten, dass dies der Fall sein wird. Ist es dann egal, wenn ich in 2013 "überraschenderweise" doch mehr als 50.000 EUR Umsatz mache?

So wie ich mir das ausgedacht habe, müsste ich dann erst ab 2014 Umsatzsteuer abführen. Woher weiß das FA das übrigens, wenn ich die Steuererklärung für 2013 erst im Mai 2014 abgebe?

Ein weiteres "Optimierungsproblem" besteht hinsichtlich der Bilanzierung. Im Moment mache ich ja nur eine simple EÜR und das würde ich auch gern so lang wie möglich beibehalten. Nun habe ich im Internet irgendwo gelesen, dass man hier die Steuererklärung für das Jahr, in dem man mehr Gewinn als 50.000 EUR gemacht hat (bei mir wäre das voraussichtlich 2013) so weit wie möglich hinauszögert (Dezember des Folgejahres). Dann hat wohl das FA nicht mehr genug Zeit, um mich über die Pflich zur Bilanzierung im Folgejahr zu informieren und die Pflicht tritt erst im übernächsten Jahr ein.

Klappt das Ganze eurer Meinung nach so wie ich mir das vorstelle?

Achja und bitte keine Kommentare a la "Such dir nen Steuerberater". Ich denke solche Fragen kann man hier auch online klären.

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