Kleinunternehmerregelung Definition "wenn VORRAUSSICHTLICH der Umsatz 50.000 Euro nicht übersteigen wird"?

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Zunächst einmal: Aus 50 000€ Umsatz kann sich keine Umsatzsteuerschuld in 5-stelliger Höhe ergeben.

Die Einschätzung über den Umsatz gibst Du vor Beginn des jeweiligen Jahres ab. Wenn Du am 2. Januar den 10Mio-Auftrag an Land ziehst, hat das keinen Einfluss auf die Kleinunternehmereigenschaft. Du verlierst diese lediglich im darauf folgenden Jahr.

Nochmal: Es ist völlig unerheblich, wie groß der Umsatz im fraglichen Jahr tatsächlich wird.

Dann würde ich mal sagen, dass doch fast jeder, der in einem Jahr weniger als 17.500 gemacht hat, behaupten kann, dass er im nächsten Jahr mit nicht mehr als 50.000 rechnet, ohne dass das unplausibel klingt.

Anders gefragt, wie könnte man jemandem unterstellen, der in einem Jahr weniger als 17.500 gemacht hat, er hätte es kommen sehen müssen, dass er im nächsten Jahr 3 mal mehr Umsatz machen wird? Das ginge ja quasi fast nur, wenn ihm die Aufträge für Umsatzgrenzenübschreitung schon am 31.12. sicher vorgelegen hätten.

Und wenn er am 31.12. schon einen Deal über 49,999 Euro für das kommende Jahr angenommen hätte, könnte er dann immer noch sagen, dass er eigentlich vor hatte nur diesen einen Auftrag in dem Jahr anzunehmen, sich aber am 1.1.2017 (oder später) umentschieden hat?

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@tommytom

Nun, die Kleinunternehmerregelung ist nicht die Lizenz zum Gelddrucken. Wie wfwbinder bereits geschrieben hat, ist die Anwendung der Regelung nicht für jeden ein Vorteil.

Wer es wirklich schafft, mit Privatpersonen (bei Unternehmenskunden bringt es nämlich nur Nachteile) eine solche Umsatzsteigerung hinzubekommen, der soll dann diesen Vorteil für ein Jahr mitnehmen.

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@Mikkey

Also nur für's Verständnis... Meine Behauptungen aus meinem letzten Kommentar sind alle richtig, ja?

Für meinen Betrieb ist die KUR ein enormer Gewinnbooster, auf den ich nur schweren Herzenz verzichten kann. Zum einen bin ich Dienstleister und arbeite von zuhause aus. Ich muss keine Resourcen bis auf etwas Strom/Gas beziehen, welche mit Mwst. behaftet sind. Meine Kunden sind fast alle Privat und zahlen den gleichen Betrag wie bei der Konkurrenz, wo sie Mwst mitzahlen würden, nur dass ich hier die "Mwst" einbehalten kann und die Käufer es nicht stört. Zum anderen bin ich Online-Händler. Dort gilt das gleiche. Die Waren kaufe ich von Privatpersonen oder im Ausland günstig ein. Der Zoll erhebt keine Einfuhrumsatzsteuer, weil die Sendungen dafür zu klein sind (größere Sendungen mit Einfuhrumsatzsteuer und Mengenrabatt lohnen sich nicht).

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@tommytom

Die Behauptungen kommen schon hin.

Nach dem Nichtüberschreiten der 17 500€ ist die Umsatzschätzung unter 50 000 völlig plausibel.

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@Mikkey

(bei Unternehmenskunden bringt es nämlich nur Nachteile) eine solche Umsatzsteigerung hinzubekommen,

Paperlapap! Seit wann ist denn wachsende Nachfrage für die Leistungen eines jungen Unternehmens nur ein Nachteil??

Dies wird höchstens in Amtsstuben so empfunden. Insofern glaube ich nicht, dass der Antragsteller das Zeug zum Unternehmer hat.  

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@NasiGoreng

Du solltest Dich bei Putin als Nachwuchs für die Presseabteilung bewerben, alle Achtung!

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@Mikkey

Da bewerbe ich mich lieber bei Donald Trump. Bei dem ist es lustiger ;-))

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1. Voraussichtlich für das nächste Jahr (wenn 2017) ist von der logik her spätestens der 31. 12. 2016, denn am 01. 01.2017 ist das nächste Jahr, ja schon 2018.

2. Wenn das wann auch immer in 2017 passiert, sagt es nur, dass man sich verschätzt hat und man ab 2018 Regelbesteuerer ist, aber das weiss man schon einige Zeit früher, nämlich nach überschreiten der 17.500,- Grenze.

3. Soll das eine Scherzfrage werden? Einen Unternehmer, der am 31. 12. seinen Umsatz noch in dem Bereich bis 49.999,- schätzt und dann im Januar Aufträge bekommt von über 50.000,-, die er auch ausführt, ist im Bereich wo die Kleinunternehmerregelung sinnvoll ist, also im Umgang mit Privatkunden unvorstellbar (zumindest für mich. ich bin seit 44 im Fach tätig, lerne gern noch dazu).

4. Dann eben überlegen, was das voraussichtlich wahrscheinlichste ist.

5. Ja, aber ich würde zuerst mal prüfen, ob Kleinunternehmer optimal ist. Von der Tätigkeit klingt es eher so, als wären die Abnehmer/Kunden Unternehmen.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Steuerbevollmächtigtenprüfung 1979, Steuerberaterprüfg .1986

1. Voraussichtlich für das nächste Jahr (wenn 2017) ist von der logik her spätestens der 31. 12. 2016, denn am 01. 01.2017 ist das nächste Jahr, ja schon 2018.

Bitte entschuldigen Sie, ich hätte die Jahreszahl bei meiner Frage angeben sollen.

Also habe ich Sie richtig verstanden, das Sie die gleiche Ansicht wie Mikkey vertreten, d.h. dass meine Prognose am 31.12.2016 entscheidend ist? Sprich, wenn ich am 31.12.2016 eine Prognose von unter 50.000Euro Umsatz in 2017 erwarte, aber am Nachmittag des 1.1.2017 doch davon ausgehe, dass es eher 80.000 Euro werden, ich dann für 2017 trotzdem die KUR in Anspruch nehmen darf?

Und das selbst wenn ich am Abend des 1.1.2017 den Superauftrag über 50.001 Euro erhalte?

4. Dann eben überlegen, was das voraussichtlich wahrscheinlichste ist.

Wie gesagt, es ist nix wahrscheinlich. Ich kann es zu 100% beeinflussen ab ich weiß absolut nicht wie ich mich im Laufe des Jahres entscheiden werde.

5. Ja, aber ich würde zuerst mal prüfen, ob Kleinunternehmer optimal ist. Von der Tätigkeit klingt es eher so, als wären die Abnehmer/Kunden Unternehmen.

Danke für den Hinweis. Ja das ist es definitiv, da mir der Vorsteuerabzug fast nix nützt, da ich dienstleister bin und meine Kunden alle private Verbraucher sind.



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Ich habe hier im Forum mal einen Tip eingestellt, der leicht verständlich alle Aspekte der KUR beleuchtet hat.

Diese Tips, die man da mit zwei p verlinkt hatte, obwohl ich gar nicht getippt habe, sind ja vor einiger Zeit gekillt worden.

Ich habe trotzdem keine Lust, alles wieder und wieder zu schreiben. Frage mal beim Support nach, ob das noch verfügbar ist.

Hier ist nur eines falsch bei deinen Überlegungen: Alles.

Mikkey und wfwbinder sind ziemlich nah dran und es ist auch nicht falsch, was sie schreiben. Aber es fehlt da doch was.

Bzgl des Supports bin ich nicht sehr zuversichtlich. Bisher habe ich da immer nur wenig verwertbare Standarttextblöcke als Anwort erhalten.

Ich habe geschätzte 30 Seiten gelesen, die die KUR erklären. Leider war keine einzige dabei, die dieses "vorraussichtlich" klar definiert haben. Wieviele Zeilen hattest du dazu geschrieben?

Möchtest du vielleicht nicht einfach meine Fragen beantworten? Ich habe sie ja ziemlich verständlich und plausibel dargestellt. Diese würden eigentlich alle Zweifel beiseite räumen, wahrscheinlich nicht nur bei mir sondern bei 100 oder 1000 anderen Kleinunternehmern, die sich diesen Post in den nächsten Jahren ergoogeln werden. Ich denke nicht, dass ich durch Lesen weiterer Artikel zur Kleinunternehmerregelung mehr Klarheit bekommen würde, als durch Anworten zu diesen konkreten Fragen.

Oder sind die Fragen vielleicht so nicht beantwortbar, weil es in der Praxis immer Einzelentscheidungen sind? Müssen die Richter anhand ihrer psychologischen Fähigkeiten das wahrscheinlichste Motiv / Vorhaben / Gedankengangs des Unternehmers zum Zeitpunkt des 31.12. des Vorjahres zu rekonstruieren?

Nun, wenn das so ist, muss ich ganz ehrlich sagen, dass ich es momentan nicht weiß, ob ich 2017 50.000EUR übeschreiten werde. Auch am 31.12. wird das nicht anders sein. Aber 2 Dinge weiß ich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit: Dass ich das KÖNNTE aber lieber 0 Euro Umsatz machen würde, wenn ich die KUR nicht annehmen dürfte.

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@tommytom

Standart

Vielleicht hilft es ja, sich hinzusetzen, dann ist es Sitzart.

Mann, der "Standart"-Fehler ist doch nun wirklich alt wie die Ostsee. Woran liegt es denn, dass du denn im Jahr 2016 immer noch machst?


Möchtest du vielleicht nicht einfach meine Fragen beantworten?

Hab ich. In meinem Tip. An diesem Tip habe ich mal ein komplettes Wochenende lang herumgefeilt. Wörter, Absätze, Gliederungen.....alles, was man so haben will, wenn man etwas lesen möchte.

Ich habe dafür natürlich kein Geld bekommen und fand das auch okay.

Ich wiederhole das nicht.


Ich habe sie ja ziemlich verständlich und plausibel dargestellt. 

Hast du in der Tat. Das hat man selten. Du hast hierfür meine Sympathie.


Oder sind die Fragen vielleicht so nicht beantwortbar, weil es in der Praxis immer Einzelentscheidungen sind?

Nein. Die Rechtslage ist hier völlig eindeutig.

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@EnnoWarMal

Support ist leider nicht kontaktierbar (Seite nicht gefunden 404).

Hast du den Text nicht irgendwo abgesichert, bei dir? Ansonsten, sehr schade um den Text an dem du so lange saßt.

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@tommytom

Nein, ich habe damals der hiesigen Redaktion vertraut.

Natürlich ist der Support nicht kontaktierbar. Mit Support verdient man schließlich kein Geld.

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@EnnoWarMal

Hallo EnnoWarMal und tommytom,

ich vermute, es geht um die Tipps, deren eigene Rubrik im letzten Jahr von der Seite entfernt wurden. Diese können meines Erachtens nicht mehr hergestellt werden.

Die einzige Möglichkeit die mir in den Sinn käme, wäre, wenn ihr euch an den Support von gutefrage.net wendet, da dies damals eine themenplattformübergreifende Entscheidung war.

Den Support erreicht ihr unter info@gutefrage.net.

Jedoch möchte ich euch hier schon mitteilen, dass ich die Wahrscheinlichkeit einer Wiederherstellung sehr gering einschätze.

Wir bedauern dies sehr.

Beste Grüße,

Kai vom finanzfrage.net-Support

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@finanzfrageTeam

Das alles ist bekannt, Kai.

Ich habe im Leben schon mehr verloren als einen Tip(p). Ich hab auch andere Dinge zu tun, als der Vergangenheit nachzujagen.

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