Kleinunternehmerregelung , doch kompliziert?

3 Antworten

Nebenberufliche Einkünfte bis 410,-€ p.a. sind steuerfrei, also auf den Gewinn und nicht auf die Einnahmen bezogen. Bei 300 Euro Gewinn p.a. würde ich mir den ganzen Aufriss sparen, aber ich habe auch eine produktive Freundin, die das irgendwie braucht.

Ein Geschäftskonto brauchst Du nicht. Entsprechend musst Du auch nicht dokumentieren, wofür Du privat Geld ausgibst. Nur Betriebsausgaben und Einnahmen.

Materialentnahme? Keine Ahnung. Wenn ich meinem Sohn mal ein paar Briefmarken gebe, dokumentiere ich das nicht (ist natürlich nicht ganz korrekt).

Abschreibung:kommt drauf an. Wofür denn, in welchen finanziellen Dimensionen und wie hoch ist der gewerbliche/private Nutzungsanteil?

Erfassung über eine excel tabelle, hier eine Vorlage und einiges gut verständlich zu lesen.

https://www.google.com/url?sa=t&source=web&cd=&ved=2ahUKEwiVvMWVir71AhVoiv0HHYZiCA8QFnoECAsQAQ&url=https%3A%2F%2Fwww.pierretunger.com%2F&usg=AOvVaw09bQGrg9pRljKZIm3SxAKE

Die Zahlen der Tabelle dann in die Anlage EÜR übertragen und dieses Ergebnis dann in die Anlage G.

  • Wie dokumentiere ich es in der EÜR wenn ich Geld von meinem Geschäftskonto auf mein Privates überweise um es z.B zu sparen?

Du trägst die Summe dieser Entnahmen im Feld 'Privatentnahmen ein.

  • Wie dokumentiere ich wenn ich Material , dass ich zum herstellen benötige , für Private Zwecke entnehme?

Du teilst beim Materialeinkauf auf: Betriebsausgabe ist nur der Anteil, den Du auch für den Betrieb verwendest.

  • Inwiefern müsste ich das Einkommen aus dem Gewerbe in meiner Einkommensteuererklärung erfassen?

Was meinst Du mit 'Inwiefern?' Mit der EÜR ermittelst Du den Gewinn und trägst diesen in die Anlage G ein.

  • Wie sieht es mit Abschreibungen aus? Kann ich das überhaupt als Kleinunternehmer?

Die Kleinunternehmerregelung betrifft NUR die Umsatzsteuer. Bei der Umsatzsteuer spielen Abschreibungen überhaupt keine Rolle, Du musst stets sauber zwischen den Steuerarten unterscheiden! Wenn Du Geräte mit entsprechend hohen Anschaffungskosten anschaffst, kannst Du die selbstverständlich abschreiben.

  • Ich muss das Einkommen aus dem Gewerbe ja auch versteuern, lohnt sich das überhaupt und hat man irgendeine Grobe Einschätzung was man verdienen muss damit man wirklich ein wenig Gewinn macht trotz Einkommensteuer?

Kommt drauf an, was Du unter 'sich lohnen' verstehst. Der Gewinn aus dem Gewerbe und Deine sonstigen Einkünfte werden zusammengerechnet und dann wird auf Grundlage des gesamten zu versteuernden Einkommens die Einkommensteuer berechnet. Du kannst also z.B. Deine letzte Einkommensteuererklärung hernehmen und darin mal mit verschiedenen Gewinnen herumspielen.

Jetzt weiss sie vermutlich nicht, wie sie die unterschiedlichen Antworten für sich zusammensetzen soll. Obwohl wir eigentlich das Gleiche denken (auch wenn Du mehr Ahnung hast als ich).

Neulich fragte mal jemand, der sich in seine private Küche einen Pizzaofen für 2.000,-€ gestellt hatte und einmal im Monat Gäste bewirtete für 100,-€ Gewinn, nach Abschreibung. Der Ofen wäre dann ja unter 10% gewerblich genutzt.

0
@Andri123

Doch vielen Dank. Ich habe euch beide verstanden! Das mit den Abschreibungen habe ich mir fast gedacht. Ich bin einfach ein Mensch der gerne Dinge VORHER weiß und manchmal vielleicht etwas zu viel denkt ;) Unvorbereitet ein Gewerbe zu eröffnen kommt mir nicht in den Sinn.

2
  1. Es gibt kleine Büchlein, die für Freiberufler und Gewerbetreibende (Kleinunternehmer oder nicht) beschreiben, welche Dinge zu beachten sind. Diese sind für kleine Beträge zu haben - und ja, das wäre dann eine Betriebsausgabe.
  2. Du kannst bei einer Steuerberatung Deine Fragen alle im Detail stellen und als einmalige Honorarberatung abrechnen lassen. Das könnte qualifiziert alles für Dich klären und kostet dann irgendwo im Bereich 200-300 EUR - auch eine Betriebsausgabe.

Das ist keine Hexerei und als logisch denkender Mensch kann man die ganzen Implikationen einer selbständigen Tätigkeit auch in den Griff bekommen, aber es liegt nicht jedem. Für diesen Fall gibt es dann die Option

3. Beauftrage eine Steuerberatung für die dauerhafte Betreuung Deiner Selbständigkeit.

Was möchtest Du wissen?