Kleinunternehmerregelung - Umsatz / Gewinn?

2 Antworten

Aus meiner Sicht kommt das darauf an welche Vertragssituation gewählt wirdund was genau x dem Kunde verkauft.

Wenn der Kunde das Produkt bei x kauft, hat er 12,50€ Umsatz.

Kauft der Kunde die Dienstleistung "Einkaufsservice" bei x und das Produkt selbst bei dem Supermarkt, so ist der Umsatz 2,50€.

Allerdings sollte x sich in dem Fall von einem Steuerberater beraten lassen um nicht in Gefahr zu laufen einen Umgehungstatbestand vorgeworfen zu bekommen. Aber machbar ist das auf jeden Fall, vergleichbar mit einer Beistellung im produzierenden Bereich.

Okay alles Klar, danke für deine Hilfe.

Bei dem Beispiel geht es konkret auch tatsächlich um einen Einkaufsservice. Bezogen auf lokale Bäckereien.

"Kauft der Kunde die Dienstleistung "Einkaufsservice" bei x und das Produkt selbst bei dem Supermarkt, so ist der Umsatz 2,50€."

Genau das wäre das Ziel! Wie würde das denn dann vertraglich aussehen? Kann x die Rechnung im Namen des Kunden beim Supermarkt begleichen, oder wie kann man sich das dann tatsächlich in der Umsetzung vorstellen?

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@timbober

Du darfst mir dem Kunden halt nur einen Dienstleistungsvertrag schließen. Der umfasst den Einkauf in seinem Namen und die Lieferung. Aber wie gesagt, ich bin kein Steuerberater und vermute dass hier (zB bei der Zahlungsabwicklung) auch ein paar potentielle Fallstricke lauern. Du solltest dich da professionell beraten lassen.

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Das ist vermutlich möglich, aber ich sehe nicht so recht, warum die Kunden ein Produkt bei a kaufen und b nur dafür bezahlen sollen, dass er es liefert. Ob b wirklich was verdienen wird, wenn er günstiger liefern muss als die Post bzw. deren Konkurrenten? Aber möglicherweise fehlt mir nur die Idee für die richtige Branche.

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@Eifelia

Naja die Strategie liegt in der Lokalen Anbindung. Es geht darum um Heimatort ein Bäckerei Abo abzuschließen um am Wochenende die Brötchen frisch an die Haustür geliefert bekommen. Quasi ein System vom und für Ortsansässige Bürger

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@timbober

Das gibt es aber schon... fängt mit M an und hört mit gold auf.

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Mit den 12,50, denn das ist der Umsatz. Die 10,00 € Wareneinsatz sind Betriebsausgaben, sie wirken sich auf den Gewinn aus, nicht auf den Umsatz

Alles klar, also wie befürchtet. Das ist ja dann eigentlich ungünstig für den Kleinunternehmer, denn er kann in diesem Beispiel nur 4500€ von 22.500€ Umsatz als gewinn erwirtschaften. Gibt es da irgendwelche Sonderlösungen, damit der Dienstleister den Wareneinsatz nicht finanziell über sich laufen lassen muss?

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@UndertakerOWL

Schade. Dann kann man wohl sagen dass sich für dieses "System" die Kleinunternehmerregelung nicht lohnt..

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@timbober
Das ist ja dann eigentlich ungünstig für den Kleinunternehmer

Wer sagt denn, dass die Kleinunternehmerregelung an sich günstig ist bei diesem Unternehmer?

Gibt es da irgendwelche Sonderlösungen, damit der Dienstleister den Wareneinsatz nicht finanziell über sich laufen lassen muss?

Alles, was eingenommen wird, also als Gegenleistung gegeben wird, ist Umsatz. Da gibt es keine Ausnahme.

Wie wird da überhaupt Gewinn erwirtschaftet? Für die Lieferung fallen wohl keine Kosten an, wie geht das?

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@timbober

Auf die Kleinunternehmerregelung verzichten, die ist im Handel sowieso selten sinnvoll, so lange man nicht mit Gebrauchtwaren handelt. Was ist denn dee Grund, weshalb man die KU-Regelung gewählt hat/ wählen will?

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@timbober

Es lohnt sich auch sonst nicht. Von den 2,50€ musst du noch Lohn-, Lohnneben-, Arbeitsbetriebs- und weitere Kosten abziehen. Da bleibt am Ende mit hoher Wahrscheinlichkeit gar nichts übrig. Deshalb sind Angestellte in dem Bereich auch so gut bezahlt... ;-)

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@Wassonst

Naja der Gedanke war/ist ein Wochenendlicher Lieferservice für Lokale Bäckereien. Auslieferung also selbst gestemmt, somit nur die eigenkosten wie Zeit und Sprit. Im kleinen Rahmen, mit Option auf Erweiterung durch Freelancer.

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@timbober

Ok. Ich beauftrage Dich also damit, mir am Wochenende Brot und anderes Gebäck zu bringen. Nach dem Vorschlag von Amado bekäme ich dann eine Rechnung von der Bäckerei und eine von Dir. Die Bäckerei hat also zusätzlichen Aufwand - der normale Dorfbäcker lebt vom Bargeschäft, der schreibt nicht viele Rechnungen.

Bleiben wir mal bei den 2,50 € je Lieferung - was ich (!) für die Lieferung von Backwaren im Wert von vermutlich höchstens 10 € nicht zahlen würde, da laufe ich lieber selbst zum Bäcker - dann bräuchtest Du, um nur 500 € im Monat einzunehmen bei - vereinfacht - 4 Wochenenden im Monat - 50 Lieferungen je Wochenende. Interessant ist das nur für Leute, die selbst nicht in der Nähe eines Bäckers wohnen, daher gehe ich mal von mindestens 3 Stunden Arbeit an jedem Samstag und Sonntag aus, und bei sehr niedrigen geschätzten 3 km Fahrt je Lieferung fährst Du im Monat 600 km. Selbst ein sehr günstiges Auto - nehmen wir mal den Renault Clio - kostet je km 38 ct - macht also Kosten i.H.v. 228 €.

Zu den 6 Stunden Arbeit je WE kommt dann noch die Büroarbeit: Kundenacquise, Rechnungen schreiben, das Verwalten der Bestellungen. Du musst Werbung für Dich machen, brauchst Büromaterial, wirst Telefon- und Internetkosten haben. Wenn Dein Auto ausfällt, brauchst Du einen Leihwagen. Wenn Du ausfällst, brauchst Du eine Ersatzkraft, diese will Lohn und kostet Lohnnebenkosten.

Und in der Zeit, die vergeht, bis Du genug Kunden hast (und das kann lange dauern - ich sehe da keinen großen Markt), musst Du den mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anfallenden Verlust tragen. Solltest Du in der Gewinnzone landen, musst Du vom Gewinn Steuern zahlen. Da bleibt ja nicht mal der Mundestlohn übrig, mit jedem Minijob stehst Du Dich doch besser?

Auf die Gefahr hin, dass Du das übelnimmst: damit kann man kein Geld verdienen. Und ich sehe Dich lange nicht bei einem Umsatz über 22.000 €.

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@Eifelia

Danke für deine Aufklärung. Ich denke du betrachtest mich mit den falschen Augen. Ich habe hier keine schlechte Idee auf die Beine gestellt, durchgerechnet habe ich es auch. Das Geschäft hat an meinem Standort großes potential. Die 2,50 sind drüber hinaus ein hypothetischer Wert, nicht der wert mit dem ich kalkuliere. Das System ist skalierbar und organisatorisch lächerlich einfach.

Pro gewonnenen Neukunden erwirtschafte ich 100€ pro Jahr, und dabei ist der Freelancer den ich schon im Boot habe bereits sehr fair bezahlt.

Jeder Freelancer kann einen Kundenstamm von bis zu 50P übernehmen. Das entspricht nach meiner Kalk. einen Jahresüberschuss von 5000€ (vor Steuern).

Dafür fällt dann nur die Bestellung und die Rechnungserstellung bzw Finanzen und Organisatorische Arbeit im Allgemeinen für mich an.

Ich will mich hier nicht rechtfertigen, brauch ich auch gar nicht.. Aber ich hab das Gefühl dass die Idee hier ohne genauere Betrachtung (für die Ja eindeutig alle Infos fehlen) belächelt wird.

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@timbober

Sorry aber das ist nun wirklich Unfug. Was du beschreibst ist kein System, sondern ein klassischer Lieferservice. Dieser ist eben nicht skalierbar, denn du brauchst für mehr Umsatz immer auch mehr Mitarbeiter. Natürlich kennen wir nicht alle Parameter deines Geschäftsmodells, aber was du bisher geschrieben hast, kann aus meiner Sicht nicht funktionieren. Es sei denn, es will keiner Geld verdienen außer dem Bäcker.

Vorschlag: Besuche eine Gründungsberatung oder versuche mit deinem Businessplan bei deiner Hausbank einen Gründungskredit zu bekommen. Dort wird dein Vorhaben realistisch bewertet.

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