Kleinunternehmer: Welche steuerlichen Unterlagen muss ich abgeben?

1 Antwort

Wenn es sich um einen Freiberuf handelt, dann ist die Anlage S relevant.

Wenn es sich um ein Gewerbe handelt, füllst Du die Anlage G aus.

Des weiteren wirst Du zumindest eine Umsatzsteuererklärung abgeben müssen (auch wenn diese viele Nullen enthält). Normalerweise wirst Du vom Finanzamt auch aufgefordert, eine Umsatzsteuervoranmeldung zumindest quartalsweise abzugeben (auch wenn diese immer viele Nullen enthalten).

Die EÜR reflektiert die Gegenüberstellung von Ausgaben und Einnahmen, d.h. dient zur Bestimmung des Gewinns. Wieviel Steuern auf 4.000 EUR entfallen, hängt von Deinem persönlichen Einkommensteuersatz ab.

Dies alles erfolgt allerdings erst, nachdem das Finanzamt von Deiner Nebentätigkeit in Kenntnis gesetzt wurde, indem Du den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung abgegeben hast. Darin deklarierst Du unter anderem, ob Du als umsatzsteuerlich als Kleinunternehmer (nach §19 UStG) oder als regelbesteuerter Unternehmer behandelt werden möchtest. Welche Variante besser ist, hängt von der Art Deines Geschäfts und der Kunden ab - nicht nur von der Höhe des Umsatzes. Ein Kleinunternehmer ist nicht einfach jeder Unternehmer mit kleinen Umsätzen, sondern jemand, der sich für die Ausnahmeregelung des §19 UStG entscheidet und die Kriterien dafür erfüllt.

Danke für deine schnelle Antwort! Der steuerliche Erfassungsbogen ist bereits erfolgt. Es ist also offiziell, dass ich keine Umsatzsteuer zahlen muss. Und ja, es handelt sich um einen Freiberuf.

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@Hallo456

Ich berechne die zu erwartenden Steuern anhand meines geplanten Einkommens für ein Jahr. Entsprechend läßt sich die zu erwartende Einkommensteuer grob planen, d.h. die Höhe der Rücklage für das Folgejahr, damit ich diese begleichen kann. Hierzu kann ein Steuerprogramm verwendet werden oder aber einfach einer der online Brutto-Netto-Steuerrechner.

Zum Thema mit der Umsatzsteuer (vor der viele zu Unrecht zurückschrecken): als Kleinunternehmer zahlst Du Umsatzsteuer auf alle Betriebsausgaben (ohne die Möglichkeit des Vorsteuerabzugs) und musst im Gegenzug keine Umsatzsteuer in Deinen Rechnungen ausweisen. Das vergünstigt Deine Leistung, wenn die Kunden Privatkunden sind. Sind das jedoch vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen, dann spielt dies keine Rolle. Hast Du also nur Firmen als Kunden, würde das kleine Stück mehr an Bürokratie für die Umsatzsteuer bei einer Regelbesteuerung den Vorsteuerabzug von Deinen Betriebsausgaben ermöglichen. Gibt es solche nicht in nennenswerter Weise (da Du beispielsweise einfach nur Vorträge hältst), wäre die Kleinunternehmerregelung natürlich einfacher.

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Umsatzsteuererklärung .... (auch wenn diese viele Nullen enthält).

So viele Nullen sind es gar nicht. Eigentlich sind es nur zwei Zahlen auf dem Hauptformular.

Normalerweise wirst Du vom Finanzamt auch aufgefordert, eine Umsatzsteuervoranmeldung zumindest quartalsweise abzugeben

Jein. Die Umsatzsteuer des jeweiligen Vorjahres lag unter 1.000 Euro, nämlich bei Null, also kann man, falls nicht ohnehin schon durch das Finanzamt erledigt, erfolgreich einen Antrag auf Befreiung von der Pflicht zur Abgabe stellen.

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@onnEVier245

Stimmt. Aber wenn man eine USt-ID beantragt hat, um im EU-Ausland sich als Unternehmer ausweisen zu können, dann ist man meines Wissens verpflichtet, mind. die quartalsweise Voranmeldung durchzuführen.

Mein Punkt war eher, die Angst vor der Umsatzsteuer zu nehmen, denn so kompliziert ist es für die meisten Einzelunternehmer, die die Wahl zwischen Regelbesteuerung und Kleinunternehmerschaft haben, nicht wirklich. Die Entscheidung für das eine oder andere folgt anderen Kriteien als nur dem zwängenden Drang, möglichst noch als Kleinunternehmer zu gelten (beispielsweise Freiberufler, die viel innerdeutsch fliegen oder regelmäßig Hardware/Software als Arbeitsmittel kaufen, und die Unternehmenskunden haben).

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