Kleinunternehmer Software-Entwiklungskosten in der EÜR berücksichtigen

2 Antworten

Gar nicht.

Steuerlich relevante Aufwendungen sind entweder als Geld oder als Sachen eingebracht.

Wenn Du Deine Entwicklung in Form von Nutzungsrechten in Dein Unternehmen einbringst, müsstest Du Dir dafür etwas zahlen, was Du dann wieder versteuern müsstest = unsinnig.

Die Arbeit des Unternehmers selbst ist steuerlich irrelevant.

Die Dokumentation ist "nur" für die Wertigkeit des Produkts wichtig.

Hier gibt es ein generelles Missverständnis.

Steuerlich relevante Kosten sind tatsächliche Ausgaben:

  • Anschaffung von Hardware wie z.B. PCs, Server, Handys, Scanner, Router ("Arbeitsmittel")

  • Anschaffung von Software wie z.B. Betriebssysteme, Office-Pakete, PDF-Bearbeitungssoftware, Photoshop, Compiler, lizenzierte Software/Fonts/Bilder

  • Fachliteratur

  • In Anspruch genommene Dienstleistungen wie Internetzugang, E-Mail-Konten, Cloud-Storage für Backups, externe Graphiker, externe Tester, ...

  • Nebenkosten des Arbeitszimmers, z.B. anteilig Wasser, Strom, Energie, Schornsteinfeger, Rundfunkbeitrag, Müllgebühren, ...

  • Reisekosten wie z.B. gefahrene km, Hotelkosten, Flugkosten, Parkgebühren, Taxifahrten, Mietwagen, ...

Alles gilt natürlich nur insoweit, wie dies im Zusammenhang mit Deiner selbständigen Tätigkeit steht. Nennen wir das mal Grundkosten.

Wenn Du das für eine konkrete App-Entwicklung planst, dann wirst Du weiterhin Deine eigenen Aufwände berücksichtigen müssen, die z.B. mit einem Stundensatz von 60-80 EUR angesetzt werden. Aus dieser ganzen Rechnung bekommst Du eine Schätzung für die Kosten Deiner App heraus.

Angenommen, die Grundkosten liegen bei 5.000 EUR und Du hast selbst 200 Stunden (25 PT) Arbeit investiert, d.h. bei 60 EUR wären das 17.000 EUR in Summe. Nun verkaufst Du die App für 3,99 EUR, wovon bei Dir allerdings (Marge des Shops geht ab) nur 3,49 EUR ankommen. Also mußt Du ca. 5.000 App-Lizenzen verkaufen, damit sich das Spiel lohnt. Dann hast Du einen Stundensatz für Dich erreicht, der eine sinnvolle Existenz ermöglicht.

Das Finanzamt interessiert sich allerdings nur für die 3,49 EUR mal 5.000 Lizenzen = 17.450 EUR Einnahmen minus 5.000 EUR, also 12.450 EUR. Diese erscheinen in Deiner EÜR und sind zu versteuern. Gehen davon 35% Steuern insgesamt ab, liegst Du bei 8.092,50 EUR Nettogewinn. Für die 200 Stunden Aufwand hast Du also ca. 40 EUR netto als Stundensatz erreicht.

Wenn es Produkterweiterungen gibt, dann rechnest Du das entsprechend weiter fort... mit dem Ziel, daß Deine Kalkulation die erforderlichen Stückzahlen und Wirtschaftlichkeit der Entwicklung beurteilen läßt.

Noch ein Hinweis: wenn Deine Freundin bei Dir als Testerin arbeitet, dann kann sie bis zu 8.354 EUR steuerfrei erhalten (wenn sie ansonsten keine anderen Einkünfte hat) - eigentlich noch etwas mehr, da es ja noch ein paar weitere Freibeträge gibt. Du kannst diese Ausgaben jedoch als Kosten ansetzen und damit ergebnismindernd verwenden.

Und zu guter Letzt: es ist nicht verboten, mal mit einem Steuerberater zu sprechen :-)

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