Kleinunternehmer - Lieferung und Rechnung ins Ausland

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Ab den Ausführung zu § 3c hat wfwbinder sich ein wenig verirrt.

Vor Überschreiten der Lieferschwelle ist der Ort der Lieferung das Inland. Erst wenn man die jeweilige Lieferschwelle überschreitet, schwappt der Ort der Lieferung ins Empfängerland über.

Sinn der Regelung ist der, dass die großen Versandhäuser ihre Umsätze in dem Land versteuern, in dem sie haptsächlich liefern. Deshalb macht es umgekehrt - wie von wfwbinder geschrieben - keinen Sinn.

Da du die Lieferschwelle noch nicht überschritten hast (du planst ja noch), ist der Ort der Lieferung also Deutschland. Soweit keine Steuerbefreiung greift (hier § 4 Nr. 1 a und 1 b prüfen) ist die Lieferung auch umsatzsteuerpflichtig und damit Teil der Bemessungsgrundlage für deinen KU-Status.

Der Satz von wfwbinder mit der Erwerbsteuer beim Kunden ist auch nicht ganz richtig. Zum Einen endet die KU-Eigenschaft an der Grenze. Würdest du nämlich die jeweilige Lieferschwelle überschreiten, müsstest du die Umsatzsteuer des Ziellandes ausweisen und dort auch abführen.

Zum Andern zahlen die privaten Endkunden ohnehin keine Erwerbsteuer, außer es geht um neue PKW. Damit ist also keine

Damit ist also keine

Wie gehts weiter?

Und was bedeutet das jetzt? Kann ich (bzw. meine Frau, schreibe hier für sie) jetzt einfach eine normale Rechnung schreiben, wie hier in Deutschland auch, mit USt-ID und ohne ausweisbarer USt/MwSt?

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@ndste

Oh, da bin ich wohl ins Suppen-Koma gefallen.

Meiner Ansicht ohne Umsatzsteuer. Entweder auf Grund einer Steuerbefreiung oder auf Grund KU-Regelung.

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@EnnoBecker

Also ist das Ergebnis was wfwbinder geschrieben hat für mich dennoch das gleiche wie das, dass Du geschrieben hast? Ich mache die USt-ID und den Rechnungsbetrag ohne ausweisbarer USt, sowie den Vermerk auf das Kleinunternehmertum drauf und das wars?

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@ndste

Kommt drauf an. Wenn es eine Ausfuhr in ein Drittland ist, kann es auch anders sein.

Letztlich kannst du aber keinen Fehler machen, auch wenn du etwas auf deine Rechnung schreibst, was da nicht hingehört (Satz zu KU oder unzutreffende Steuerbefreiung), denn das wäre bei dir ohne jede Auswirkung.

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@EnnoBecker

Es geht ausschließlich ums EU-Ausland.

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@ndste

Dann entfällt eine steuerfreie Leistung, da der Abnehmer nicht Unternehmer ist. Es bleibt bei der KU-Regelung, so als wäre der Empfänger jemand, der in Deutschland sitzt.

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@wfwbinder

Das kommt dass gleiche Zeug ein, was die Jugendlichen immer so viel saufen.

Koma.

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Eine USt-ID ist immer sinnvoll, weil man mit der USt-ID einerseits nachweißt, dass man Unternehmer ist, aber im Gegensastz zur Steuernummer damit keine DEtails über die Person des Unternehmers auskundschaften kann.

Daher ruhig eine USt-ID online beantragen.

Für den vorliegenden Fall gilt § 3c UStG, auch Versandhaus-§ genannt.

Deine Kunden sind Priivatleute fallen somit nicht unter die $ 1a, Abs. 1 Nr. 2 genannten Personen.

Damit ist § 3c Abs. 1 anzuwenden und Deine Lieferung gilt im Empfängerland als ausgeführt.

Wenn Du Deine USt-ID angibst und damit prüfbar ist (neben dem Rechnungseintrag von Dir) das Du ein § 19 Unternehmer bist, braucht Dein Kunde keine Erwerbsteuer in seinem Land zu zahlen.

Herzlichen Dank. Bei den ganzen verschachtelten Gesetzen blicke ich nicht mehr durch. Sehe die Tage mal zu, dass ich einen Steuerberater an die Hand bekomme. Aber das hat mir schon mal weiter geholfen. Vielen Dank!

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@ndste

Das ist auch leider ein sehr komplizierter Bereich geworden, bei dem auch Fachleute ganz genau aufpassen müssen.

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@wfwbinder

Es wird einem nicht gerade leicht gemacht, wenn man sich ein wenig was dazu verdienen möchte. Wir reden ja nicht über hohe Summen. Als KU ist man ja eh an die 17500 Euro gebunden und die Einnahmen werden sich wohl auch eher auf unter 3000 Euro belaufen. Von daher finde ich diesen ganzen bürokratischen Aufwand nicht ganz gerechtfertigt. Vor allem, wenn man bedenkt, dass noch Gebühren für die Handwerkskammer abgehen. Dann noch ein Steuerberater, dann bleibt als Gewinn nicht mehr viel übrig. Und dann läuft man noch immer Gefahr, dass man sich auf anderem Wege strafbar macht. Datenschutz, Widerrufsrecht, etc.

Ich habe die Frage im übrigen für meine Frau geschrieben (auch wenn ich in der "Ich-Form" geschrieben habe.

Und nochmal vielen Dank!

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@ndste

Du siehst an der Antwort von EnnoBecker, wie kompliziert die Einzelvorschriften sind.

Leider haben die Väter des Gesetzes, oder besser die der Änderungen im Sinne der EU den Fehler gemacht nciht einfach zu sagen, "Innerhalb der EU wird fingiert, dass alles Inland ist und als vorsteuerabzugsberechtigter Unternehmer zieht man einfach die Umsatzsteuer des jeweiligen anderen EU-Landes als Vorsteuer ab. Das hätte im schlimmsten Fall 26 weitere Vorsteuerkonten in der Buchhaltung bedeutet um die Steuer abzugrenzen und fertig.

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Wie läuft das mit der Rechnung an Unternehmer in der EU?

Guten Abend,

ich verkaufe Download-Artikel in einem Online-Shop, also Artikel, die nicht versandt werden, sondern zum Download zur Verfügung stehen. Es geht im Folgenden um die korrekte Rechnungsstellung.

Folgendes weiß ich bereits:

1) Ist der Käufer ein deutscher Privatmann oder ein deutsches Unternehmen, wird ganz normal 19,00% Umsatzsteuer berechnet. Hier ist alles klar.

2) Ist der Käufer ein Privatmann oder ein Unternehmen aus einem Drittland (z.B. USA), dann muss ich eine Netto-Rechnung ausstellen. Diese Netto-Rechnung darf keine Umsatzsteuer enthalten, sondern es wird der gesamte gezahlte Betrag als Nettobetrag gezahlt. Wenn der Käufer also insgesamt 10,00 Euro gezahlt hat, dann muss ich die Rechnung auch über einen Nettobetrag von 10,00 Euro ausstellen. Privatmann und Unternehmen werden in diesem Fall gleich behandelt.

Nun geht es um die Rechnungsstellung in die EU: Seit Anfang diesen Jahres gibt es den "Mini-One-Stop-Shop". Dementsprechend muss ich bei Privatpersonen immer denjenigen Mehrwertsteuersatz berechnen, der im Land der Käufers gilt und auch an den dortigen Staat abführen. Bei Unternehmen muss ich allerdings das Reverse-Charge-Verfahren beachten.

Meine Frage hierzu: Ich verkaufe die Download-Artikel zu einem Festpreis (z.B 10,00 Euro), egal aus welchem Land der Käufer kommt. Bei einer Rechnung nach Deutschland erhalte ich 8,40 Euro (10,00 Euro - 19% USt.), bei einer Rechnung in ein Drittland erhalte ich 10,00 Euro (10,00 Euro - 0,00% USt. = Netto-Rechnung), bei einer Rechnung an einen Privatmann (z.B. in Frankreich, wo 20% USt. gilt) erhalte ich 8,33 Euro (10,00 Euro - 20% USt.). Aber wie viel erhalte ich bei einem Unternehmen aus der EU (nehmen wir an, es befindet sich ebenfalls in Frankreich, wo 20% USt. gilt)? Über welchen Betrag muss ich hier - unter Beachtung der Reverse-Charge-Regelung - die Rechnung ausstellen? Muss ich hier die 20% USt. von 10,00 Euro abziehen und die Rechnung dann über einen Nettobetrag von 8,33 Euro ausstellen, mit dem Verweis auf die Reverse-Charge-Regelung?

Danke für eure große Mühe und Hilfe.

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