Ist bei der Kleinunternehmerregelung ein Wechsel zur Regelbesteuerung - bei längerer Selbstständigkeit - außerhalb der Gründungsjahre möglich?

3 Antworten

Na hier ist ja was los.

Jetzt kommt mal alle wieder runter. Wir sortieren jetzt mal. Ich hab vor Jahren mal einen leicht verständlichen und hilfreichen Tip zum Thema Kleinunternehmerschaft geschrieben. Leider wurde die Rubrik "Tipps" (mit 2 P wie tippen) ausgeriat. Ich hab auch wenig List, bei jeder Frage dasselbe zu schreiben.

Auf geht's:

Das Umsatzsteuerrecht kennt keine "Gründungsjahre" - allerdings wird das Erstjahr in einigen Dingen anders behandelt als die anderen Jahre. Da du aber nicht im Erstjahr bist, muss dich das jetzt nicht kümmern.

Die Kleinunternehmerschaft prüfen wir immer am 2. Januar eines Jahres wie folgt:

  1. Bin ich ein im Inland ansässiger Unternehmer?
  2. Habe ich im letzten Jahr die Grenze von 17.500 eingehalten?
  3. Werde ich in diesem Jahr VORAUSSICHTLICH die 50.000-Euro-Grenze einhalten?

Dreimal JA, und du bist in dem geprüften Jahr Kleinunternehmer. Du hast hier also alles richtig gemacht, indem du deine Frage heute stellst. Es ist ja 2. Januar.

Kommt im Mai wider Erwarten ein 100.000-Euro-Auftrag, so kannst du den auch annehmen, ohne die Kleinunternehmerschaft des Jahres 2016 anzukratzen. Denn an deiner Voraussicht vom 2. Januar ändert das ja nichts.

Noch ein Ratschlag:

Hildefeuer hat in einem Punkt recht: Es geht nicht um das verdienen, sondern um den Umsatz, denn wir sind ja in der Umsatzsteuer und nicht in der Verdiensteuer (ESt, GewSt). Deinen Einwand hatte ich auch gelesen - ich kann dir nur raten, die richtigen Begriffe zu verwenden. Dann wissen alle, wovon gesprochen wird und auch, dass du selber weißt, was du meinst.

Und außerdem solltest du prüfen, ob KU überhaupt das Richtige ist für dich. Das war nicht gefragt, ich weiß, gehört bei einem Steuerberater dazu, sowas zu thematisieren.

... nicht erhoben, wenn der in Satz 2 bezeichnete Umsatz zuzüglich der darauf entfallenden Steuer im vorangegangenen Kalenderjahr 17 500 Euro nicht überstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr 50 000 Euro voraussichtlich nicht übersteigen wird.

Du hast also noch ein Jahr Schonzeit, von den Gründungsjahren ist das nicht abhängig.

Das Wort "voraussichtlich" wird sehr gern übersehen. Man muss eben einfach nur stur durchprüfen.

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Ich kann gar nicht glauben, das Sie seit 2008 Selbstständig sind. Den Unterschied der Besteuerungsarten und das die Umsatzsteuer vom Umsatz, also der Summe der Ausgangsrechnungen entsteht, scheinen Sie nicht zu kennen.

Die Kleinunternehmerreglung besagt verkürzt dargestellt, das Umsätze bis 17500€/Jahr von der Umsatzsteuer befreit sind. Wird diese Summe überschritten und es wird im Folgejahr unter 50.000€ Umsatz erreicht, hat das keine Konsequenzen für das laufende Steuerjahr.
Im darauf folgendem Steuerjahr unterliegen alle Umsätze der Umsatzsteuer.

Es müssen dann alle Rechnungen zzg. Mehrwertsteuer ausgestellt werden und die Umsatzsteuer an das FA gemeldet werden und abgeführt werden, zu dem Zeitpunkt an dem die Rechnungen gezahlt werden. Die Steuer der Eingangsrechnungen wird aufgerechnet, da bereits bezahlt (auch zu dem Zeitpunkt der Zahlung).

Man wird dann Monatszahler, Quartalszahler oder Jahreszahler, je nachdem wie das FA den Betrieb einstuft, welche Umsätze zu erwarten sind.

Mit dem Verdienst (so etwas gibt es bei Selbstständigen nicht), ersatzeise dem Gewinn, dem Einkommen hat dies nur unmittelbar zu tun.


Bitte? Nur weil ich "verdienen" statt "umsetzen" oder was auch immer geschrieben habe, glauben Sie nicht, dass ich nicht in der Lage bin, selbstständig zu sein?

Selten so etwas unverschämtes gelesen .....

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@Unicorn0805

nein, ich wollte nur zum Ausdruck bringen, das jemand der Selbstständig ist seit Jahren und von Verdienst schriebt, unglaublich klingt!

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hildefeuer:

falsch!

lies mal den 19er UStG durch!

Umsatz unter 17.500 UND im Folgejahr unter 50.000 €.

sobald über 17.500 ist der 19er "Geschichte"!

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@wurzlsepp6682

Durch ebenso falsche "Berichtigungen" wird es nicht richtiger.

Ich würde vorschlagen, wir vergessen hier die Antwort nebst allen Kommentaren und gucken uns statt dessen lieber an, was richtig ist.

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