Frage von MarionR, 31

Ab wann muss ich ein Kleingewerbe anmelden?

Meine selbstgeschneiderten Kleidungsstücke ( Upcycling mit Jeans) möchte ich gern auch an dritte verkaufen.Durch meinen Hauptjob habe ich nicht so viel Zeit. Auf meiner Homepage bitte ich diverse Kleidungsstücke in einem Shop an, jedoch hat sich in diesem 1,5 Jahr nur eine Jacke verkauft ( 80€) , weil ich noch nicht so viel Werbung machen konnte und mich keiner kennt. Möchte die Werbung aber mehr ausbauen.

Ab wann muß ich ein Kleingewerbe anmelden? Und wird diese Anmeldungen mich so viel Geld kosten, das ich Frust schiebe?

Mein Hobby möchte ich eben nur auch ein wenig nach außen tragen können und von daher vom Finanzamt nix absetzen.

Antwort
von LillyVanilly, 4

Das selbe Problem hatte ich vor ca 4 Jahren auch. Da habe ich gerade angefangen zu schreiben und habe im ersten Monat 20,- € verdient und im zweiten ca. 50,- €. Ich bin dann zum Gewerbeamt gegangen und wollte mich selbstständig melden, worauf mir die Mitarbeiterin mitteilte: "Achwas, bei so niedrigen Beträgen muss man nichts anmelden, das ist nur unnötiger Papierkram. Sobald der Umsatz regelmäßig bei über 50,- € liegt, können Sie nochmal kommen." 

Keine Ahnung, ob das richtig ist, weil ich mich im Endeffekt 1-2 Monate später trotzdem angemeldet habe, weil ich regelmäßigere Einnahmen hatte, aber das wurde jedenfalls mir gesagt. 

Gekostet hat es bei mir um die 25,- €. =) 

Antwort
von wfwbinder, 25

Es wird schwierig werden ein Kleingewerbe anzumelden, weil es das nicht gibt.

Du meinst vermutlich ein Gewerbe als Nebenerwerb und danach die Tätigkeit als Kleinunternehmer (weniger als 17.500,- Umsatz pro Jahr). Die Kosten für die Anmeldung sollten tragbar sein. Je nach Ort unterschiedlich, aber nicht über 35,- Euro.

Du musst dann nur Deine Einnahmen udn Ausgaben festhalten und nach Ablauf des Jahres die Summen zu einer Einnahmen-Ausgaben-Überschussrechnung zusammen fassen und Deine Steuererklärungen (Einkommen-, Umsatz-, Gewerbesteuer-) abgeben.

Kommentar von MarionR ,

Sehr geehrter Herr Binder. ( hoffe der Name ist richtig)

Die Gewerbeanmeldung kostet mich nur 25€und ist das einfachste. Für mich stellt sich die Frage, die mir weit und breit keiner beantworten kann, was mit der Krankenkasse und der Handwerkskammer ist. Da die Krankenkasse keine Nebenerwerbe kennt, zählt nur ein Kleingewerbe. Dort muß ich den Nebenerwerb angeben und man stellt mich von weiteren Kosten frei. Ist das so auch richtig?

Was ist mit der Berufsgenossenschaft? Die schicken einem nach Anmeldung ein Formular zu, muß ich dann was zahlen oder bin ich dort auch befreitß

HANDWERKSKAMMER : als gelernte Schneiderin falle ich in ein anderes Loch als eine Nichtschneiderin. Der Nichtschneiderin ( kein Gesellenbrief) traut man nur das ausgedehnte "Hobby" zu. Bei gelernten Schneiderinnen geht die Handwerkskammer davon aus, das es Profesionell ist/werden könnte und von daher muß ich der Handwerkskammer bei treten. Die Kosten sind aber monatlich so hoch, das nehme ich im Jahr nicht ein.

Tja, wer kann mir dies beantworten, wie ich als gelernte Schneiderin um die Handwerkskammer rum komme. Als Künsterlin mich an zu melden, wäre laut Handwerkskammer Betrug. Auch die haben Schnüffler im Net und auf der Straße.

So kann ich verstehen, dass viele sich beim Staat nicht anmelden!

Ich war auch schon bei einer Steuerberaterin. Für über 100€ habe ich
auch dort nur eine nichtaussagekräftige Information erhalten, weil sie es mit der Handwerkskammer nicht weiß.

Bin verzweifelt :(

Beste Grüße

Marion

Kommentar von wfwbinder ,

 Ich war auch schon bei einer Steuerberaterin. Für über 100€ habe ich auch dort nur eine nichtaussagekräftige Information erhalten, 

Schade, dass es Kollegen gibt, die für ein Infogespräch schon Geld nehmen.

cDa die Krankenkasse keine Nebenerwerbe kennt, zählt nur ein Kleingewerbe. Dort muß ich den Nebenerwerb angeben und man stellt mich von weiteren Kosten frei. Ist das so auch richtig?

Das ist richtig, solange die Hauptbeschäftigung über 20 Stunden in der Woche ist und die Nebenbeschäftigung geringer ist, als die Hauptbeschäftigung.

 Was ist mit der Berufsgenossenschaft? Die schicken einem nach Anmeldung ein Formular zu, muß ich dann was zahlen oder bin ich dort auch befreitß

In die Berufsgenossenschaft muss man nur einzahlen, wenn man Angestellte hat. Für den Betriebsinhaber ist die Versicherung möglich, aber nicht zwingend. Also keine Zahlungen, wenn man nicht will.

Die Mitgliedschaft für die angestrebte Tätigkeit (Herstellung von Bekleidung, auch wenn es "nur" upcycling ist) ist HWK pflichtig. Für Existenzgründer gibt es die Regelung, dass es im Jahr der Anmeldung beitragsfrei ist udn die folgenden 4 Jahre der halbe Beitrag zu entrichten ist. das wären dann 67,50 Euro pro Jahr.

Übrigens schwach von der Kollegin, dass sie das nicht wusste, bzw. in 2 Minuten recherchiert hat. Das muss bei 100,- Euro drin sein.

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