Kirchensteuersatz

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Das Kirchensteuergesetz des Landes Bayern sagt in Art. 6 Abs 1:

"Umlagepflichtig sind die Angehörigen der in Art. 1 genannten Gemeinschaften, die im Freistaat Bayern einen Wohnsitz oder den gewöhnlichen Aufenthalt haben und mit einem Steuerbetrag zur Einkommensteuer veranlagt sind oder von deren Einkünften ein Steuerabzug vorgenommen wird. Von der Umlagepflicht sind Arbeitnehmer mit einem Wohnsitz oder dem gewöhnlichen Aufenthalt im Freistaat Bayern insoweit ausgenommen, als sie in einem anderen Land zur Umlage im Lohnabzugsverfahren herangezogen werden."

Absatz 2 sagt

"Umlagepflichtig sind außerdem die außerhalb des Freistaates Bayern wohnhaften Angehörigen der entsprechenden Gemeinschaften, soweit für ihre Einkünfte aus einer im Freistaat Bayern gelegenen Betriebsstätte im Sinn des Lohnsteuerrechts Lohnsteuer einbehalten wird. Umlagepflichtig sind auch die außerhalb des Freistaates Bayern wohnhaften Angehörigen einer nach diesem Gesetz oder dem Recht ihres Wohnsitzlandes für die Kirchenkapitalertragsteuer hebeberechtigten Gemeinschaft, soweit ein in Bayern ansässiger Abzugsverpflichteter von ihren Kapitalerträgen Kirchenkapitalertragsteuer einbehält und abführt; hierbei ist der nach Art. 8 Abs. 1 Satz 4 bestimmte Umlagesatz anzuwenden."

In Niedersachsen sagt das Kirchensteuergesetz §3 Abs 1

"Kirchensteuerpflichtig ist unbeschadet des § 12 der Kirchenangehörige, der seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Sinne der §§ 8 und 9 der Abgabenordnung in der jeweils geltenden Fassung im Geltungsbereich dieses Gesetzes hat."

§2 Abs 8 sagt außerdem:

"Bei mehrfachem Wohnsitz oder mehrfachem gewöhnlichen Aufenthalt eines Kirchenangehörigen darf die Kirchensteuer nicht den Betrag übersteigen, den der Kirchenangehörige bei Heranziehung an dem Wohnsitz oder dem gewöhnlichen Aufenthalt mit der höchsten Steuerbelastung zu entrichten hätte; Absatz 5 und die §§ 12 und 13 bleiben unberührt."

§12 führt außerdem aus

"Der Arbeitgeber hat die Bestimmungen, insbesondere den Kirchensteuersatz anzuwenden, die am Ort der Betriebstätte für die dem Bekenntnis des Arbeitnehmers angehörenden Kirchenangehörigen gelten. Gilt am Ort des Wohnsitzes oder des gewöhnlichen Aufenthalts des Arbeitnehmers ein anderer Kirchensteuersatz, so kann das Finanzamt der Betriebstätte dem Arbeitgeber auf Antrag genehmigen, die Kirchensteuer dieses Arbeitnehmers nach dem am Ort des Wohnsitzes oder des gewöhnlichen Aufenthalts geltenden Kirchensteuersatz abzuziehen und abzuführen. Die Genehmigung des Finanzamts bedarf zu ihrer Wirksamkeit der Zustimmung der Landeskirche, Diözese oder anderen Religionsgemeinschaft, in deren Gebiet der Arbeitgeber die Betriebstätte unterhält."

Nun kann man die Puzzleteile zusammensetzen :-)

Es kommt also darauf an, wo Wohnsitz, gewöhnlicher Aufenthalt und Betriebsstätte sind. Weiterhin wird Bezug auf Lohnabzugsverfahren genommen, d.h. ich interpretiere das mal so, daß ein in Niedersachsen tätiger, bayerischer Selbständiger anders besteuert wird als ein in Niedersachsen angestellter, der aus Bayern stammt - beide mit Wohnsitz in Bayern.

Im vorliegenden Fall nehme ich mal ein angestelltes Arbeitsverhältnis bei einem Unternehmen in Niedersachsen an, weiterhin nehme ich den Wohnsitz in Niedersachsen an. Damit wäre der Betreffende in Niedersachsen (wo auch Lohnsteuer abgezogen wird) kirchensteuerpflichtig. Allerdings könnte aus der Affinität zur bayerischen Kirchengemeinde vielleicht noch eine Kirchgeldverpflichtung abzuleiten sein.

In diesem Fall sollte man in der Steuererklärung (gesonderten Anlage) deutlich machen, welches Bundesland früher zuständig war und wann der Umzug erfolgte. ( damit vermeidet man einen überhöhten Kirchensteuerabzug für das ganze Jahr ) K.

Du sagst also auch, dass der Kirchensteuersatz am Wohnsitz gilt - nicht der am Sitz der Kirchengemeinde?

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@vulkanismus

*fg

So, wie der Osten nichts mit dem Solidaritätszuschlag zu tun hat... :-)))

4

Dem in Niedersachen natürlich, weil es nach dem Wohnsitz geht.

Was würde gelten, wenn derjenige - nehmen wir mal an, nicht in Niedersachsen wohnt, sondern in Afrika und in Deutschland nur beschränkt steuerpflichtig ist (sagen wir mal: mit einem Mietshaus in Niedersachsen)?

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@blackleather

Dann würde er wohl keine Kirchensteuer zahlen, denn er hat im Inland weder Wohnsitz, noch gewöhnlichen Aufenthalt.

2
@blackleather

richtig gute Frage. ich habe keine Ahnung.

Ich gehe aber davon aus, dass es nach dem Finanzamt geht, was für die beschränkte Veranlagung zuständig ist.

Respektive das letzte Wohnsitzfinanzamt. Wird aber interessant, weil man bestimmte Zuständigkeiten bundesweit konzentriert hat, z. B. Auslandsrentner in Neubrandenburg.

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@gandalf94305

???? Mietshaus in Niedersachsen, somit inländische Einkünfte, somit ggf. beschränkt steuerpflichtig.

Ich habe die Frage so verstanden, "Deutsche einkommensteuerschuld, aber ohne einen deutschen Wohnsitz, also welcher Kirchensteuersatz."

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