Kindergeld bei Kind mit Behinderung 50 % über 25 Jahre

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Auszüge aus der DA-FamEStG (Dienstanweisung der Familienkassen): Eine Behinderung führt nur dann zu einer Berücksichtigung nach § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 EStG ohne altersmäßige Begrenzung -, wenn die Behinderung vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetreten ist und das Kind nach den Gesamtumständen des Einzelfalles wegen der Behinderung außerstande ist, sich selbst zu unterhalten.

Die Ursächlichkeit der Behinderung für die Unfähigkeit des Kindes, sich selbst zu unterhalten, wird grundsätzlich zu verneinen sein, wenn der Grad der Behinderung weniger als 50 beträgt und besondere Umstände dafür, dass auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt keine Erwerbstätigkeit ausgeübt werden kann, nicht ersichtlich sind. Allein die Feststellung eines sehr hohen Grades der Behinderung rechtfertigt die Annahme der Ursächlichkeit nicht.

Die Ursächlichkeit der Behinderung für die Unfähigkeit des Kindes, sich selbst zu unterhalten, kann grundsätzlich angenommen werden, wenn:

der Grad der Behinderung 50 oder mehr beträgt und besondere Umstände hinzutreten, aufgrund derer eine Erwerbstätigkeit unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes ausgeschlossen erscheint. Als besondere Umstände gelten z. B. Unterbringung in einer Werkstatt für behinderte Menschen, Bezug von Grundsicherungsleistungen nach dem SGB XII, oder die Fortdauer einer Schul-oder Berufsausbildung eines Kindes aufgrund seiner Behinderung über das 25. Lebensjahr hinaus, im Ausweis über die Eigenschaft als schwerbehinderter Mensch oder im Feststellungsbescheid das Merkmal „H“ (hilflos) eingetragen ist. Dem Merkzeichen „H“ steht die Einstufung als Schwerstpflegebedürftiger in Pflegestufe III nach dem SGB XI oder diesem entsprechenden Bestimmungen gleich. Die Einstufung als Schwerstpflegebedürftiger ist durch Vorlage des entsprechenden Bescheides nachzuweisen.

Bestehen Zweifel an der Ursächlichkeit der Behinderung, ist eine Stellungnahme der Reha/SB-Stelle der Agentur für Arbeit darüber einzuholen, ob die Voraussetzungen für eine Mehrfachanrechnung gem. § 76 Abs. 1 SGB IX erfüllt sind oder ob das Kind nach Art und Umfang seiner Behinderung in der Lage ist, eine arbeitslosenversicherungspflichtige, mindestens 15 Stunden wöchentlich umfassende Beschäftigung unter den üblichen Bedingungen des für ihn in Betracht kommenden Arbeitsmarktes auszuüben.

http://www.sozialhilfe24.de/forum/kindergeld/kindergeld-ueber-25-wegen-behinderung-16739.html

unser Sohn 28 Jahre ,mit einer Behinderung von 80 % erhält seit 2012 nur durch diese Gesetzesänderung beim Kindergeld kein Kindergeld mehr. Nach vielen Gesprächen mit der Kindergeldkasse warum dieses so ist,stellte sich heraus, das mit dieser Änderung sich zwar für alle Kinder die Einkommensgrenze weggefallen ist ,aber bei behinderten Kindern nach dem Grundfreibetrag berechnet wird. Daß heißt bis 2011 hatten alle Kinder Freibeträge -Steuerfreibetrag 1000 € -bei Behinderten Kindern 102 € -Behindertenpauschbetrag(je nach Grad der Behinderung) -Werbungskosten - sowie eine Kostenpauschale von 180 € welche vom Einkommen abgezogen werden konnten. Da für behinderte Kinder jetzt der Grundfreibetrag angesetzt wurde,wurde diese Kostenpauschale angeblich ersatzlos gestrichen. Bei 180 € (mtl. 15 €) weniger im Monat kam es dadurch bei unserem Sohn zu einer Überschreitung des Grundfreibetrages 2012 (8004 €) in Höhe von 1,18 €. Nichts ahnend von dieser Änderung mußten wir für 2012 das gesamte Kindergeld zurückzahlen. Vieleicht ist dies auch bei Ihnen der Fall. Es wurde mal wieder auf Kosten der Schwächsten gespart . Anfang Nov.2012 haben wir eine Petition beim Bundestag eingereicht wegen Benachteiligung behinderter Kinder nach diesem neuen Gesetz(dem einem wirds gegeben und dem anderen genommen). Allerdings kann eine Bearbeitung zwischen Monaten und Jahren dauern.

Hallo und vielen Dank für die Antwort. Da sich ja - schau hier mal den Link weiter oben. Ich hatte vorhin geschrieben der Link von Primus ich meine aber wohl eher den von jowaku. Die Einkommensgrenzen sind dann offenbar doch nach oben gesetzt worden. Vielleicht besteht dann doch wieder Anspruch.

Es ist wirklich müssig zu wiederholen, wie nervenaufreibend dieses ganze Procedere ist. Als hätte man keine anderen Hobbies, als sich mit so etwas herum zu schlagen.

LG MissTraut

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