Kinder als Schlusserben, eines soll aber Vermächtnis erhalten - geht das?

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Möglich ist das. Ein solches Testament bedarf allerdings schon einer ausgefeilten Formulierung um nicht Mißverständnisse zu verursachen: Was unbedingt in das Testament aufgenommen werden muß ist die Vorgeschichte mit dem verschenkten Grundstück. Ich hoffe doch, dass in der dafür erstellten notariellen Urkunde vermerkt war, dass die Schenkung unter Anrechnung auf eventuelle Pflichtteilsansprüche erfolgt war. Damit wird klargestellt, dass das zu Deinen Gunsten beabsichtigte Vorausvermächtnis nicht etwa eine einseitige Begünstigung darstellt. Ich würde es in solchen Fällen für besser halte, ein notarielles Testament aufsetzen zu lassen. Damit ist dann auch gewährleistet, dass die Urkunde nicht verloren gehen kann.

Zunächst bestimmen die Erblasser eine "gerechte Erbauseinandersetzung" - die gewünschte Vermächtnisbestimmung müsste also gewollt sein. Bei einem bestehenden wechselseitigen Testament käme sie nur lebzeitig beider Testierenden in Betacht.

Und wäre unwirksam, wenn der Reinnachlass des längstlebenden Vorerben durch Krankheits- oder Pflegekosten so gering würde, dass dessen Erfllung nicht möglich wäre oder weniger als der Pflichtteilsanspruch des Schlusserben verbliebe.

Im dem Fall bliebe nur ein degressiver Pflichtteilsergänzungsanspruch des unbegünstigten Schlusserben innerhalb von 10 Jahren nach Grundstücksübertragung.

G imager761

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