Kilometerpauschale vom Bruttolohn abgezogen?

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5 Antworten

Das Finanzamt zahlt die Reisekosten nicht voll aus, sondern die werden lediglich als Abzug vom Bruttojahresarbeitslohn als sog.'Werbungkosten behandelt. Da schon ein paushaler Betrag von 1000,-€ in die Lohnsteuertabelle eingearbeitet ist, wirkt sich die Berücksichtigung nicht mehr ganz so hoch aus. Beispiel: geltend gemachte Reisekosten wären 3.000€ davon würden nur noch 2000€ steuerlich sich auswirken, da der Werbungkostenpauschbetrag von 1000€ in der Lohnsteuertabelle miteingearbeitet ist. Wenn vom Arbeitgeber für die wechselnden Einsatzstellen schon ein steuerfreier Zuschuss gezahlt wurde, dann wird dieser Betrag z.B. 1.500€ von den gesamten Werbungskosten hier bei dem Beispiel 3000€ abgezogen. Somit verbleibt ein abzugfähiger Werbungskostenbetrag von 1.500,-, der sich aber nur noch um 500€ steuerlich auswirkt. Nimmt man einen Grenzsteuersatz von z.B. 25% an,dann ergibt sich ein Erstattungsbetrag von ca. 125,-€. Folgerung daraus, es ist steuerlich vorteilhafter, wenn der Arbeitgeber die Aufwendungen für die Einsatzwechseltätigkeit im steuerlichen Rahmen dem Arbeitnehmer erstattet. Denn die geltend gemachten Aufwendungen von 3000,- werden vom Finanzamt nur angerechnet und vom Jahresbruttolohn zum Abzug gebracht und nicht erstattet.

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Wenn Dein Arbeitgeber eine Verpflegungsmehrkostenpauschale auszahlt oder eine Vergütung gefahrener Kilometer, dann bekommst Du dies steuerfrei mit dem entsprechenden Betrag. Fährst Du also 30 min hin und 30 min zurück jeweils 40 km zu einer (nicht regelmäßigen) Arbeitsstätte und arbeitest dort 8 Stunden, ohne ein Frühstück, Mittagessen oder Abendessen kostenfrei zu erhalten, so kann der Arbeitgeber 80 * 0,30 EUR = 24,00 EUR plus 6 EUR Verpflegungsmehrkostenpauschale, d.h. in Summe 30 EUR auszahlen.

Macht das der Arbeitgeber nicht oder nur teilweise, dann bleibt ein Differenzbetrag zu den berechneten 30 EUR übrig. Den kannst Du steuerlich als Werbungskosten geltend machen. Das bedeutet dann nicht, daß das Finanzamt den fehlenden Betrag auf 30 EUR aufrundet, sondern nur, daß Du für den Differenzbetrag dann keine Steuern zahlen mußt.

Beispiel:

  • An 220 Tagen werden im Mittel je 80 km zu wechselnden Einsatzorten gefahren.

  • An jedem Arbeitstag betrug die Abwesenheit mehr als 8 und weniger als 14 Stunden.

  • Der Arbeitgeber zahlt pauschal 20 EUR pro Arbeitstag als Fahrtkostenpauschale.

Für einen Dienstreisetag kannst Du also 80 * 0,30 EUR + 6,00 EUR = 30,00 EUR geltend machen. 20,00 EUR zahlt der Arbeitgeber, d.h. 10,00 EUR verbleiben bei Dir. Für 220 Arbeitstage sind das 2.200 EUR. Abzüglich 1.000 EUR Werbungskosten, die bereits als Pauschale in die Lohnsteuertabellen eingerechnet sind, wären das also 1.200 EUR Abzug vom zu versteuernden Einkommen. Hast Du einen Grenzsteuersatz von z.B. 20%, so wären das grob 240 EUR an Einkommensteuererstattung. Das ist natürlich weniger als die 2.200 EUR, die der Arbeitgeber hätte steuerfrei erstatten können.

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Kommentar von Newman
03.10.2013, 17:38

Wenn Dein Arbeitgeber eine Verpflegungsmehrkostenpauschale auszahlt oder eine Vergütung gefahrener Kilometer, dann bekommst Du dies steuerfrei mit dem entsprechenden Betrag.

Wir reden hier von 5,11€ Verpflegung und 0,29 Cent Fahrgeld PRO TAG!! (Nicht pro Km.) Also keine 0,30 * 80, sondern nur *1!

Macht das der Arbeitgeber nicht oder nur teilweise, dann bleibt ein Differenzbetrag zu den berechneten 30 EUR übrig. Den kannst Du steuerlich als Werbungskosten geltend machen. Das bedeutet dann nicht, daß das Finanzamt den fehlenden Betrag auf 30 EUR aufrundet, sondern nur, daß Du für den Differenzbetrag dann keine Steuern zahlen mußt.

Warum wird nicht aufgerundet? Seh ich das jetzt richtig, das ich wegen pro Tag 0,29 gezahlter Cent auf fast 100% meines mir zustehenden Kilometergeldes verzichten muss, bzw. das ich dieses nur anteilig ausgezahlt bekomme???

Wie komme ich dann an die volle Summe? Bringts mir was, auf die Leistungen des Arbeitgebers komplett zu verzichten, um am Jahresende "mehr" unterm Strich zu haben??

MFG Andy

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Allen bis hierher erstmal n Dankeschön für die Infos, die ich hier erhalten habe. Habe heute den Sachbearbeiter im FA persönlich besucht, und konnte daher mein Problem ausführlich erörtern.

Ende vom Lied war, das soweit alles stimmt und passt. Einzig mein Kilometergeld wurde nicht nach Dienstreise abgerechnet, weil ein Schriftstück des Arbeitgebers fehlte.

(Interessant ist aber, das man vom FA auf solche Sachen nicht hingewiesen wird. Die wolln eben auch nich mehr zahlen, als sie sollen.) Aber egal, das Ding wird nachgereicht, und dann gibts die vollen 60 Cent.

MFG Andy

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wurde aber nicht, wie vom Gesetz her möglich, die Hin und Rückfahrt berechnet

das ist eine Frage, die du zu klären hast. Das Finanzamt sieht wohl die Arbeitsstelle als regelmässig an. Damit greift die Entfernungspauschale und die nimmt nur die Distanz, nicht die gefahrenen km.

Wären es Dienstreisen, dann kämen Verpflegungsmehraufwand und die gefahrenen km in Frage. Die könnten mit dem Arbeitgeber nach den üblichen Sätzen abgerechnet werden. Zahlt der AG, dann sind diese Zahlungen steuerfrei. Zahlt er nur einen Anteil, dann ist dieser steuerfrei, der nicht bezahlte Betrag greift bei dir bei der Steuer. Du setzt dies als Werbungskosten an. Diese verringern dein zu versteuerndes Einkommen. Und damit fährst du letztendlich schlechter als mit den Zahlungen durch die Firma.

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Kommentar von Newman
03.10.2013, 22:18

Also sehe ich das so richtig, das das FA soweit alles richtig berechnet hat, und ich lediglich noch bei der doppelten Wegberechnung ne Chance habe, ein paar € geltend zu machen?

Mich wundert das ganze nur, weil ich über die Jahre immer mehr Brutto aufm Schein stehen habe, immer mehr Steuern zahle, und immer weniger wieder bekomme! Gab zeiten, da hatte ich das Doppelte zurück bekommen...

MFG Andy

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Hat Dein Arbeitgeber Dir Wege-/Verpflegungsgeld erstattet?

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Kommentar von Newman
03.10.2013, 14:24

Zum Teil. Wurde aber sowol vom Steuerprogramm sowie vom Finanzamt gegengerechet.

Laut Gesetz hätte ich Anspruch auf ~ 1000,- Verpflegung und ~1400,- Wegegeld.

330,- hat der AG gezahlt. Der Rest steht offen...

Eff. standen im Programm ~1200,- unterm Strich. 550,- wurden ausgezahlt. Und das ist die Summe, die das Steuerprog. ohne Wege/Verpflegungsgeld ausgespuckt hatte. Daher vermute ich, das das fehlt.

MFG Andy

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