Kieferorthopädische Behandlung für 24 jährigen Sohn (Student) steuerlich absetzbar?

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2 Antworten

Ich hab das hier gefunden:

"Besondere Unterstützungsleistungen
Unterstützen Sie Angehörige oder andere Ihnen nahestehende Personen, müssen Sie zuerst prüfen, ob Ihre Unterstützungsleistungen als außergewöhnliche Belastungen nach § 33a Abs. 1 EStG bis zum Unterhaltshöchstbetrag absetzbar sind. Werden für eine bedürftige Person in besonderen Fällen auch Kosten übernommen, die über den normalen Unterhalt hinausgehen (atypische Unterhaltsleistungen), können diese unter bestimmten Voraussetzungen als allgemeine außergewöhnliche Belastung nach § 33 EStG abgezogen werden. Das ist auch möglich, wenn Sie dieser Person gegenüber nicht unterhaltsverpflichtet sind. Die Leistungen sind vom Empfänger nicht zu versteuern (§ 22 Nr. 1 Satz 2 EStG)

Zu den außergewöhnlichen Unterstützungsleistungen zählen grundsätzlich alle Aufwendungen, die der Empfänger selbst als allgemeine außergewöhnliche Belastungen nach § 33 EStG absetzen dürfte, wenn er sie selbst tragen würde. Solche atypischen Unterstützungen sind vor allem die Übernahme von:

Krankheitskosten für bedürftige Angehörige (H 33.1 Krankheitskosten für Unterhaltsberechtigte EStH 2014),

Kurkosten für Angehörige,

Heimkosten für die Unterbringung der pflegebedürftigen Eltern,

Kosten für die Beschäftigung einer Pflegekraft zur Betreuung der pflegebedürftigen Eltern zu Hause,

Prozesskosten für lebenswichtige Prozesse des Kindes, wie Ehescheidungs-, Sorgerechts- und Unterhaltsverfahren (FG Düsseldorf vom 4.7.1977, EFG 1978 S. 81),

Schäden an Hausrat und Kleidung nach einer Umweltkatastrophe,

Kosten für Fahrten, z.B. Ihres behinderten Kindes zur Schule (BFH-Urteil vom 13.12.2001, III R 6/99, BStBl. 2002 II S. 198), Ihrer kranken Eltern zum Arzt oder zur Apotheke, zur Pflege und Versorgung eines pflegebedürftigen Angehörigen.

Die Übernahme von Studiengebühren wird nicht anerkannt (BFH-Urteil vom 17.12.2009, VI R 63/08, BStBl. 2010 II S. 341).

Übernehmen Sie für einen unterhaltsberechtigten Angehörigen die Kosten der krankheits-, behinderungs- oder pflegebedingten Heimunterbringung, können Sie Ihre Aufwendungen als allgemeine außergewöhnliche Belastung nach § 33 EStG geltend machen (BFH-Urteil vom 24.2.2000, III R 80/97, BStBl. 2000 II S. 294). Das hat den Vorteil, dass Ihre Aufwendungen nicht auf den Unterhaltshöchstbetrag nach § 33a EStG begrenzt sind. Dafür wird allerdings eine zumutbare Belastung angerechnet. Die übernommenen Heimkosten müssen Sie nicht in typische Unterhaltskosten i.S.v. § 33a EStG (für Unterkunft und Verpflegung) und atypische Unterhaltskosten i.S.v. § 33 EStG (für ärztliche Betreuung und Pflege) aufteilen. Die Kosten sind abzüglich der Haushaltsersparnis vielmehr vollständig nach § 33 EStG abzuziehen. Ein Wahlrecht zwischen beiden Abzugsmöglichkeiten besteht ebenfalls nicht (BFH-Urteil vom 30.6.2011, VI R 14/10, BStBl. 2012 II S. 876).

Tragen Sie pflegebedingte Aufwendungen (z.B. pflegebedingte Heimkosten) für einen Angehörigen, von dem Sie Vermögenswerte bekommen haben, zum Beispiel eine Immobilie, dürfen Sie Ihre Aufwendungen nur in der Höhe abziehen, in der sie den Wert des übertragenen Vermögens übersteigen (R 33.3 Abs. 5 EStR 2012). Berücksichtigt wird Vermögen, das Sie bekommen haben, als der Pflegebedürftige bereits im Rentenalter war (BFH-Urteil vom 12.11.1996, III R 38/95, BStBl. 1997 II S. 387), und Vermögen, bei dem die Schenkung weniger als 10 Jahre zurückliegt (solange besteht noch ein Rückforderungsanspruch des Schenkers gemäß §§ 528 f. BGB).

Ein volljähriges Kind ist verpflichtet, sein Vermögen im Rahmen des Zumutbaren zu verwerten, bevor es seine Eltern auf Unterhalt in Anspruch nimmt. Ein schwerbehindertes Kind, das seinen Grundbedarf und behinderungsbedingten Mehrbedarf nicht selbst decken kann, darf allerdings zur Altersvorsorge maßvoll Vermögen bilden (BFH-Urteil vom 11.2.2010, VI R 61/08, BStBl. 2010 II S. 621).

Ein Abzug solcher Unterstützungsleistungen ist möglich, wenn die Kostenübernahme für Sie zwangsläufig ist ist. Von den Einkünften und Bezügen der unterstützten Person ist ein Freibetrag von 1.550,00 € im Jahr für den persönlichen Bedarf abzuziehen (BMF-Schreiben vom 2.12.2002, BStBl. 2002 I S. 1389). Nur soweit der Unterstützungsempfänger seinen besonderen Lebensbedarf mit den dann noch verbleibenden Einkünften, Bezügen und schädlichem Vermögen nicht selbst tragen kann, dürfen Sie Unterstützungsleistungen geltend machen.

Da die Heimkosten bei aufgelöstem Haushalt um eine Haushaltsersparnis gekürzt werden und damit auch Ihre abziehbaren Aufwendungen, können Sie Kosten bis in Höhe der Haushaltsersparnis als typischer Unterhalt nach § 33a EStG geltend machen. Die Haushaltsersparnis ist gleich dem dortigen Unterhaltshöchstbetrag.

Ihre Unterstützungsleistungen tragen Sie in der Steuererklärung in den Mantelbogen Seite 3 unter Andere außergewöhnliche Belastungen ein."

Quelle: Steuernetz

http://www.steuernetz.de/aav_steuernetz/lexikon/K-14496.xhtml?currentModule=home

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Kommentar von tanv93
28.06.2017, 14:29

Erstmal danke für deine Antwort. Der Punkt den ich in deinem Text und auch in vielen anderen Quellen nicht verstehe: Inwiefern spielt das Einkommen des Kindes eine Rolle? Wenn ich Unterhalt zahlen müsste, dann wäre es ja relevant wenn das Kind mehr als 624 ? Euro pro Jahr verdient. Hier geht es aber um eine außergewöhnliche Belastung in Form von Krankheitskosten. Ist hierbei der Verdienst des Kindes ebenfalls relevant? Also bei einem Jahresverdienst des Kindes von 7000 Euro abzgl. 624 Euro, würden 6376 Euro meiner möglichen Steuererleichterung gegengerechnet, wodurch ich bei 0 Euro Erstattung wäre?

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Die Krankheitskosten können geltend gemacht werden.
(vgl. H 33.1 - H 33.4 "Krankheitskosten - für Unterhaltsberechtigte" EStH).

Die zumutbare Belastung ist lt. neuester Rechtsprechung nicht mehr mit dem Höchsttarif, sondern in Staffeltarifen zu ermitteln.
(vgl. BFH-Urteil vom 19.01.2017 - VI R 75/14).

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Kommentar von EnnoWarMal
28.06.2017, 15:22

Nicht einschlägig.

Hier geht es darum, ob die Krankheitskosten einer anderen Person geltend gemacht werden können.

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