Kernsanierung oder neu bauen-was wird günstiger kommen?

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7 Antworten

Je älter das Objekt ist, desto mehr muss investiert werden, um es auf Vordermann zu bringen.

Der Verband privater Bauherren warnt :

"Bei einem Haus aus den 1950ern und 1960ern muss ein Käufer im Schnitt noch einmal 40 Prozent des Kaufpreises in die Sanierung investieren. Das Haus kommt zum Schluss fast anderthalb mal so teuer wie zunächst angenommen“.

Vor der Sanierung eines alten Hauses sollte man immer abwägen, ob sich eine Modernisierung wirklich lohnt, denn:

Zitat :

" • Die Auflagen für Wärmeschutz und bessere Heizungsanlagen sind in den letzten 15 Jahren erheblich strenger geworden.

• Die Ansprüche an die Grundrisse, Fenstergrößen, Elektroinstallationen usw. eines Wohngebäudes haben sich geändert.

• Identische Handwerksarbeiten sind im Rahmen einer Sanierung teurer als bei einem Neubau."

http://www.massiv-mein-haus.de/nuetzliches/sanieren-oder-neu-bauen.html

Vielleicht hilft dir das weiter .

Natürlich solltet ihr aber auch den Aspekt des Denkmalschutzes beachten .

Gruß Z... .

Deine Schwester sollte sich doch erst einmal darüber im Klaren sein, wie ihr neues Zuhause aussehen soll. Dann kann ein Fachmann prüfen, welche Variante die preiswertere ist. Wenn alles bis auf die Außenwände entkernt werden soll, dürfte der Abriss die preiswertere Lösung sein.

Ich habe bei meinem denkmalgeschützten Haus alles beim alten belassen und nur die vorhandene Substanz renoviert. Lediglich die Elektrik, Wasser- und die Gasversorgung wurden zeitgemäß erneuert. Dadurch hatte ich zwar keine Probleme mit dem Denkmalschutz, aber preiswert war dies trotz vieler Eigenleistung nicht. Mein Glück ist nur, dass ich Mieter gefunden habe, die es vorziehen in solch einem Gebäude zu wohnen.

Lediglich die Elektrik, Wasser- und die Gasversorgung wurden zeitgemäß erneuert.

Wärmedämmung (z. B. Fenster , Dach ) und Heizung doch sicherlich auch , oder ?

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Das es offensichtlich ein landwirtschaftliches Anwesen ist, wäre vorab zu klären, ob eine Umwandlung in Wohnraum möglich ist. Falls an Abriss gedacht wird ist zu klären ob ein Neubau überhaupt genehmigungsfähig ist. Dazu am besten eine Bauvoranfrage stellen. Eins kann ich vorab sagen: Falls der Hof im Außenbereich liegt wird man keine Genehmigungen bekommen falls man keine Landwirtschaft betreibt. Auch die Anzahl der Wohnungen wird dann meist auf zwei beschränkt. Aber man kann auch mit Pferdezucht Landwirtschaft betrieben. Übrigens, man kann auch die bestehende alte Fassade in einen Neubau integrieren.

Das kommt sehr auf die erforderlichen Maßnahmen und die Qualität der bestehenden Substanz an.

Ich habe ein Haus von 1951 gekauft: Nachtspeicherheizungen im EG/OG, DG ohne Heizung, 2. DG komplett ungedämmt/ungeheizt, elektrische Leitungen teils in Alurohren verlegt, Holzfenster undicht, Wände von innen gedämmt, kein Vollwärmeschutz, Dach komplett ungedämmt, Kellerdecke ungedämmt, Balkon als Kältebrücke ans Haus angebaut, irgendein Kuhmistestrich auf den Böden im EG/OG, ...

Das Haus wurde auf den Rohbauzustand reduziert und dann neu aufgebaut: Wärmeschutzfenster, komplett neue Verrohrung für Wasser/Abwasser, neue Elektrik, neue Netzwerkverkabelung, Vollwärmeschutz, Solarthermie, Gastherme mit Fußbodenheizung für EG/OG, Radiatorheizung für DG/2.DG, neuer Estrich, ...

Nach Anfangskalkulation war der Weg der Sanierung ca. 150 kEUR günstiger. Nach Durchführung aller Maßnahmen wurde dieser Wert etwas kleiner, da man ja bei der Sanierung dann auch gleich weitere Ideen bekommt :-) Insgesamt dürfte der Abriß mit Neubau jedoch ca. 100 kEUR teurer gewesen sein.

Abgesehen davon war die Sanierung des Hauses mit einem recht steilen Dach sinnvoller für die Solarthermie, da ein neu zu bauendes Haus nicht ein Dach mit ca. 60° Gefälle, sondern nur noch mit ca. 45% Gefälle hätte bekommen dürfen. Das hätte die Energieausbeute vor allem im Herbst/Winter/Frühjahr deutlich reduziert.

Als Richtlinie kann dienen, dass eine Kernsanierung mit dem Ziel, ein dem Neubau vergleichbares Qualitätsniveau zu errechen mindestens so teuer ist wie ein Neubau.

Allerdings hat man manchmal in solchen Fällen keinen Entscheidungsspielraum: Es gibt in Deutschland ja Denkmalschutz und man sollte sich nicht in Sicherheit dadurch wiegen, dass beim Kauf eines solchen Gebäudes noch kein Denkmalschutz bestand. Ich kenne Fälle, wo die Denkmalschützer erst aktiv wurden als bei den Kollegen von der Bauaufsicht der Antrag auf Abrißgenehmigung einging. Dann muß man sanieren,zudem auch noch nach den oft mit hohen Zusatzkosten verbundenen Auflagen des Denkmalschutzes. Nur wenn in Deinem Fall schon die Abrißgenehmigung erteilt worden ist, ist man vor so etwas einigermaßen sicher.

Im übrigen hätte der Denkmalschutz ja auch nicht nur Nachteile, sondern wird immer noch massiv steuerlich gefördert. Es gibt Bauherren die aus diesem Grund sogar die Unterschutzstellung ihrer Anwesen beantragen.

Daneben finden historische Gebäude -auch wenn nur noch die Fassade vorhanden ist- auf dem Immobilienmarkt oft eher Anklang als Neubauten. Man würde sich also wertvollen Kapitals berauben wenn man ohne Notwendigkeit abreißt.

ohne das Objekt selbst zu kennen, ist eine fundierte Aussage nicht möglich, aber dennoch berichte ich auch meinem Bekanntenkreise:

ich kenne nur einen, der sich auf eine Kernsanierung einliess - und den hörte ich nicht nur 1-mal fluchen.

Vielleicht hilft es, wenn ich sage, dass einer von meinen Bekannten Bauträger ist, sich so ein Objekt anschaffte und nicht ansatzweise überlegte, ob Sanieren oder Neubau. Das alte Haus war schneller weg als man schauen konnte. Seine Aussage war klar: wer einen Altbau saniert, hat zuviel Geld, Zeit oder ist ein Liebhaber. Ich will erwähnen, dass wir hier nicht von einem sehr alten Hof, sondern einem Haus aus den 30er Jahren sprechen in Alleinlage. War nichts besonderes.

Und dann kenne ich noch einen, der in einer Nacht und Nebelaktion ein Haus abreissen liess und schnell einen Neubau hochzog, weil die Behörden wohl zu überlegen begannen, was denn nun erlaubt sei. Ihm war die Strafe, die er zahlen musste, lieber als eine aufwendige Sanierung.

Abgesehen davon, dass für diese Frage nur ein Sachverständiger vor Ort Aussagen treffen könnte - ich würde die Sanierung eines Altbau immer vorziehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass in 100 Jahren mal irgendjemand vor einem der heutigen Neubauten steht und sagt "wie schön!" Falls die dann überhaupt noch stehen.

Aber wie gesagt, niemand hier kennt die Bausubstanz etc. Sollte der Hof unter Denkmalschutz stehen, braucht die Schwester zusätzliche Nerven aus Stahl. Ich weiss, wovon ich rede.

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