Keinen Unterhalt mehr nur bei Eigenkündigung, weil angeblich das Betriebsklima schlecht, ?

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2 Antworten

Zunächst ist das Nettoeinkommen des Unterhaltsverpflichteten festzustellen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass gegenüber minderjährigen Kindern eine verschärfte Pflicht zur Erwerbstätigkeit besteht. Der Unterhaltspflichtige muss mit den minderjährigen Kindern quasi "sein letztes Hemd teilen".

  • Bei Arbeitnehmern wird der Durchschnitt aus dem Verdienst der letzten zwölf Monate gebildet. Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld und ähnliche Zuwendungen sind anteilmäßig hineinzurechnen. Gleiches gilt für Steuerrückerstattungen.

  • Erhält der Arbeitnehmer (z.B. als Fernfahrer) Spesen oder "Auslösen" so sind diese im Einzelfall mit 1/3 bis 1/2 in den Verdienst mit einzurechnen.

  • Hinzuzurechnen sind ferner Renten, Aufwandsentschädigungen und alle sonstigen geldwerten Zuwendungen. Der Unterhaltsverpflichtete ist verpflichtet, dem Berechtigten detailliert Auskunft über sein Einkommen zu geben und ihm seine Verdienstabrechnungen und alle anderen Belege vorzulegen.

  • Bei Selbständigen ist der durchschnittliche Gewinn der letzten drei Jahre zu ermitteln. Werden mit der Selbständigkeit "nur Verluste erzielt", kann dies nicht zu Lasten des minderjährigen Kindes gehen. Notfalls hat sich der Selbständige so behandeln zu lassen, als würde er in seinem erlernten Beruf als Arbeitnehmer arbeiten. Wer sich erst selbständig machen will oder gerade gemacht hat, muss zuvor Rücklagen bilden, um seine Unterhaltspflicht auch bei "Anfangsverlusten" erfüllen zu können.

Bei verschuldeter Arbeitslosigkeit muss sich der Betroffene so behandeln lassen, als würde er sein "altes" Gehalt weiter beziehen.

  • Wer unverschuldet arbeitslos geworden ist, muss sich um eine neue Arbeitsstelle bemühen. Die bloße Meldung beim Arbeitsamt genügt dafür nicht. Vielmehr muss der Arbeitslose darüber hinaus selbst aktiv werden. Die Gerichte verlangen dabei bis zu 20 (!) Bewerbungen im Monat. Kommt der Unterhaltsverpflichtete diesen Anforderungen nicht nach, so unterstellen die Gerichte ein Einkommen, das der Betreffende bei entsprechenden Bemühungen erzielen könnte ("fiktives Arbeitseinkommen").

  • Gelegentlich versuchen sich Väter ihrer Unterhaltsverpflichtung gegenüber Kindern aus erster Ehe dadurch zu entledigen, dass sie ein aus einer neuen Beziehung hervorgegangenes Kind betreuen und nur noch als "Hausmann" tätig sind. Wegen der Gleichrangigkeit aller minderjährigen Kinder lassen die Gerichte dies jedoch nicht gelten. Der Hausmann wird auf Nebentätigkeiten und ggf. auf einen "Taschengeldanspruch gegen die neue Ehefrau verwiesen, so dass den Kindern aus erster Ehe wenigstens der Mindestunterhalt verbleibt.

http://www.familienrecht-ratgeber.de/familienrecht/unterhalt/content_03.html

Also bei Eigenkündigung muss er wohl sehr genau nachweisen, dass die arbeitsstelle unzumutbar war.

Die Gerichte gehen, wohl auch nicht zu unrecht, davon aus, dass man für den Unterhalt seiner Kinder auch Probleme auf sich nehmen muss.

or Gericht wird er garantiert Probleme bekommen.

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