Kein Hartz4, kein Geld, und dann noch kündigen?

3 Antworten

Heute bekam ich Kenntnis von Deiner Frage. - Das ist ja eine verzwickte Situation, in der Du Dich befindest.

Weil es Dir körperlich und auch psychisch so schlecht geht, solltest Du schnellstmöglich zum Arzt gehen und ihm berichten, was Du in dem neuen Job erlebst und wie es Dir körperlich und psychisch geht. Ich gehe davon aus, dass er Dich krankschreiben wird.

Frage den Arzt auch, ob er Dir für das Jobcenter eine Bescheinigung ausstellt, dass er Dir die Beendigung des Arbeitsverhältnisses empfiehlt.

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Du bist ja in der Probezeit. Wurde mündlich eine Kündigungsfrist während der Probezeit vereinbart, die im Vertrag erscheinen soll? Wenn nichts vereinbart ist (und so scheint es ja, zumal Dir der Arbeitsvertrag noch nicht einmal schriftlich vorliegt), beträgt die Kündigungsfrist 14 Tage. - Wenn Du dazu etwas nachlesen willst, google mit

arbeitsrecht gesetzliche kündigungsfrist in probezeit

Ich kann verstehen, dass Du einerseits den Job behalten möchtest, weil Du froh bist, ihn überhaupt zu haben, und andererseits möchtest Du so schnell wie möglich von dort weg, und dass dies nervlich sehr belastend ist.

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Geh mit solch einer Bescheinigung (oder auch ohne, wenn der Arzt sie nicht ausstellt) zum Jobcenter. Geh aber nicht allein hin, sondern unbedingt mit einem Beistand / Ämterlotsen (dazu gleich mehr).

Sowieso ist es dringend empfehlenswert, zum Jobcenter in dieser gesamten Situation mit Ämterlotsen zu gehen - einmal weil die Jobsituation so schwierig ist, hinzu kommt, dass wohl einiges mit der Bearbeitung im Jobcenter nicht stimmt. - So Sachen wie zu behaupten, Du seiest nicht zum Termin erschienen, obwohl Du da warst, funktioniert nicht, wenn Du mit Ämterlotsen dort erscheinst!

Zu Deiner Information: Du musst nicht beweisen, dass Du den Bescheid nicht erhalten hast, sondern das muss das Jobcenter (dies zu deren Aussage, am 10. hätten sie den Bescheid losgeschickt).

Die Sache mit dem Auto Deines Onkels, dass man es Dir als Vermögen anlastet, ist ja auch völlig daneben, zumal Du die entsprechenden Unterlagen eingereicht hast. Auch das wäre mit Ämterlotsen wohl nicht passiert.

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Das Jobcenter behauptet ja, dass Du nicht leistungsberechtigt seiest, und dies soll in dem Dir noch nicht zugegangenen Bescheid stehen. - Diese Entscheidung des Bundessozialgerichts habe ich dazu gefunden:

Rüge vom Bundessozialgericht: Sozialhilfe gilt im Härtefall auch für Nicht-Leistungsberechtigte
https://www.hartz4hilfthartz4.de/ruege-vom-bundessozialgericht-sozialhilfe-gilt-im-haertefall-auch-fuer-nicht-leistungsberechtigte/

"Das Bundessozialgericht fand klare Worte: Verweigert das Sozialamt Menschen Unterstützung, welche zwar keinen Anspruch auf ALG II haben, sich jedoch in einer Notlage befinden, stellt dies einen Verfassungsbruch dar. Es sei menschenunwürdig, Betroffenen in einer existenzgefährdenden Lage die Hilfe zu versagen."

Geh gemeinsam mit dem Ämterlotsen zum Sozialamt und lege dar, wie Deine finanzielle Situation ist, und dass Du auf den Bescheid des Jobcenters wartest (nimm entsprechende Unterlagen mit). Dass Du kein Geld für Essen hast, Deine Miete nicht zahlen kannst und deshalb voraussichtlich ab November wohnungslos sein wirst, falls nicht doch ein Wunder geschieht.

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Weil Du in mehrfacher Not bist, kann es auch sehr sinnvoll sein, zu einer Sozialberatung zu gehen (bei der Du einen Blitz-Notfall-Termin hoffentlich bekommst). Google so und füge Deinen Wohnort hinzu (oder den nächstgrößeren, falls Deiner klein ist). Dir werden so (behördenunabhängige) Beratungsstellen gezeigt wie die Diakonie / Diakonisches Werk, Caritas, Paritätischer Wohlfahrtsverband oder die Arbeiterwohlfahrt (AWO). Vereinbare einen Beratungstermin.

Ich gehe davon aus, dass man Dir dort auch behilflich sein wird bei der Formulierung des Widerspruchs, sobald Du den Bescheid des Jobcenters in Händen hältst.

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Vorsorglich meine Hinweise für Arbeitslose (ALG 1 und ALG 2 / Hartz IV) und Aufstocker sowie Grundsicherungsbezieher - Du wirst leicht erkennen, was auf Deine Situation zutrifft. Auch die Warnung für Hartz IV-Bezieher (letzter Absatz) gebe ich Dir vorsorglich mit rein:

Umgang mit Sozialbehörden

Mit dem Amt nichts telefonisch klären (das kann man später nie beweisen). Alles schriftlich machen. Am besten Schreiben, Belege und Anträge persönlich abgeben. - Den Erhalt des Schreibens lässt man sich auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel, Datum und Unterschrift bestätigen. (Dies verlangt man mit ruhigem, freundlichem Ton und reicht das Schreiben rüber, „und hier brauche ich noch Stempel mit Datum und Unterschrift“).

Wenn man nur etwas abgeben will, dann wie üblich ein Schreiben aufsetzen, in dem erklärt wird, was "als Anlage" überreicht wird - sind es mehrere Anlagen, diese mit Nummern versehen aufzählen. (Achtung! Anlagen immer als Kopie einreichen. Falls ausnahmsweise mal ein Original verlangt wird, dann davon für die eigenen Unterlagen eine Kopie machen.) - Wiederum dieses Anschreiben auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel und Unterschrift bestätigen lassen.

Diese Bestätigungen sind Gold wert, sie sind mehr wert als ein Einschreibebeleg (mit dem ja nur der Eingang eines Umschlags bestätigt wird).

Mit einer solchen Bestätigung kann von Seiten der Behörde nicht behauptet werden, Schreiben und Belege seien nicht eingegangen. Und wenn doch, eine Fotokopie von deren Bestätigung vorlegen (das Original unbedingt wie eine Kostbarkeit hüten). - Nicht (oder angeblich nicht) abgegebene Unterlagen kann als Verstoß gegen die Mitwirkungspflicht gedeutet werden, was zu Sanktionen führen kann = Kürzung von Geld. - Und: Werden so die Unterlagen / Belege abgegeben, wird erfahrungsgemäß allgemein die Sache zügiger bearbeitet.

Falls Du meinst, ich würde übertreiben, google mit jobcenter unterlagen verloren und lies auch dies: Hartz IV: Verschwundene Unterlagen mit System? http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-verschwundene-unterlagen-mit-system.phpp

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Im Gespräch mit den Mitarbeitern immer korrekt und konzentriert sein. Wenn die Mitarbeiter freundlich und zugewandt sind: Auch Infos im Vertrauen landen in der Akte und können später gegen den „Kunden“ (wie es vollmundig bei Sozialbehörden heißt) verwendet werden. - Lies auch

Wichtige Tipps für Hartz-IV-Betroffene http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/wichtige-tipps-fuer-hartz-iv-betroffene.phpp

und

Die häufigsten Hartz IV Fehler der Jobcenter http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/die-haeufigsten-hartz-iv-fehler-der-jobcenter.php

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Oft ist es ratsam, zum Amt einen Beistand als Begleitung mitzunehmen. Dieser Ämterlotse muss nur zuhören und kann dabei Protokoll führen, oder hinterher macht man gemeinsam ein Erinnerungsprotokoll. Der Beistand kann aber auch für Dich Erklärungen abgeben, dazu § 13, Absatz 4 SGB X (google mit 13 sgb 10):

  • (4) Ein Beteiligter kann zu Verhandlungen und Besprechungen mit einem Beistand erscheinen. Das von dem Beistand Vorgetragene gilt als von dem Beteiligten vorgebracht, soweit dieser nicht unverzüglich widerspricht.

Für einen ehrenamtlichen Behördenbegleiter = Beistand google jeweils mit Deinem Wohnort (oder dem nächstgrößeren, wenn Deiner klein ist) mit

  • Ämterlotsen
  • Behördenlotsen
  • Behördenbegleiter
  • Hartz IV Mitläufer
  • Hartz IV Gegenwind e.V.
  • Wir gehen mit org

Diese Ämterbegleiter sind wertvolle Hilfen und notfalls auch Zeugen, und (die meisten? alle?) haben für diesen ehrenamtlichen Dienst eine kleine Ausbildung genossen und kennen sich bestenfalls mit den Gesetzen aus. (Sag beim Amt niemals, Du hättest einen Zeugen dabei! Zeugen dürfen des Raumes verwiesen werden - Beistände dagegen nicht, auf die hast Du ein Recht.)

Lebst Du in einer Bedarfsgemeinschaft (oder Haushaltsgemeinschaft): Andere Mitglieder solch einer Gemeinschaft können für Dich kein Beistand sein, denn sie sind nicht neutral, sondern automatisch selbst Betroffene.

Google mit

legitimation eines beistands pdf (die Wörter genau so)

und lade Dir die Datei vom elo-forum runter. Darin erfährst Du die gesetzliche Grundlage für Beistände und dass jeder Bürger ein Recht darauf hat, sich bei Behördengängen von einem Beistand begleiten zu lassen.

In der Info erfährst Du unter anderem, dass wenn Dein Beistand für Dich etwas sagt, und Du widersprichst nicht, gilt es so, als hättest Du selbst es gesagt.

Wenn Du bei einer Sozialberatung bist, frage dort, ob dort Beistände / Ämterlotsen / Behördenbegleiter ehrenamtlich Dienst machen. In Hamburg z.B. bietet die Diakonie Begleitung durch Ämterlotsen an.

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A C H T U N G ! - sehr wichtig für Hartz IV-Bezieher:

Folge den Dir aufgegebenen Mitwirkungspflichten wie Bewerbungen schreiben, an Maßnahmen / Fortbildungen teilnehmen (auch falls Dir eine der Maßnahmen blöd, unsinnig oder für Dich unangemessen erscheinen mag). In solch einem Fall wende Dich an eine Arbeitsloseninitiative / Arbeitslosenberatung / Rechtsberatung. - Bezüglich fehlender Mitwirkung wurde das Gesetz für Hartz IV-Bezieher krass verschärft, und das kann sehr schmerzhafte finanzielle Folgen für Dich haben!

Das Jobcenter kann dann ihren "Kunden" berechnen, was das Jobcenter hätte sparen können, hätte der "Kunde" die Anweisung befolgt und dadurch Arbeit gefunden - und das nicht nur für die Vergangenheit, sondern auch für künftige Jahre. (Das ist also ein Schauen-wir-mal-in-die-Glaskugel-Gesetz, völlig gaga, leider aber real.) Und das kann sehr, sehr, sehr teuer für den "Kunden" werden.

U n d :

Sollst Du im Jobcenter eine Eingliederungsvereinbarung (EGV) unterschreiben, unterschreibe sie nicht dort, nimm sie mit nach Hause!! - Geh auf YouTube und gib dort ein: Eingliederungsvereinbarung. - So bekommst Du viele wertvolle Infos zu diesem Thema.

Die Frau, bei der ich den Antrag beim Jobcenter gestellt habe, hat mich komplett verarscht. War z.B. pünktlich zum Termin erschienen, doch sie lies mich nicht ins Büro mit der Begründung, sie würde telefonieren und ich soll warten. 15 Minuten später kam sie dann aus der Tür und erklärte mir, sie würde jetzt eine Mitteilung schreiben dass ich nicht erschienen sei. Sie lies mich dann jedoch den Antrag abgeben nachdem ich mich über ihr Verhalten beschwerte, doch sie akzeptierte die Nebenkostenabrechnung der Wohnung trotz aller Unterlagen nicht, warf mir vor Vermögen zu haben trotz aller gelisteten Bankkonten und wollte mich zwingen, das Auto meines Onkels als mein eigenes im Antrag anzugeben, obwohl ich ihr sämtliche Papiere inklusive einer Bestätigung seinerseits vorlegte, dass ich das Auto lediglich ab und zu nutzen durfte. Sie gab mir zwei Wochen Zeit, die Angaben zu berichtigen. Doch natürlich akzeptierte sie die Unterlagen auch nicht erneut, da es sich ja aus ihrer Sicht um Falschangaben handelte.

Bei solchen "Sachen" ist es immer hilfreich, beide Seiten zu hören.

Da dies hier nicht möglich ist, kann man Deinen Kommentar zu Deiner Schilderung (ein Frage stellst Du ja nicht, was einiges schliessen lässt) nur als gelesen abhaken.

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Hi, noch ein Denkansatz: Wenn du wahnsinnige Rückenschmerzen hast, könnte ein Arztbesuch und eine Krankschreibung hilfreich sein. Gibt zwar keine Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber aber Krankengeld und evtl. ist eine Eigenkündigung nicht nötig.

Wenn kein Arbeitsvertrag vorliegt, gelten die gesetzlichen Bestimmungen hinsichtlich Kündigungsfristen, Urlaub etc.

Auf der Arbeit sollst und musst du keine "besten Freunde" finden. Mach die Arbeit so gut du kannst, wie du eingearbeitet wurdest, wie die Bedingungen sind. Du hast dich doch schon innerlich verabschiedet, so what?

ALG2, wie kommt die Sachbearbeiterin auf das "Auto deines Onkel´s"? Warte Bescheid ab, mach ggfs. einen Widerspruch. Auch alles andere wirst du klären können, eins nach dem anderen.

Anträge stellt man, was gesagt wird, zählt nicht. Bescheide!

Gerade beim PKW lässt sich das ja leicht durch den KFZ-Schein belegen. Ist der Wagen auf den Onkel zugelassen hat sich das erledigt.

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