Kapitalertragssteuer bei Fonds-Auflösung

2 Antworten

bin Geringverdiener

Liegt Dein zu versteuerndes Einkommen denn unter ca. € 15.700 (alleinstehend) im Jahr? Dann könntest Du auch beim Ausfüllen der Anlage KAP in Zeile 4 die Günstigerprüfung beantragen. Dabei sind alle Kapitaleinkünfte, auch aus Deinen diversen Sparbüchern und Tagesgeldkonten ;-)) anzugeben und und natürlich dieser Fonds, nebst allen beizufügenden Steuerbescheinigungen.

Hier liegt natürlich der eigentliche Ansatzpunkt: "der Ertrag immer den Freitsellungsauftrag unterschritten hat". Das ist sicherlich für die letzten Jahre nachweisbar.

Es handelt sich um einen ausschüttenden Fonds (WKN 972308) mit deutscher Zulassung. Die Kurssteigerungen sind bei diesem vor 2009 angeschafften Fonds steuerfrei. Du mußt nur die Versteuerung der jährlichen Erträge nachweisen bzw. dass sie innerhalb des FSA blieben. Für den Zwischengewinn seit der letzten Auszahlung fällt natürlich noch Abgeltungsteuer an.

Danke für die Infos! ja, mein Einkommen liegt gerade drunter...;-( Ich bin derzeit arbeitslos.

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Bitte nenne mal die ISIN des Fonds. Welcher Fonds war das?

Mein Verdacht ist, daß es sich um einen ausländischen thesaurierenden Fonds handelt, der nun besteuert wird. Da Du eigentlich jedes Jahr die in diesem Steuerjahr angefallenen Erträge hättest versteuern müssen, die Bank das aber nicht weiß, werden alle seit Anschaffung thesaurierten Erträge nun besteuert. Das war die schlechte Nachricht. Die gute Nachricht: wenn Du nachweisen kannst (anhand der Einkommensteuererklärungen), daß zumindest in den letzten 10 Jahren regelmäßig die Erträge in der Steuererklärung angegeben und damit versteuert wurden, bekommst Du die von der Bank abgezogene Steuer für alle Vorjahre zurück. Es wäre lediglich der Betrag für das laufende Jahr zu versteuern, wenn hier bereits eine Thesaurierung erfolgte.

Zweite Quelle für Probleme: wenn Du zwischen dem Geschäftsjahresende und dem Erscheinen des Geschäftsberichts (und damit der Publikation der steuerlich relevanten Daten) den Fonds verkaufst, wird ein Schätzwert für den zum letzten Geschäftsjahresende angefallenen, thesaurierten Ertrag angesetzt. Dies solltest Du entweder von Deiner Bank nach Erscheinen des Berichts auf bundesanzeiger.de korrigiert bekommen oder aber selbst anhand dieser Daten korrigiert in der Einkommensteuererklärung des nächsten Jahres deklarieren. Dann bekommst Du ggf. zuviel gezahlte Steuern zurück.

Dritte mögliche, aber eher unwahrscheinliche Quelle: ein steuerlich intransparenter Fonds.

Vierte, auch eher unwahrscheinliche Quelle: die Einlieferung von Tafelpapieren, d.h. z.B. Fonds, die in einem Schweizer oder Luxemburger Depot gehalten und man manueller Einlieferung in ein deutsche Depot übertragen wurden. Es fehlen dann die Einstandskurse bzw. sogar die Anschaffungsdaten von vor 2009.

Danke, für die hilfreichen Informationen! ...Obwohl sie für mich wohl nicht gut sind. Erstmal, die ISIN ist LU0046307343 Zum 'Verdacht': Die Erträge aus dem Ausland wurden nicht in der Steuererklärung angegeben. In den Abrechnungen steht unter "Anrechenbare ausl. Quellensteuer" jährlich ein Betrag von ca. 5 Euro - damit komme ich nicht auf die Summe die mir nun abgezogen wurde. Zur 'zweiten Quelle der Probleme': Ok, dem ist vermutlich so. (Mich ärgert nur, dass ich im Vorfeld der Kündigung bei der Fondsgesellschaft nachgefragt habe, ob es irgendetwas zu beachten gibt - das haben sie mir nicht verraten)

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@HaraldB

Punkt 1: der UniEuroKapital ist jährlich ausschüttend, d.h. die Ausschüttungen werden von der Bank bereits jährlich versteuert. Es erfolgen zwar Teilthesaurierungen bzw. die Angabe nicht abzugsfähiger Werbungskosten, aber das wird von der Bank bereits berücksichtigt.

Punkt 2: Der Fonds hat (wie viele Union Investment Fonds) Geschäftsjahresende am 30.09., d.h. die Publikation der Erträge ist bereits erfolgt (19.01.2012).

Punkt 3: Nein. Dieser Fonds berichtet über WMDATEN bzw. bundesanzeiger.de und ist damit steuerlich transparent.

Punkt 4: wohl eher nicht.

Damit bleibt Punkt 5 :-) Besteuerung der Zwischengewinne. Das sind zum 16.08.2012 immerhin 0,65 EUR je Anteil. Die Abrechnung sollte darüber Aufschluss geben. Etwas anderes als die Zwischengewinne sollte jedoch auch nicht besteuert werden, denn der Fonds ist ja klar Altbestand. Wie viele Anteile hattest Du denn und wie viel Steuer wurde insgesamt abgezogen?

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@gandalf94305

ok, Danke. Ich hab jetzt mal meine Anteile mit dem Zwischengewinn (0,65) multipliziert, die Summe meines Freitsellungsauftrages abgezogen - dann komm ich ca auf die Summe, die auf der Überweisung genannt ist bzw abgezogen wurde. Puh. Jetzt warte ich die Abrechnung ab. Also, nochmal zur Sicherheit, das einzige was ich jetzt tun kann/muss/sollte ist die Günstigerprüfung in der nächsten Steuererklärung?!

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