Kapitalerhöhung: Preis der neuen Aktien unter dem aktuellen Kurs

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Die € 10 Differenz entstammen einem unvollständigen "Apfel-Birnen-Vergleich", weil die beiden Kurse noch mit der jeweiligen Stückzahl gewichtet werden müssen. Die gewogene Differenz ist ein Bezugsrecht, das den Altaktionären zum Ausgleich für die Kursverwässerung gegeben wird (kein geldwerter Vorteil). Allerdings unterliegen die neuen Aktien (der Altaktionäre aus 2008) der Abgeltungssteuer.

Informationen über das Bezugsrecht und seiner Berechnung findest Du hier: http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/bezugsrecht.html. Soviel zur Technik.

Warum? Wenn es nur um Kurskosmetik ginge und der optisch hohe Kurs käuferfreundlich gesenkt werden sollte, würde man ein Aktiensplitting vornehmen oder Gratisaktien ausgeben.

Neue Aktien werden ausgegeben, um sich am (Aktien-)Kapitalmarkt langfristig Mittel zu beschaffen, manchmal mit Nennung des konkreten Verwendungszweckes (z. B. "Errichtung einer PPP-Produktionsanlage in Brasilien"), manchmal nur mit pauschaler Angabe "für allgemeine Zwecke der Unternehmensfinanzierung". Vielfach steckt derzeit aber auch die "Kreditklemme" dahinter, weil sich Unternehmen bei Bankkonsortien nicht verschulden können (oder nur sehr teuer) und sie andererseits keine Anleihen begeben können oder wollen.

Der Kaufpreis für die Neuen Aktien muss geirnger sein, als der aktuelle Kurs, weil ja eine vergrößerung der Kapitalbasis ohnehin eine Verschlechterung des Aktienkurss bringt.

Das nciht mit einem Bietverfahren zu machen, hat einfach den Vorteil, man weiss genau, was reinkommt udn für die Aktionäre der Vorteil, das sie praktisch sofort etwas gewinnen, also ihr Bezugsrecht wahrnehmen werden.

Die Differenz zwischen dem Ausgabekurs und dem Aktuellen Kurs trägt, wenn man so will der Aktieneigentümer, der die Aktien eventuell 1 Tag zuvor, teurer erworben hat.

Was möchtest Du wissen?