Kann Reisezeit als Arbeitszeit geltend gemacht werden?

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Die Fahrt von zuhause bis zu Deinem regelmäßigen Arbeitsort (i.a. der Standort des Arbeitgebers, der lt. Arbeitsvertrag Dein Dienstort ist), wird vom Arbeitgeber normalerweise nicht vergütet, da es sich um keine Arbeitszeit handelt. Der Arbeitgeber kann einen Zuschuß für die Fahrt gewähren (z.B. einen festen EUR-Betrag pro Arbeitstag), muß aber nicht, sofern nicht eine Betriebsvereinbarung das vorschreibt.

Die Fahrt vom Arbeitgeber zu einem Projektstandort, Kunden, Partner etc. ist eine Dienstreise. Fährst Du von Deiner Wohnung direkt dorthin, beginnt die Dienstreise bereits an Deiner Haustür. Reisezeit ist Arbeitszeit. Ob sie vergütet wird, hängt von Deinem Vertrag und ggf. eine bestehenden Betriebsvereinbarung zu Dienstreisen ab. Es gibt keine gesetzliche Pflicht, Reisezeiten zu vergüten. Das kann einzelvertraglich geregelt werden. Es gibt also verschiedene Möglichkeiten, von denen ich weiß, daß sie alle real existieren:

  • Keine Vergütung von Reisezeiten, da mit dem Gehalt abgegolten

  • Vergütung von Reisezeiten bis zu einer max. Arbeitsstundenzahl pro Tag (z.B. 8 Stunden Arbeit, 6 Stunden Reisezeit, es werden nur 2 Stunden auf das Gleitzeitkonto angerechnet, da die Deckelung bei 10 Std. erfolgt)

  • Hälftige Vergütung von Reisezeiten

  • Volle Vergütung von Reisezeiten

Es kommt auch darauf an, was die Auftraggeber bezahlen. Bei vielen Rahmenvereinbarungen von Unternehmen mit Kunden sind Reisezeiten nicht separat zu vergüten, d.h. diese Unternehmen werden mit ihren häufig auf Dienstreisen befindlichen Mitarbeitern auch entsprechende Verträge abschließen wollen.

Daher:

  • Lies Deinen Arbeitsvertrag

  • Lies nochmals die Betriebsvereinbarungen zum Thema (auch die zur Gleitzeitregelung)

  • Sprich mit dem Betriebsrat

PS: Zwei Stunden Fahrt sind natürlich nicht viel, sammeln sich jedoch an. Wie steht es denn mit der Vergütung der Reise-km?

DH.

so kenne ich das auch. Da fällt mir auf, dass wir für alles Regelungen haben, Gerichtsurteile etc. Aber für sowas scheint es noch keine Gesetze oder Urteile zu geben...

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@freelance

Man muß vielleicht nicht gleich alles gesetzlich regulieren wollen. Jeder kann doch bei der Bewerbung fragen, wie das gehandhabt wird... und gerade Beratungsjobs sind doch am Anfang eher dazu da, daß der Berater etwas lernt, als daß man hier jede Minute Reisezeit vergütet haben will.

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