Kann Mieteinnahme "verlangt" werden?

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5 Antworten

Das Fianzamt kann verlangen, dass mindestens 58 % der ortsüblichen Vergleichsmeite angesetzt werden

Wenn ich eine Wohnung an Angehörige vermiete, streicht das Finanzamt doch garantiert meine Kosten, oder?

Sie sind Eigentümer einer vermieteten Immobilie? Wenn Sie Ihre Wohnung an Angehörige vermieten, dann sollten Sie unbedingt darauf achten, dass die vereinbarte Warmmiete inklusive Nebenkosten mindestens 56 % der ortsüblichen Miete inklusive umlagefähiger Nebenkosten beträgt. Wenn Sie unterhalb dieser Grenze liegen, dann streicht Ihnen das Finanzamt die Werbungskosten entsprechend.

Sind die Kosten für die Wohnung höher als die Mieteinnahmen, dann erhöhen Sie mit einem niedrigen Mietentgelt von genau 56 % Ihren Verlust, der dann mit den anderen positiven Einkünften verrechnet wird. Hier ein kleines Beispiel: Sie vermieten eine 50-qm-Wohnung an Ihren Bruder. Auf dem freien Markt würde die Wohnung 300 Euro pro Monat, also 3.600 Euro ortsübliche Jahresmiete einschließlich Umlagen kosten. Verlangen Sie nun mindestens 2.016 Euro, könnten Sie trotzdem noch sämtliche Werbungskosten wie „Absetzung für Abnutzung“ (= AfA), Schuldzinsen, Grundsteuer usw. ansetzen. Der Verlust wäre hier um rund 1.600 Euro höher, was zu einer durchschnittlichen Steuerersparnis von 480 Euro führen würde.

Quelle: § 9 Abs. 1 Satz 1 und Satz 3 Nr. 1 EStG sowie § 21 Abs. 2 EStG

http://www.cecu.de/1635+M57bb0ae1b13.html

Also ich kann mir nicht vorstellen, daß das Finanzamt einen quasi zwingen kann, von der eigenen Tochter Miete zu verlangen. Wenn Du keine Kosten von der Wohnung zu Deiner steuerlichen Entlasung ansetzt, dann glaube ich nicht, daß das Finanzamt eine fikive, wenn auch niedrige Miete ansetzen darf. Da würde ich es glatt auf eine Klage ankommen lassen.

ich tue das auch, wenn auch nur tageweise oder an den Wochenenden. Ich bin auch dort gemeldet. Aber von Seiten des Finanzamts gab es bei meinen Eltern noch keine Anfrage wg. "virtueller" Mieteinnahmen.

Es kann jedoch auch daran liegen, dass bisher keiner dazu eine Angabe gemacht hat und Finanzämter genügend zu tun haben.

Leider kann das Finanzamt tatsächlich eine "fiktive" Miete ansetzen und versteuern.

Offizielle Begründung für diese Forderung ist die Tatsache, dass Du für die Hergabe des Wohnraumes eine Miete kassieren könntest.

Wenn Du das nicht tust, dann fühlt sich das Finanzamt um die daraus normalerweise resultierenden Steuereinnahmen "betrogen" und kassiert deshalb auf dem Weg über das Ansetzen einer fiktiven Miete.

Die "Verwandschaft" wird hier durch die gegenüber der ortsüblichen niedrigeren Miete berücksichtigt.

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