Kann man Wohnungsmiete auch mit Wertpapieren bezahlen?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Es herrscht Vertragsfreiheit. Mieter und Vermieter können sich bezüglich der Mietzahlungen einigen wie sie wollen.

Ob der Mieter seine Miete mit Geld, Wertpapieren oder irgendwelchen Dienstleistungen bezahlt, ob die Miete immer gleich hoch ist oder nicht und ob er sie täglich, monatlich oder jährlich zahlt, das alles ist allein Vereinbarungssache.

Auch dem Finanzamt ist das egal. Hauptsache der Vermieter kann die Jahresmiete in Euro angeben und darüber einen korrekten Nachweis führen.  

Vielen Dank auch für deine Rückmeldung. Nach genau einer solch klaren Aussage habe ich gesucht. Leider bin ich im Netz auf nichts brauchbares gestoßen. Aber zugegebenermaßen handelt es sich auch nicht um eine ganz alltägliche Fragestellung.

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Natürlich kann man sich zivilrechtlich auch auf eine andere Entgeltform vertraglich einigen. Dazu gehört aber auch eine Einigung über die Bewertung der erbrachten Leistung zum Leistungszeitpunkt oder zum Fälligkeitstermin der Miete (einschließlich der vereinbarten Abschläge für Betriebskosten zwecks späterer Betriebskostenabrechnung!).

Nach meiner Einschätzung dürfte aus kapitalertragsteuerlicher Sicht des Vermieters der Anschaffungskurs des Mieters irrelevant sein, sondern der Kurs bei Übertragung der Wertpapiere. Mit diesem Kurs würden m.E. auch die Mieteinnahmen errechnet. Bei mehreren Übertragungszeitpunkten gibt es also auch verschiedene Einstandswerte des Aktienbestandes. Beim Verkauf der übernommenen Aktien ist das Fifo-Prinzip anzuwenden. 



Zunächst vielen Dank für die aufschlussreiche Antwort. Im vorliegenden Fall geht es lediglich um die Bezahlung der Kaltmiete (die Betriebskosten sollen ganz normal beglichen werden). Von daher würde es aus meiner Sicht genügen, wenn man sich zwischen Mieter und Vermieter auf eine fixe Aktienmenge als monatliche, viertjährliche bzw. jährliche Mietzahlung einigen würde.

Zwar hätte der Vermieter in diesem Fall aufgrund von etwaigen Kursschwankungen auch mit schwankenden Mieteinnahmen zu leben, dies dürfte vorliegend jedoch kein unumwindbares Hindernis darstellen.

Wichtig ist dagegen der steuerrechtliche Umgang im Zusammenhang mit der Vereinnahmung der Mieteinnahmen in Form von Wertpapieren. Wenn ich dich jedoch richtig verstehe, bestätigst du meine bisherige Vermutung, dass hierbei stets der jeweilige Aktienkurs bei Übertragung der Wertpapiere vom Mieter auf den Vermieter ausschlaggebend wäre.

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@rentensammler


wenn man sich zwischen Mieter und Vermieter auf eine fixe Aktienmenge als monatliche, viertjährliche bzw. jährliche Mietzahlung einigen würde.

Eine fixe Aktienmenge ist selbst für wenige aufeinander folgende Fälligkeiten unrealistisch, da davon auszugehen ist, dass der jeweils maßgebliche Börsenpreis veränderlich ist.

Da die kleinste handelbare bzw. übertragbare Menge einer Aktie 1 Stück ist, kommt noch eine Rundungsproblematik hinzu. Das Ausmaß dieser Problematik kennt man erst, wenn man die monatliche Nettomiete und die betreffende Aktie (WKN) kennt. 

Auch der letzte Fall muss zivilrechtlich geregelt werden, insb. wenn der Preis für 1 Aktie plötzlich höher ist als eine Monatsnettomiete.

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@LittleArrow

Eine fixe Aktienmenge ist selbst für wenige aufeinander folgende
Fälligkeiten unrealistisch, da davon auszugehen ist, dass der jeweils maßgebliche Börsenpreis veränderlich ist.

Aus meiner Sicht muss dies nicht zwangsläufig ein Problem darstellen. Sollten sich beide Parteien darüber einig sein, dass die Miete nur im Sinne der Stückzahl, nicht aber im Sinne des jeweils  geltenden Börsenwerts festgelegt ist und dies auch so im Mietvertrag niedergeschrieben wird, dürfte doch aus zivilrechtlicher Recht eigentlich nichts dagegen sprechen. Auf diese Weise würde sich auch die Rundungsproblematik gar nicht erst ergeben.

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Hallo,

wenn sich die Aktie sehr gut entwickelt, könnte das Thema Mietpreisüberhöhung (Wucher) ein Problem werden:

http://www.mietrecht-hilfe.de/miete/begrenzung-der-miethoehe.html

Wenn die Aktie sich schlecht entwickelt, kann es beim Finanzamt Probleme mit den Werbungskosten für die Mietwohnung geben:

Gruß

RHW

@RHWWW

Vielen Dank für deine Rückmeldung. Du hast natürlich vollkommen recht. Es wird wohl nicht ausreichen, im Mietvertrag bloß eine Stückzahl anzugeben. Stattdessen müsste wohl doch ein Euro-Betrag festgelegt werden und dann jeden Monat nachgerechnet werden, wie viele Aktien zu übertragen wären. Das macht das ganze Konzept natürlich ein Stück weit uninteressanter...

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