kann man von guten Fonds mit guter Performance lernen?

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2 Antworten

Als harmloser Privatanleger hat man im wesentlichen drei Probleme:

  • Die Transaktionskosten sind im Verhältnis zu institutionellen Anlegern deutlich höher, d.h. man kann sich weniger Veränderungen und Umschichtungen im Portfolio leisten.

  • Der Kaufzeitpunkt entscheidet über die zukünftigen Gewinne. Kauft/verkauft man nach Publikation der Fondszusammensetzung nach, kann eine Bewegung, die auf eine solche Veränderung folgte (und durch diese mit verursacht wurde), den Preis in die "falsche" Richtung getrieben haben bzw. der Auslöser für die Transaktion besteht nicht mehr. Man hat also ein schlechtes Timing.

  • Gewinne beim Privatanleger werden sofort besteuert. Da müsste man schon ein Offshore-Depot unterhalten, das jährlich besteuert werden kann.

Damit: als Ideengeber ist dieses "Abgucken" vielleicht interessant, aber nicht für die Nachbildung eines Portfolios. Es kommt schließlich nicht auf den Portfolio selbst an, sondern auf die Transaktionszeitpunkte. Diese wird man nicht nachvollziehen können - und selbst wenn, sind die Kosten für den Privatanleger deutlich höher, so daß man nicht das gleiche Ergebnis erreicht. Die Stückelungsproblematik bei der Abbildung von Portfolios ignoriere ich mal.

Ich finde es interessanter, die Portfoliozusammensetzungen der guten und der weniger guten Fonds zu vergleichen, um Abweichungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten in Ländern, Branchen, Themen oder Währungen zu erklären. Das kann durchaus als Input für eine eigene Strategie hilfreich sein.

ich mache das ab und zu. Es ist nicht nur ein Fonds, den ich mir ansehe, sondern mehrere. Die Zusammensetzung bekommt man nur bis zu einer gewissen Stufe mitgeteilt.

Dennoch stelle ich immer wieder fest, dass es oft Werte gibt, die ich a) noch nicht kannte und b) nicht nur in einem Fonds zu finden sind, sondern in vielen. Und das macht mich dann neugierig und ich recherchiere weiter.

Damit meine Meinung: ja, es kann helfen, wenn man sich die Mühe macht und wenn man bereit ist, weiter zu recherchieren.

Wenn man davon ausgeht, dass das Portfolio eines ein durchschnittlichen aktiv gemanagten Fonds durchaus ca. 1 x pro Jahr* komplett umgeschlagen wird (kein Scherz ! ), dann hat man jedenfalls gut zu tun mit der "Nachzeichnung"... (;-).

*Die publizierten Spannbreiten der Umschlagsraten liegen meist zwischen 0,5 und 2 x pro Jahr.

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@GAFIB

Nicht wirklich. Die Umschlagsraten sind sehr unterschiedlich.

  • Bei Rentenfonds, die eine Maturity von 1-10 Jahren halten, ist eine mittlere Haltedauer von 5 Jahren für Positionen realistisch.

  • Bei einem JPM Highbridge Statistical Market Neutral Fund liegt die durchschnittliche Haltedauer von Positionen bei 30-45 Tagen.

  • Acatis Value Investing geht von einem Durchschnitt von 2 Jahren aus.

  • WM Aktien Global liegt bei ca. 10 Monaten.

  • UniGlobal nennt 2-4 Jahre Haltedauer für Positionen.

  • Comgest Magellan nennt 4-5 Jahre Haltedauer für Positionen.

Man muss daher genau beurteilen, welche Art von Fonds man vor sich hat.

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@GAFIB

Die publizierten Spannbreiten der Umschlagsraten liegen meist zwischen 0,5 und 2 x pro Jahr

Wobei man statistisch eine negative Korrelation zwischen Umschlagsrate und Performance nachweisen kann.

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@Tritur

@Tritur: Ich unterstelle mal, du meinst positive Korrelation, also je mehr Umschlagsrate, desto mehr Performance? Sonst wären wir uns nämlich einig, dass - um so mehr Transaktionskosten für permanentes Switchen generiert werden - es um so schwieriger wird, die TA-Kosten wieder einzuspielen.

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@gandalf94305

Mit der zitierten Spanne von 0,5 - 2 x p.a wird die Mehrzahl der aktiv gemanagten Aktienfonds erfasst.

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@GAFIB

Ich meine, dass je höher die Umschlagsrate ist, desto niedriger die Performance ausfällt. Ich glaube das bezeichnet man als "negative Korrelation".

In der Sache sind wir uns also einig, in der Verwendung von Fremdworten noch nicht ;-)

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