Kann man Kosten für den Besuch eines dementen Onkels absetzen?

4 Antworten

Hallo mikonos,

wir haben es versucht, das ist bei uns nicht durchgegangen.

Wir wohnen in Deutschld. und haben enge Verwandschaft mit Demenz/Alzheimer in Großbritannien und der Steuerberater hat es nach Gesetzeslage abgelehnt, zu versuchen, diese Reisen als (abziehbare) außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung geltend zu machen.

Gruß

ThatFinanceDude

 

Wenn der Besuch medizinisch notwendig ist, können die Reisekosten als außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden.

Dies hat der BFH zuletzt im Falle des Besuchs durch Ehegatten/Kindern in Reha-Fällen mit Urteil vom 12.01.2011 (VI B 97/10) entschieden. Hierbei wurde insbesondere auf ein entsprechendes Attest abgestellt.

Dabei reicht es nicht aus, dass der Besuch der Person "gut getan" hat (z.B. gegen Vereinsamung oder zur Erledigung von Einkäufen etc.), sondern dies wie gesagt medizinisch notwendig für den Heilungsprozess ist. Die Attestierung hat vom behandelnden Arzt zu erfolgen.

Die außergewöhnlichen Belastungen wirken sich indes nur aus, soweit sie die sog. zumutbare Belastung übersteigen (§ 33 Abs. 3 EStG).

Aufgrund der Entscheidung des BFH vom 19.01.2017 (VI R 75/14) ermittelt sich diese in Staffeln, was hier aber nun zu weit führt.


Weitere ablehnende Urteile:

BFH NV vom 05.03.2009 (VI R 60/07): Besuchsfahrten der Großeltern zum im Ausland lebenden Enkel.

BFH vom 31.03.2008 (III B 46/07): Beweiskraft eines Attests zum Nachweis der therapeutischen Notwendigkeit.

Wohl kaum - ist nur ein Onkel. Versuch es doch einfach mal. Natürlich mit der ganzen Familie und dann gleich 14 tage im Sommer. Reichs doch einfach mal beim Pflegeamt im Heimatland des Onkels ein

Na dann verlege ich meine Oma nach Malle und nach dem urlaub zurück. Da ich 6 Kinder hab lohnt das doch

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