Kann man 'haushaltsnahe Dienstleistungen' der letzten beiden Jahre von Steuer absetzen?

2 Antworten

Ich habe die Information bekommen

Das interessiert mich: Vom wem? Quelle? Und was hat der/die genau damit gemeint?

In welchem Jahr wurden diese Dienstleistungen bezahlt und um welche Steuerjahre geht es? Wurde für diese Jahre schon eine Steuererklärung abgegeben oder noch nicht?

Schon gelesen:

http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Einkommensteuer/2016-11-09-Paragraf-35a-EStG.html ?

Es geht um die Jahre 2014 bis 2017, in denen ich jeweils zwischen 150 und 500 EUR für 'haushaltsnahe Dienstleistungen' bezahlt (über die jeweilige Jahresabrechnung des Vermieters - wird gesondert gelistet).

Nun mache ich seit mindestens 4 Jahren die Steuererklärung, habe dort allerdings nie 'haushaltsnahe Dienstleistungen' angegeben.

Die Info habe ich von dem Bekannten eines Bekannten, der das selbst sehr aktiv und ausführlich macht. Er meinte, er wüsste es nicht mehr genau, dass es aber gut sein könnte, dass noch nicht angegebene 'haushaltsnahe Dienstleistungen' bzw. 'Handwerksarbeiten' rückwirkend für die letzten Jahre nachgereicht werden können, ich müsse mich da informieren.

Nun habe ich diese Info nirgendwo gefunden.

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@Olivenbaum2013

Danke für Deine Rückmeldungen. In Deinem Fall geht es um die demnächst fällige Steuererklärung 2017, in der Du unproblematisch Deine Eingaben machen kannst.

Für die Vorjahre gilt das von StbMansholt Geschriebene. Wenn die dort genannten Fristen verpasst worden sind, dann geht es nicht mehr, etwas nachzureichen.

Grundsätzlich hilft Dir das verlinkte BMF-Schreiben.

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Hallo Olivenbaum2013,

die Antwort auf Deine Frage lautet: Das kommt drauf an. :-)

Genauer gesagt, kannst Du noch für Jahre ab 2014 bis heute haushaltsnahe Dienstleistungen von der Steuer absetzen, sofern Du entweder noch keine Einkommensteuererklärung abgeben hast oder wenn Du bereits eine Steuererklärung abgegeben hast und dein Einkommensteuerbescheid noch änderbar sein.

Das ist der Fall, wenn auf deinem Einkommensteuerbescheid auf der ersten Seite unter „Art der Steuerfestsetzung“ steht „Der Bescheid ist gem. § 164 AO unter dem Vorbehalt der Nachprüfung ergangen.“ Wenn dort nur steht „Der Bescheid ist nach § 165 AO teilweise vorläufig.“ musst Du gucken, ob weiter hinten im Bescheid unter „Erläuterungen“ irgendetwas von "vorläufig" und "haushaltsnahen Dienstleistungen" steht. Wenn nicht, kannst Du nachträglich keine haushaltsnahe Dienstleistungen mehr von der Steuer absetzen.

Einzige Ausnahme wäre noch, wenn dein Steuerbescheid dir erst vor kurzem vom Finanzamt zugesandt wurde. Denn dann kannst Du noch innerhalb von einem Monat nach Zugang des Steuerbescheides Einspruch einlegen und die haushaltsnahen Dienstleistungen nachträglich angeben.

Bei Rückfragen hierzu kannst Du dich gerne nochmal an mich wenden.

Viel Erfolg und viele Grüße,

Jens Mansholt

Den Einspruch kann man beiden Seiten ersparen - man reicht die Belege nach und beantragt schlichte Änderung.

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@correct

Hallo correct,

prinzipiell gebe ich Dir Recht, ein Antrag auf schlichte Änderung würde hier auch die gewünschte Änderung bringen.

Der Unterschied zum Einspruch liegt aber darin, dass der Einspruch mehr Rechtssicherheit mit sich bringt. Denn ein Antrag auf schlichte Änderung hält den Steuerbescheid nur in diesem einen Punkt offen. Ein Einspruch hält den gesamten Steuerfall auch über die ein monatige Einspruchsfrist hinaus offen, bis es zu einer Entscheidung des Finanzamtes kommt. Andere Änderungen sind, falls erforderlich, dann auch noch möglich. Wenn aber die Einspruchsfrist einmal abgelaufen ist und nur ein Antrag auf schlichte Änderung bzgl. eines Punktes in der Steuererklärung gestellt wurde, sind andere Änderungen nach Ablauf der Einspruchsfrist dann nicht mehr möglich.

Ich hoffe, dass wir Dich, Olivenbaum2013, jetzt nicht verwirrt haben. Daher frag ruhig nach, falls für Dich noch etwas unklar ist.

Viele Grüße,

Jens Mansholt

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@StBMansholt

Wir haben hier nur einen Grund zur Änderung - wozu also Einspruch einlegen?

Oder gehst Du davon aus, dass tagsdarauf oder nächste Woche oder wann noch irgendwas auffällt?

Zudem - bei Einspruch sollte der gesamte Fall nochmal angeschaut werden - es kann also auch in die Hose gehen (Androhung der Verböserung). Dann kriegt er gar nichts.

Fazit - in diesem Fall kein Einspruch.

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Perfekte Antwort.

Die Einlassung von "correct" zieht allerdings auch, verwirrt hier aber wohl nur.

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