Kann man EK-Erklärung betreffend Trennungsjahr auch allein abgeben wenn der andere keine möchte?

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6 Antworten

Sie kann eine Einkommensteuererklärung für sich abgeben und die getrennte Veranlagung beantragen. Das zieht, wenn sie Lohnsteuerklasse 3 hatte, aller Wahrscheinlichkeit nach eine empfindliche Nachzahlung nach sich.

Ja, man kann eine getrennte Veranlagung abgeben. Aber v o r s ic h t ! ! Da Sie die Steuerklasse drei haben, kommt eine beträchtliche Nachzahlung zu stande. Der Ehemann mit der Steuerklasse fünf, bekommt eine Erstattung, falls er Arbeitnehmereinkünfte bezogen hat, dass ich jetzt aus den Angaben nicht genau entnehmen konnte, ob er n u r Hausmann ist, oder auch etwas nebenei arbeitet und Einkünfte daraus bezieht. Manchmal kommt es vor, dass der Ehegatte, der die nachteilige Steuerklasse V hatte, sich über die Steuererklärung im Trennungsjahr am Ex rächen will: Die getrennte Veranlagung ändert dadurch automatisch für das ganze Jahr rückwirkend die Steuerklassen für beide Ehepartner. Das hat zur Folge, dass der Partner mit der Steuerklasse III plötzlich eine hohe Nachzahlung leisten muss. In diesem Fall kann der Partner mit Klasse III vom Ex verlangen, dass er der gemeinsamen Veranlagung in der Steuererklärung im Trennungsjahr zustimmt - muss ihm aber die steuerlichen Nachteile ersetzen, falls er seinen Ex-Partner nicht sowieso durch Trennungsunterhalt schon unterstützt

Wenn SIE nicht mehr mit IHM spricht, dann lässt sie die Sache durch den Anwalt erledigen. Durch die getrennte VA, müsste sie nachzahlen. Er hat eine Pflicht ihren Schaden durch die Scheidung zu mindern, daher muss er der gemeinsamen Steuererklärung zustimmen. Da er dadurch keine Nachteile hat, braucht sie ihm auch nichts auszugleichen.

Wenn er die Unterschrift nicht freiwillig leisten, kann man diese und auch die Angaben des Ehemannes einklagen.

Wer da nun mit wem nicht spricht ist egal. Auch ein Anwalt kann nicht helfen, wenn er nicht unterschreibt - er kann ihm ja schließlich nicht die Hand führen. Zudem ist bereits erwähnt, dass evtl. e r Nachteile (nicht der Scheidung, sondern wegen nicht geleisteter Unterschrift auf der Steuererklärung) auszugleichen hat. Ob sich dann ein Anwalt lohnt, zeigt sich aus Probeberechnungen (Internet machts möglich).

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@vulkanismus

Natürlich braucht man keinen Anwalt, vor dem Amtsgericht kann man sich auch selbst vertreten. Man kann auch selbst Klage erheben.

Der Anwalt wird ihm nicht die Hand führen, aber der Richter wird letztlich ein Urteil erlassen, dass die Zustimmung des Ehegatten ersetzt und das ist ein relativ normaler bis alltäglicher Vorgang.

Das Problem ist eines was Du wirklich angesprochen hast, nämlich ob sich der Anwalt lohnt, denn von der Gebührenrechnung der Anwälte hab ich keine Ahnung; aber das hindert in diesem Forum ja Niemanden an einer Antwort.

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Der Ehemann wird zur Abgabe seiner Daten mit Fristsetzung aufgefordert. Der Ehemann kann sich nicht dagegen verwehren, hier mitzuwirken, denn die Ehefrau hat einen Rechtsanspruch darauf, eine Zusammenveranlagung im Trennungsjahr durchzuführen.

Sie kann natürlich auch alleine eine Einkommensteuererklärung abgeben, aber es fehlen dann Angaben zum Ehemann zumindest im Mantelbogen und der Anlage N, sowie die Unterschrift des Ehegatten. Sollte das Finanzamt mit Zwangsgeld drohen, kann sie allerdings ihren Teil bereits einreichen und wenn der Ehemann liefert, die entsprechenden Seiten korrigiert nachreichen.

Dein Anwalt sollte hier weitere Schritte einleiten.

In Steuerangelegenheiten sollte man - wenn nötig - einen Steuerberater einschalten. Anwälte beraten aus rechtlicher, nicht aus steuerlicher Sicht. Wenn die Steuererklärung alleine abgegeben wird, fehlen die Angaben im Mantelbogen und in der Anlage N nicht. Schließlich wird Bienchen wissen, wie ihr Mann heißt etc. Einer Anlage N für den Mann bedarf es nicht, wenn er wirklich nur reiner Hausmann war. Es fehlt lediglich die Unterschrift des Ehemannes. Sollte ihr daraus ein finanzieller Nachteil entstehen, besteht Schadensersatzanspruch. Ob der dann durchsetzbar ist, ...

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@vulkanismus

Es geht hier nicht um steuerliche Fragen, sondern die Mitwirkungspflicht des noch-Ehemanns bei der gemeinsamen Einkommensteuererklärung. Daher ist der Anwalt, der auch die Scheidung begleitet, das Mittel der Wahl.

Für den Fall, daß der Ehemann eine PKV hat, fehlen durchaus Angaben im Mantelbogen. Andere Daten kann man sich da auch vorstellen. Wir wissen es nicht.

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@gandalf94305

Sehr praxisnahe - Sie geht zum Anwalt - der erreicht nichts - sie gibt keine Steuererklärung ab. Und dann ? Dann soll der Steuerberater den Karren aus dem Mist ziehen. Fehlende Angaben vom Mann sind steuerlich uninteressant.

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@vulkanismus

Ei, wenn steuerliche Angaben vom Mann uninteressant sind, warum braucht sie dann einen Steuerberater?

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sie kann den Ex dazu zwingen, seine Angaben dazu zu machen. Im schlimmsten Falle geht der Fall über Gericht und er wird früher oder später seine Angaben machen.

jap, geht! vorher nochmal Anwalt fragen ;)

Anwalt aber nur fragen, wenn´s nix kostet.

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