Kann man auf einen Riester-Vertrag auch mehr einzahlen als die 4% des Bruttoeinkommens?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Du kannst/darfst in den meisten Verträgen beliebig hohe Summen einzahlen, ABER:

  • nur bis max. 2.100€ inkl. Zulagen sind steuerlich abzugsfähig
  • die maximalen Zulagen gibt es "schon" bei Einzahlungen von 4% des Vorjahres-Bruttos (wieder inkl. Zulagen)

Somit sinkt in Allgemeinen die Rendite, weil auf höhere Einzahlungen als 2.100€ weder Steuer noch Zulagen mithelfen. Daher ist es meist besser, weitere Zahlungen in ein anderes Produkt (private-RV) bzw. Sparform (Fonds/ETF-Sparplan) zu stecken.

Nur wegen fehlender Zulage oder Günstigerprüfung (der Ausdruck gefällt mir besser als pauschal "Steuer"; siehe dazu meine Antwort) werden die alternativen Anlageprodukte doch nicht "besser".

Da müßte m. E. noch etwas genauer auf die weiteren Unterschiede hingeguckt werden, z. B. Abgeltungsteuer, Kostenquote, vorzeitige Verfügbarkeit, ...(?)...

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@LittleArrow

Natürlich sind Pauschale Antworten nie 100% richtig und Deine Hinweise korrekt.

Aber durch das "ausbleiben" der Zulagen und steuerlichen Vorteile über 2.100€ fallen zwei wesentliche Vorteile von Riester weg, so dass das Riesterprodukt relativ gesehen schlechter (bezogen auf die Rendite) wird - zumindest im Allgemeinen (denn alle Riester-Auszahlungen sind voll steuerpflichtig).

Somit ist es aus meiner Sicht zumindest tendentiell besser, nur bis 2.100€ inkl. zulagen für Riester zu investieren.

Aber man sollte natürlich immer konkret und korrekt die Alternativen berechnen und vergleichen

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Die Förderung durch Zulage oder steuerliche Günstigerprüfung ist bereits in den bisherigen Antworten dargestellt worden.

Welche Auswirkungen von Überzahlungen (wenn der Vertragsanbieter diese akzeptiert) den Sparer noch interessieren können? Auch die Erträge auf die Überzahlungen sind und bleiben abgeltungsteuerfrei. Die Besteuerung erfolgt erst später in der Auszahlungsphase zusammen mit den übrigen Erträgen. Es findet also auch hier eine zeitliche und tarifliche Steuerverschiebung statt. Natürlich gibt es dabei die Unwägbarkeit der dann geltenden Steuervorschriften, aber das gilt auch für die künftige Abgeltungsbesteuerung.

Ja, das kann man. Steuerlich und für die Berechnung der Zulagen sind jedoch nur die Beträge bis zur genannten Höchstgrenze relevant.

Die wesentliche Auswirkung für Dich als Riester-Ansparer ist natürlich, daß der Betrag, der heute eingezahlt wird, mehr Zinsen und Zinseszinsen bringt.

Einzahlungen in schlechten Börsenphasen wirken sich so bei fondsgebundenen Riesterverträgen auch deutlicher aus, wenn die Auszahlung in einer guten Börsenphase erfolgt.

Die steuerliche Höchstgrenze liegt bei 2.100 € und nicht bei nur 4%

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@Niklaus

Yep, es sind die Zahlungen nur bis max. 4% und max. EUR 2.100 (für die Zulagen) bzw. bis max. EUR 2.100 (für die steuerliche Berücksichtigung der Altersvorsorge) relevant.

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