Kann man Aktien-Verluste nicht einfach umgehen, in dem man einfach wartet bis der Wert wieder steigt?

6 Antworten

Natürlich kannst Du das. Das machen viele und deshalb warten heute noch viele darauf, das die Telekom, AEG und andere Aktien die ehemalige Höhe wieder erreichen.

Ich habe habe für Menschen, die einen Kursverlust aussitzen wollen, folgenden Vergleich:

Stell Dir vor, da hebst Geld bei der Bank ab. Die haben aber keine Scheine Mehr und geben Dir die 3.000,- Euro in euro Münzen. Mit dem Sack über der Schulter machst Du dich auf dem Heimweg. Nach einiger Zeit merkst du, dass der Sack leichter wird. Du drehst Dich um und mekrst das ca. jeden Meter ein Euro Stück liegt.

Nun die Frage, machst Du einen Knoten in den Sack um das Loch zu schließen, oder gehst du weiter um zu sehen, wie lange es dauert, bis er leer ist?

Was ich sagen will.

Eine Aktie die bei 30 Steht, gewinnt Deinen Gefallen. Du erwartest Kurssteigerungen.

Nun fällt sie auf 27. Wartest Du, bis sie auf 25, 23 usw. fällt,um dann zu sehen, dass wie irgendwann den Trend ändert, oder wäre es nicht besser bei 27 zu verkaufen? fällt sie auf 23 und ändert dann die Richtung, kaufst Du bei 25 wieder.

Wenn sie dann die 30 passiert, hast Du 5-3= 2 abzüglich Gebühren verdient, hättest Du gewartet, wärst Du bei 0,- Euro.

Wenn ich AKtien kaufe, setze ich immer einen Stop loss.

Woher ich das weiß: eigene Erfahrung

Da spricht einer, der mit Aktien noch nie Geld verdient hat, weil er stets zum Höchstkurs einsteigt und dann, wenn der Kurs ganz unten ist, panikartig alles verkauft. In diesem Metier solltest Du keinen Rat geben.

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@wfwbinder

Wo steht der "Tipp" denn, das würde mich doch mal interessieren?

Kostolany:

Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten
Wer die Aktien nicht hat, wenn sie fallen, der hat sie auch nicht, wenn sie steigen
Einer Straßenbahn und einer Aktie darf man nie nachlaufen
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@Zappzappzapp

Die Zitate sind auch alle von Konstolany, richtig, aber auf gaz lange sicht, also für Jemanden, der mit 25 Kauft und das Geld mit 65 braucht.

Ausserdem wohl aus seinen früheren Büchern. und es gilt nur für die absoluten blue chips, die nicht untergehen, wie z. B. IBM.

Die Zeiten habe sich geändert und auch Kostolany würde heute zum Teil andere Tipps geben.

Aus welchem Buch ich das hatte, weiß ich nicht mehr, ich hatte wohl insgesamt 3, die ich aber alle verschenkt habe.

Ich denke kurzfristiger, also nichts mit schlafen legen usw.

In meinem Alter weiß man nicht ob man noch wieder aufwacht.

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@wfwbinder

Aus Deiner persönlichen Sicht mag das ja richtig sein, aber bei dem FS sind die Voraussetzungen völlig andere.

Ein Tipp von Kostolany, der zumindest sinngemäß Deinem zitierten Tipp entspricht, ist mir nicht bekannt. Ich habe einige seiner Bücher noch im Regal.

Ich will hier nicht auf Deine individuelle Situation eingehen. Ich empfehle Dir und allen, die grundsätzlich bei fallenden Kursen lieber kleinere Verluste realisieren aus eigener positiver Erfahrung (als Beispiel) den Langfristchart der "Deutsche Wohnen". Wer von allen "erfahrenen Tradern" hätte diese Aktien spätestens 2008 (und noch einmal 2016 bei mehr als 20% Verlust) nicht verkauft?

Wer es nicht getan hat, hat zusätzlich noch (natürlich eine Sondersituation), sämtliche Kursgewinne und fast alle Dividendenzahlungen dauerhaft steuerfrei.

Ich will hier keine Diskussion darüber beginnen, welche Herangehensweise richtig ist. Ich spreche mich lediglich gegen jede Art pauschaler Antwort aus, weil es m.E. keine gibt.

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@Zappzappzapp

Ich gebe keine pauschalen Antworten, sondern antworte wie ich es für die Situation für richtig halte. Da mein Verhalten bei aktien immer gleich ist. kann ich zum Thema deutsche Wohnen sagen, hätte ich die vor 2008 gehabt, wären sie automatisch aus dem Depot geflogen, als sie die 27 unterschritten (ich setze immer stop loss und kümmere mich nicht weiter), dann wäre ich vermutlich bei 9, oder 9,50 wieder eingestiegen und hätte nach dem Anstieg bis 33, bei 30 wieder den automatischen Ausstieg gehabt.

Gut, von den 20 Gewinn wären ca. 5 an Steuern weg gewesen, aber mit den 15 Netto hätte ich leben können. Aber den Nerv um einen Absteig bis auf 3 mitzutragen, hätte ich nie gehabt.

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@wfwbinder

Kostolany war ein sehr unterhaltsamer Schriftsteller und Entertainer. Obwohl er sich als Börsen- und Finanzexperte aufspielte und viele Bonmots in die Welt setzte, war er als Anleger und Spekulant ein Versager. Er war so erfolglos und verarmt, dass er noch als Greis durch die Lande tingeln musste, um sich mit seinen Vorträgen den Lebensunterhalt zu verdienen.

Als Ratgeber für Anleger, die sein Schicksal nicht teilen wollen, eignet sich Kostolany nicht. Dann schon lieber Warren Buffet.

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@NasiGoreng

Absolut richtig.

Witzig war für mih dabei das ich, als ich mal was von ihm las, feststellen konnte, das meiner Herangehensweise der von Buffet sehr ähnlich ist, also die Methode von Analyse der Unternehmen und der Märkte.

Nur unterschieden, dass er sehr viel geduldiger ist, als ich. Aber da er so groß investieren kann, dass er Einfluss auf die Unternehmen ausüben kann udn ich natürlich nicht, muss sich die Taktik unterscheiden.

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@wfwbinder
Da mein Verhalten bei aktien immer gleich ist ...

Ein immer gleiches Verhalten bei jeder Aktie und die dann daraus resultierende einzig mögliche Antwort ist nun mal nicht "der Situation angepasst", sondern pauschal, oder habe ich den Begriff nicht verstanden?

Ich will ja nicht "pauschal" sagen, dass Dein Verhalten falsch wäre, nach einem festen Muster zu handeln ist eine mögliche Strategie. Es gehört zu einer sinnvollen Antwort für den FS m.E. aber auch der Hinweis, dass es durchaus sinnvoll sein kann, bei entsprechenden Voraussetzungen einen Kursverlust auch mal "auszusitzen". Man weiß eben leider nie vorher, welche Strategie besser aufgeht.

Was D.Wohnen betrifft, habe ich inzwischen einen Minuseinstand. Ich werde weiter "aussitzen" und mich nicht kümmern und sowohl die Dividenden als auch irgendwann den Verkaufserlös als steuerfreien Gewinn vereinnahmen. Der ist dann in der Schlussabrechnung ein vielfaches höher, als mit mit stoploss, und das ohne jeden Nervenstress.

Aber auch das ist nur ein Beispiel, ich habe natürlich schon andere Entwicklungen erlebt und empfehle daher auch nicht "pauschal" das Aussitzen.

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@Zappzappzapp

Gut, ich wähle eben die Methode, "der erste Verlust ist der Kleinste" weil ich Verluste nicht mag.

Ich hatte auch schon mehrfach Fälle, wo ich am Anfang eben den kleinen Verlust hinnahm und dann später zu einem günstigeren Kurs einsteigen konnte.

Ausserdem kann ich sagen, dass ich bekanntlich vom Fach bin. Meine Aktiengewinne sind solange steuerfrei, bis die Gewinne an mich ausgezahlt werden.

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@wfwbinder

Jeder hat eben seine eigene Methode und damit sicher auch schon mal falsch gelegen. Mir ging es nur um die Information des FS.

Was die Steuerfreiheit der DW betrifft, geht es mir um das in diesem Fall besonders lohnende Aussitzen, weil wegen Kaufs vor Abgeltungssteuer sowohl die Dividenden dauerhaft steuerfrei bleiben, als auch die realisierten Gewinne, wenn sie "ausgezahlt" werden.

Aber lassen wir es mal dabei, war ja nur ein Beispiel.

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Kauft man eine Aktie

Das ist ja schon sehr spekulativ "eine Aktie", auch wenn es nur "ein Stück Aktie der Firma xyz ist. Und Du musst Glück haben, dass der Kurs dieser Aktie überhaupt mal wieder steigt.

Manche kaufen abgestürzte Aktien nach, um so den durchschnittlichen Einstandskurs zu verbilligen, aber das garantiert noch lange keinen Wiederanstieg des Kurses.

Wenn Du Geld anlegen willst, dann starte lieber nicht mit "eine Aktie", sondern mit einer Aktienmischung, die z. B. durch einen Aktienfonds oder Aktien-ETF repräsentiert wird. Aber diese Produkte sollte man auch erstmal nachlesen und verstehen.

Ja das glauben viele, das man dann nur lange genug warten muss. Aber es kommt vielfach anders. So einfach ist es meistens nicht.

Meine BMW Stämme in den 80ern sollten zwangsweise durch neue Aktien 1:10 ersetzt werden. Da habe ich schnell verkauft. Ich hatte 8 Jahre vergeblich gewartet. Selbst wenn ich das Umtauschangebot angenommen hätte, wäre ein Gewinn erst nach weiteren15 Jahren da gewesen.

Meine Nixdorf muste ich auch verkaufen, weil Nixdorf von Siemens übernommen werden sollte. Das Übernahme Angebot eine Woche später war noch wesentlich schlechter. Ich hatte ebenfalls 7 Jahre abgewartet.

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