Kann ich nach 10 Jahren Auslandsaufenthalt zurück in die GKV?

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2 Antworten

Hallo,

eine Krankenversicherung in der GKV ist nach § 5 Absatz 1 Nr. 13 Buchstabe a SGB V möglich. Diese Versicherung kann nur von der letzten gesetzlichen Krankenkasse in Deutschland durchgeführt werden.

Voraussetzung für die GKV:

- es besteht keine hauptberufliche Selbständigkeit

- es besteht keine Arbeitnehmertätigkeit mit mehr als 57.600 Euro brutto jährlich

- es besteht keine Beamten- oder ähnliche Tätigkeit

Wenn keine Abmeldung beim dt. Einwohnermeldeamt erfolgte, sind die Beiträge seit 1.4.2007 (Gesetzesänderung) nachzuzahlen.

Gruß

RHW


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Rueckwanderer 01.05.2017, 15:35

Ich habe mich beim Einwohnermeldeamt abgemeldet, diese Abmeldung ist für viele Dinge wichtig zB wenn man im Ausland einen neuen Reisepass beantragt. Ich werde in Deutschland wahrscheinlich für 1 Jahr Hartz 4 Beantragen, danach bekomme ich eine kleine Rente und Grundsicherung.

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RHWWW 01.05.2017, 16:49
@Rueckwanderer

Es ist hilfreich, wenn am Tag der Ankunft in D möglichst am gleichen Tag noch die Anmeldung beim Einwohnermeldeamt erfolgt und Arbeitslosengeld II beim Jobcenter beantragt wird.

Dann spätestens am nächsten Werktag bei der Krankenkasse persönlich die Mitgliedschaft beantragen. Hilfreich sind dabei:

- damalige Abmeldung beim Einwohnermeldeamt

- Flugticket der Einreise nach D

- Anmeldung beim Einwohnermeldeamt

- Bestätigung über Antrag auf Alg II

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barmer 02.05.2017, 01:07

Das stimmt nicht ganz und steht auch anders im o.g. Gesetz:

Bei einer GKV-Mitgliedschaft vor Auswanderung sind die genannten Ausschlußtatbestände irrelevant.

Nur wenn keine GKV bestand (und auch keine PKV), kommt es hilfsweise auf den beruflichen Status an. Die genannten Berufe sind dann der PKV zugewiesen.

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RHWWW 02.05.2017, 08:43
@barmer

Hallo barmer,

Danke für die Ergänzung.

Es gibt drei verschiedene Arten, nach einer Auswanderung GKV-Mitglied zu werden:

1) freiwillige Mitgliedschaft nach § 9 Abs. 1 Nr.5 SGB V:

http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbv/9.html

Voraussetzungen hierfür sind:

- zuletzt vor der Auswanderung Arbeitnehmer in Deutschland

- zuletzt vor der Auswanderung Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse

- im Ausland als Arbeitnehmer tätig gewesen

- in Deutschland innerhalb von 2 Monaten Aufnahme einer neuen Beschäftigung (als Arbeitnehmer)

Nur wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, greift diese Möglichkeit. Hierbei kann man sich die dt. Krankenkasse aussuchen.

Vom Fragesteller haben wir nicht genügend Angaben, ob diese Variante zutrifft. Der (nachträglich genannte) Bezug von Alg II spricht m.E. eher dagegen.

2) Wenn man in einem EU- oder EWR-Staat im staatlichen Sozialsystem abgesichert war, kann man sich nach den EU-Regelungen nach der Rückkehr wieder nahtlos bei einer deutschen gesetzlichen Krankenkasse versichern.
Hierbei kann man sich die dt. Krankenkasse aussuchen.

Der Fragesteller hat angegeben, dass er im Ausland keine Krankenversicherung hatte und in Asien lebte. Diese Variante kann daher nicht zutreffen.

3) Pflichtversicherung nach § 5 Abs. 1 Nr. 13 Buchst. a SGB V:

§ 6 Abs. 3 SGB V -> die von mir in der 1. Antwort genannten Ausnahmen (diese Ausnahmen wurden zum 1.1.2009 nachträglich ins Gesetz eingefügt, nicht bereits zum 1.4.2007)

Bei dieser Variante kann man sich die Krankenkasse nicht aussuchen. Die Beitragshöhe ist wie bei freiwilligen Mitgliedern geregelt. Der Mindestbeitrag liegt bei ca. 170 Euro monatlich (solange kein Arbeitslosengeld II bezogen wird).

Gruß

RHW

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Rueckwanderer 02.05.2017, 18:55
@RHWWW

Ich war vor meiner Auswanderung selbständig und freiwillig bei der DAK versichert, hier in Asien bin ich nicht versichert. Wenn ich nach Deutschland zurückkehre, würde ich mich gerne wieder bei der DAK versichern. Wenn ich in Deutschland bin muss ich Hartz 4 beantragen, da ich erst nach 1 Jahr eine kleine Rente bekomme. Meine Frage daher ob ich mich wieder bei der DAK versichern kann, oder komme ich über die Beantragung von Hartz 4 wieder in eine GKV.

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RHWWW 02.05.2017, 21:35
@Rueckwanderer

Ab dem Tag der Anmeldung beim dt. Einwohnermeldeamt bzw. ab Tag der Einreise nach Deutschland muss man eine Krankenversicherung haben.  Wenn man am selben Tag beim Jobcenter des neuen Wohnortes Arbeitslosengeld II beantragt, übernimmt das Jobcenter die Krankenversicherung.

Wenn zwischen Anmeldung beim Einwohnermeldeamt bzw. Einreise nach Deutschland mindestens ein Tag Lücke besteht, muss man für die Lücke die Beiträge ggf. selbst zahlen.

In beiden Fällen kann die Krankenversicherung von der DAK durchgeführt werden.

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Hallo,

ja, wenn Sie in D zuletzt gesetzlich versichert waren, muss Sie jede GKV (nicht nur die DAK) als freiwilliges Mitglied aufnehmen.

Viel Glück

Barmer

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