Kann ich mit meinem Gehalt mein Traumhaus bauen/finanzieren?

3 Antworten

Sabrina: Gestehungskosten 580 000, EK 100 000 = 17,2 %, um mindestens 74 000 zu wenig, Fremdkap. 480 000, Annuität, Bürgschaftsgebühr, Bewirtschaftungskosten mindestens langfristig 7 % = 2 800 mtl., langfristig sichere Einkünfte/Einnahmen mindestens 7 000 mtl. Lass dir von demjenigen, die dir zurät, die Anschrift des Anbieters, einer seriösen inländischen Bank, geben.

Hallo Franzl, die 100.000€ Eigenkapital zählen nur für meine Hälfte der Finanzierung. Mein Partner bringt auch 100.000€ Eigenkapital mit ein. Und hat das 4 fache an Einkommen wie ich. Allerdings nicht sicher, da er ja selbstständig ist. Es kann ja auch schlechter laufen. Ist es unter diesen Voraussetzungen realistisch bzw. gut zu machen oder ne knappe Geschichte ? Danke für deine Kritik bzw. Einschätzung!

0
@Sabrinaaa

Sabrina: Hätte ich die Entscheidungskompedenz::

Kosten 580 000, Beleihungswert 0,9 = 522.000, Zwangsversteigerungserlös Erahrungssatz 0,7 = 365 000.

580 000 ./. 200 000 (34,5 %) = 380 000, 7 % = 26.600 p.a., 2.217 mtl., sie 2 500, er x 4 = 10 000 bewertet 75 %, total 10.000,max. Belastbarkeit 0,4 = 4 000 mtl.

Fazit: Machbar bei nachgewiesener werthaltiger marktgängiger Immobilie und einwandfreier Bonität.

0

Zunächst mal hier ein passender Rechner: http://www.immobilienrechner.org/index.php

Problematischer sind die Themen Partnerschaft und Selbständigkeit für die Kreditgeber (aber auch für Euch im Hinblick auf eine etwaige Trennung, für die es meistens keinen Plan B gibt).

Gib mal bei faz.net in der Suche die Stichworte "Paarweiser Hauskauf" ein und Du bekommst für € 2,- einige wertvolle Hinweise (Erscheinungsdatum 22.07.2012).

Trotzdem: Gutes Gelingen!

Ein eigenes Haus ist für so ungefähr jeden, der das macht, die größte und riskanteste Entscheidung seines Lebens. Aus 100.000 € Eigenkapital, mit denen man schön Arbeislosigkeit, Krankheit, Berufsunfähigkeit und Kindererziehungs- und Betreuungszeiten überbrücken könnte, werden 190.000 € Schulden, deren Last sehr stark von der Zinsentwicklung abhänigig ist.

Ob es jetzt geht ist schnell überschlagen. 200.000 € (bitte beim Bauen immer aufrunden; einen Fall, der nicht wenigstens etwas mehr gekostet hätte hat es noch nicht gegeben) kosten bei den aktuell auf 20 Jahre ca. 3 % Zins und 1 % Tilgung 8.000 € im Jahr oder unter 667 € im Monat. Das ist auch dann drin, wenn die Bank mit einer großzügige Haushaltspauschale rechnet.

Sinnvollerweise solltet ihr bevor ihr die Finanzierung klar macht überlegen, wie ihr wohnen wollt und was es maximal kosten kann, auch die Details zu verwirklichen, denn die gehen noch mal ordentlich ins Geld. Das solltet ihr mindestens vom Eigenkapital zurück behalten. Reserven sind für einen Hauseigentümer sehr wichtig.

Bei Arbeitnehmern wie dir, die über 30 % Eigenkapital mitbringen, wird die Bank nicht rumzicken.

Bei Selbständigen sieht es in der Regel etwas anders aus. Da geht es nicht ums bedienen können sondern darum, wie die Bank generell mit Selbständigen umgeht. Wenn er ordenltiche Steuerbescheide und Zahlen vorweisen kann, wird aber auch das kein Problem.

Alles recht einfach. Das Abenteuer kommt aber schon noch. Baumängel, Verzögerung in der Fertigstellung (jeder Monat ist einer mit Doppelbelastung), Zinserhöhung, Kinder (ui! Zwillinge), Geschäftsflauten, Arbeitslosigkeit, irgendwelche nicht versicherten Schäden, Reparaturen, vielleicht auch Versetzung oder die große Chance irgendwo im Ausland oder in einer ganz anderne Stadt, Scheidung und so weiter und so fort. Fast alles ist kein Problem, wenn es einzeln kommt. Wenn Faktoren aber zusammen auftreten, sieht es anders aus!

Viel Glück!!!

DH!

Aber bitte nicht nur 1% Tilgen, denn dann sind nach 20Jahren von den 200k noch 145k Euros offen (die dann zum aktuelle Zins weiter finanziert werden müssten was schnell Raten von mehr als 1000€ monatlich bedeuten kann)

  • nur 1% Basistilgung ist gut und schön um flexibel zu bleiben. Es sollte aber Sondertilgung vereinbart werden und möglichst 5k Euro jährlich als Sondertilgung geleistet werden, um nach 20Jahren nahe 0€ Restschulden zu kommen

  • oder es sollten 3% Tilgung vereinbart werden, damit ist der großteil (ca.90%) nach 20Jahren getilgt. Die Rate steigt von 666€ auf 1000€ monatlich

PS: gerechnet mit http://www.zinsen-berechnen.de/hypothekenrechner.php

0
@MadRampage

Hallo MadRampage,

da hat wohl jeder seinen eigenen Blickwinkel. Hohe Tilgung und Sondertilgungen führen zwar dazu, dass das Darlehen auch wegen des immer höher werdenden Tilgungsanteil schnell zurück geführt werden kann. Die maximale Verzinsung dieser Tilgung liegt aber beim Zins und der liegt um die 3 %. Das wirkt jetzt viel (für sehr sichere Anlagen, vernünftige bringen auch jetzt wesentlich mehr), nur kann das schon in fünf Jahren wieder ganz anders sein.

Man kann also hoch tilgen und sondertilgen, man kann das Geld - in dem Fall 350 € - auch regelmäßig ansparen und hat es dann nicht nur, falls man nach zwanzig Jahren Tilgen will sondern auch dann, wenn irgendwas anders läuft als geplant. Mit Tilgungen und Sondertilgungen kann man nicht so einfach Zinserhöhungen (ja, auch die!), Kinder (ui! Zwillinge), Geschäftsflauten, Arbeitslosigkeit, irgendwelche nicht versicherten Schäden, Reparaturen oder einfach den längst schon mal wieder nötigen Urlaub, die Kur oder Reha oder auch mal eine Operation oder Heilbehandlung finanzieren.

Dazu ist in der laufenden Belastung, die man auch bei Geschäftsflaute und arbeitslosigkeit zu tragen hat noch eine ganze Ecke mehr Luft. Z. B. auch für noch ein Kind.

Früher tilgte man möglichst hoch und setzte sein Eigenkapital ein. Damals waren aber auch die Zinsen bei 9 %, der Guthabenzins (Sparbuch; es gab fast für niemanden etwas anderes) bei 2 %. Heute kriegt man Darlehen billiger als das, was man auf die Zeit sehr sehr sicher als Nach-Steuer-Rendite bekommt. Ich denke, man sollte umdenken.

0
@Rat2010

Natürlich sind Reservern wichtig! Da bin ich vollkommen bei Dir! Wollte nur darauf hinweisen, dass es zwar aktuell 200k€ für 666€ monatlich gibt, aber bei nur 1% Tilgung nach 20Jahren nur rund 1/4 getilgt ist.

Es sollte also in Summe mit einer Rate von rund 1000€ monatlich gerechnet werden. Ob man die 333€ direkt in die Tilgung/Sondertilgung steckt oder anleget kommt auf die jeweilige Planung und Risikoneigung drauf an:

  • die 3% Darlehnszinsen sind netto und entsprechen grob 4,075% Zinsen vor Steuer.
  • daher würde ich momentan eher Sondertilgungen leisten: denn wo bekommt man 4% Rendite (vor-Steuer) sicher?
  • und erst später, wenn die Anlage-Zinsen über 4% steigen, das Geld anlegen anstatt Sondertilgungen zu leisten
0

Was möchtest Du wissen?