Kann ich mein Grundstück für 1 € verkaufen ?

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6 Antworten

Es gibt an dem Posting von EnnoBecker und seiner Diskussion mit Privatier nichts zu verbessern, aber gebe trotzdem noch kurz meinen "Senf" dazu, um zu zeigen wie ein Gespräch mit einem Steuerberater zu einer Steueroptimierung führen kann.

Es gibt das Institut der gemischten Schenkung.

Die liegt vor, wenn man einen Verkauf deutlich unter Marktwert vornimmt.

Du könntest den Wert der Immobilie ermitteln. 20.000,- Schenkung sind frei. der Rest würde bei Schenkung 30 % Schenkungssteuer kosten.

Habe ich nun 100.000,- vor mir, könnte ich für 80.000,- verkaufen, bei 6,5 GrdESt. 5.200,- Euro. Schenkungssteuer auf den Schenkungsteil entfällt.

Den Rest gewährt man als Darlehn und schiebt damit die Schenkungs-/Erbschaftsteuer hinaus und kann alle 10 Jahre 20.000,- davon steuerfrei schenken.

Du musst dann also nur noch 50 Jahre durchhalten, dann ist alles frei.

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Tatsächlich wäre auch bei einer gemischten Schenkung vom Schenkungsnehmer oberhalb seines Freibetrages von 20.000 EUR Schenkungsteuer von 30% über die Differenz des Verkehrswertes zum Kaufpreis zu entrichten.

Da können beide auf den symbolischen Kaufpreis genausogut verzichten und Grunderwerbssteuer fiel nicht an.

G imager761

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Sicherlich gibt es da Wege. Aber so einfach ist das nicht. Hier in Hannover wurde vor Jahren auch ein Bürohochhaus der Bundesbahn für 1DM verkauft mit der Auflage dies abzureißen. Wenn Du also entsprechende Auflagen machst, die den Wert erheblich reduzieren könnte man damit durch kommen, z. B. ein lebenslanges Niesbrauch Recht eintragen.

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Du glaubst doch wohl nicht, dass Du so die Schenkungsteuer umgehen kannst: Es kommt nicht darauf an, was man auf den Vertrag drauf schreibt, sondern darauf, was der Sache nach vollzogen werden soll. Ein Verkauf eines hochwertigen Grundstücks für 1 Euro ist Schenkung. Dass so etwas nicht auffällt, nehme ich nicht an. Notare müssen Abschriften aller über Grundstückgeschäfte beurkundeten Verträge an die Finanzverwaltung schicken. Ein "Kaufpreis" von 1 Euro wird unweigerlich zu Nachforschungen führen. Dann hat der "Käufer" auch noch ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung am Hals. Billiger wird es dadurch nicht für ihn.

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Kommentar von EnnoBecker
17.06.2014, 11:43
ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung am Hals

Wo ist denn hier eine Steuerhinterziehung? Natürlich kann man sein Grundstück verschenken, das kann einem niemand verbieten.

Hinterziehung wäre es, wenn man sich ein Gutachten erschleicht oder eines fälscht, in dem der Wert mit Null angegeben wird, obwohl das nicht stimmt, und auf dieser Basis die Eigentumsübertragung vollzieht.

Die Schenkung dürfte steuerlich mit 30% wohl aber teurer sein als ein Verkauf (3,5% bis 6%), wenn man davon ausgeht, dass der Kaufpreis nicht fließt. (Wobei wir dann wieder bei der Schenkung wären...)

Also Hinterziehung sehe ich hier schon aus tatsächlichen Gründen nicht (Untauglicher Versuch).

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Mein Auto oder meine Brillanten könnte ich doch auch billig verkaufen und niemand würde danach fragen. Warum geht das bei einem GRundstück nicht ?

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Kommentar von blackleather
17.06.2014, 11:58

Weil beim Auto und den Brillanten kein Notar beteiligt werden muss, der eine Informationspflicht gegenüber dem Finanzamt hat, und es deshalb wahrscheinlich das Finanzamt nicht erfährt.

Wenn es aber davon erfährt, hast du genauso eine gemischte Schenkung wie beim Grundstück und folglich auch Schenkungsteuer am Hals.

Du könntest ja mal probieren, dein Grundstück gegen Brillanten einzutauschen (Achtung: Löst Grunderwerbsteuer aus, die bei der zu wählenden Menge/Größe der Brillanten berücksichtigt werden sollte) und die anschließend für 1 € zu verkaufen. Vielleicht erführe das wirklich keiner.

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Ein Verkauf für einen Euro IST eine Schenkung.

Grunderwerbsteuer fiele dann nicht darauf an, aber dafür Schenkungsteuer.

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