Kann Ich grundsätzlich gegen einen (Körperschaftssteuer-, Umsatzsetuer-) Gewerbesteuerbescheid Einspruch einlegen?

2 Antworten

ich habe einen Gewerbesteuermessbescheid vom Finanzamt erhalten, in dem mein Unternehmen zur Zahlung von Umsatzstuer, Körperschaftssteuer & Gewerbesteuer aufgefordert wird.

Lies den Bescheid bitte nochmal genau.

In einem Gewerbesteuermessbescheid steht nur der Gewerbesteuermessbetrag und nichts anderes.

Umsatzsteuer steht im Umsatzsteuerbescheid

Gewerbesteuer steht im Gewerbesteuerbescheid

Körperschaftsteuer steht im Körperschaftsteuerbescheid.

Kann Ich gegen diese Bescheide jeweils Einspruch einlegen in der Hoffnung, dass diese zurück genommen werden oder muss Ich damit leben, da Ich es für das betreffende Jahr versäumt habe, die Steuererklärungen einzureichen?

Du solltest einfach die Steuererklärungen einreichen, dann werden die Bescheide nach den Erklärungen, die ja wohl auf Verlust lauten werden:

Da mein Unternehmen noch keinerlei Einnahmen zu verzeichnen hat (seit Gründung bis heute),

geändert.

Also frisch ans Werk. Mit etwas Glück wird man die Verspätungszuschläge herabsetzen und wenn Du einen ganz lieben Erlassantrag stellst, könnte man die sogar erlassen.

Du hast eine Kapitalgesellschaft gegründet und angemeldet. Als Gesellschafter-Geschäftsführer solltest Du die Pflichten eines Geschäftsführers kennen. Eine davon ist, die Bilanz zu erstellen und die Steuererklärungen abzugeben.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Steuerbevollmächtigtenprüfung 1979, Steuerberaterprüfg .1986
Mit etwas Glück wird man die Verspätungszuschläge herabsetzen

Nein. Das ist seit Veranlagungsjahr 2018 keine Ermessensentscheidung mehr. Weder Entschließungsermessen noch Auswahlermessen.

Wenn Verluste erklärt werden, lautet der Steuerbescheid jeweils auf Null und ein VerspZ darf nicht mehr erhoben werden. Der jeweilige Bescheid über VerspZ wird also aufgehoben.

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@EnnoDerDritte

Ich lese das in letzter Zeit öfter, dass bei Steuerbescheid auf Null kein Verspätungszuschlag erhoben werden DARF - dem ist IMHO aber nicht so.

§ 152 AO: In Abs. 1 heißt es, dass ein Verspätungszuschlag festgesetzt werden KANN. In Abs. 2 ist geregelt, wann ein Verspätungszuschlag festgesetzt werden MUSS - und in Absatz 3 steht, dass Absatz 2 nicht gilt, wenn die Steuer auf 0 € oder einen negativen Betrag festgesetzt wird. Damit gilt aber doch wieder Absatz 1 - es KANN ein Verspätungszuschlag festgesetzt werden...

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@Eifelia

Ja, es gilt Absatz 1. Und nun berechne den möglichen Verspätungszuschlag auf dieser Grundlage.

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@EnnoDerDritte

Die Berechnung der Zuschläge ist ja im weiteren Verlauf des 152 AO geregelt. Da gibt es zwar Beträge, die auf der Basis der Nachzahlung zu berechnen sind, aber auch jeweils Mindestbeträge.

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@Eifelia

Hab das jetzt geprüft und du hast vollkommen recht.

Zu Anfang haben wir noch ein paar VerspZ weggekriegt mit einem Einspruch, in dem begründet wurde, dass Absatz 2 gar nicht anwendbar ist. Heute sind die bei den Finanzämtern schon schlauer.

Damit kann man nur raten, Einspruch einzulegen und den mit einem missbräuchlichen Entschließungsermessen zu begründen.

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ich habe einen Gewerbesteuermessbescheid vom Finanzamt erhalten, in dem mein Unternehmen zur Zahlung von Umsatzstuer, Körperschaftssteuer & Gewerbesteuer aufgefordert wird. Allen drei Aufforderungen wurden jeweils 200€ Verspätungszuschlag hinzu erhoben

Nur ein einzelner Bescheid? Ich vermute eher, dass hier Zwangsgeld von je 200 € für die Abgabe der drei Steuererklärungen angedroht oder festgesetzt wurde :-)

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Im Text steht etwas anderes als in der Überschrift. Welches soll denn beantwortet werden?

Kann Ich grundsätzlich gegen einen Gewerbesteuermessbescheid Einspruch einlegen?

Ja. Ich sehe keinen Hinderungsgrund.

ich habe einen Gewerbesteuermessbescheid vom Finanzamt erhalten, in dem mein Unternehmen zur Zahlung von Umsatzstuer, Körperschaftssteuer & Gewerbesteuer aufgefordert wird.

In welchem Staat findet das denn statt? In Deutschland gäbe es hierfür fünf Bescheide

  1. Umsatzsteuerbescheid
  2. Körperschaftsteuerbescheid
  3. Feststellungsbescheid §§ 27 und 37 KStG
  4. Gewerbesteuermessbescheid
  5. Gewerbesteuerbescheid (der kommt auf dem Land von der Gemeinde, nicht vom Finanzamt)
 jeweils 200€ Verspätungszuschlag

Aha, es geht also um 2019.

Das wären 8 Monate Verzug. Aber der VerspZ darf nur erhoben werden, wenn eine Steuer festgesetzt ist. Das heißt, zu den VerspZ kommt noch eine geschätzte Steuer hinzu.

Kann Ich gegen diese Bescheide jeweils Einspruch einlegen 

Ja, aber das betrifft dann nur die geschätzte Steuer. Den VerspZ kriegst du so nicht weg. Die Steuern übrigens auch nicht, wenn du den Einspruch nicht mit Steuererklärungen begründest.

 in der Hoffnung, dass diese zurück genommen werden

Werden sie nicht.

da Ich es für das betreffende Jahr versäumt habe, die Steuererklärungen einzureichen?

Was hindert dich daran, es nun zu tun? Die Erklärungspflicht erlischt ja nicht durch Schätzbescheide.

Gib die Steuerbescheide ab, stecke ein Schreiben dazu "....wird die Veranlagung beantragt....." und dann wird in deinem Sinne neu festgesetzt.

Den Einspruch kannst du dir dann sparen, außer du willst AdV beantragen, dann legst du jeweils Einspruch ein.

Entschuldige für die Fragestellung, Ich habe sie noch mal überarbeitet und als Verbesserung eingereicht, in der Hoffnung, dass meine Frage abgeändert wird.

Ich habe in einem Schreiben die Bescheide für die Umsatzsteuer, Körperschaftssteuer und Gewerbesteuermessbetrag erhalten.

Aha, es geht also um 2019.
Das wären 8 Monate Verzug. Aber der VerspZ darf nur erhoben werden, wenn eine Steuer festgesetzt ist. Das heißt, zu den VerspZ kommt noch eine geschätzte Steuer hinzu.

Ja richtig, es geht um 2019 und die Steuern wurden geschätzt.

Was hindert dich daran, es nun zu tun? Die Erklärungspflicht erlischt ja nicht durch Schätzbescheide.

Die Umsatzsteuererklärung habe ich bereits über Elster nachgereicht. Den Rest werde ich unverzüglich nachreichen.

Gib die Steuerbescheide ab, stecke ein Schreiben dazu ".... wird die Veranlagung beantragt....." und dann wird in deinem Sinne neu festgesetzt.

Verstehe ich das richtig, dass Ich die Originalbescheide (bzw. Kopien davon) wieder zur Veranlagung zum Finanzamt gebe, damit sie mir eine neue erstellen in Bezug auf meine nachgereichten Steuererklärungen?

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@Driggo
Verstehe ich das richtig, dass Ich die Originalbescheide (bzw. Kopien davon) wieder zur Veranlagung zum Finanzamt gebe, damit sie mir eine neue erstellen in Bezug auf meine nachgereichten Steuererklärungen?

Nein. Du bekommst einfach neue Bescheide. Diese treten in die Rechtsstellung der alten ein, soweit die Änderungen reichen.

Im Übrigen bist du auf gutem Wege. Du musst jetzt nur noch drauf achten, keine Säumniszuschläge zu produzieren.

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