Kann ich einen Antrag auf Verlustvortrag später stellen, um eine vorteilhaftere Verrechnung zu erreichen?

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2 Antworten

Erstmal musst Du den/die Verlust(e) feststellen lassen. Entweder durch Abgabe der Steuererklärungen für 2014-2016, oder durch einen "Antrag auf Feststellung des verbleibenden Verlustvortrages" für die gleichen Jahre.

Dann wirst du automatisch gebeten für 2017 eine Einkommensteuererklärung abzugeben. Dabei wird dann von Amts wegen der vorhandene Verlustvortrag wie Sonderausgaben vom Gesamtbetrag der Einkünfte abgezogen.

Du kannst Dich nicht dagegen wehren, das in 2017 abgezogen wird, auch wenn der Effekt in 2018 für Dich günstiger wäre.

Du hast keine Wahl, sondern musst zunächst für jedes Kalenderjahr getrennt auf dem normalen Mantelbogen zur Einkommensteuererklärung ein Kreuzchen machen vor "Erklärung zur Feststellung des verbleibenden Verlustvortrages" und die entsprechende Anlage N mit Deinen Nachweisen in einer Anlage dazu.

Der aufgelaufene Verlustvortrag wird von amtswegen mit Deinen Einkünften 2017 teilweise verrechnet und der Rest auf 2018 vorgetragen. Oder Du nimmst Deine Arbeit nicht schon in 2017 auf, sondern erst in 2018. Vielleicht spielt Dein Arbeitgeber bei der Verschiebung mit?

Siehe hier Abschnitt 3 (für 2017) und 4 (für 2018):

https://www.smartsteuer.de/online/lexikon/v/verluste-lexikon-des-steuerrechts/#D063100000006

Vielen Dank schonmal für die Antwort. Mir ist allerdings noch nicht ganz klar, wieso Folgendes nicht funktioniert: Ich gebe Anfang 2018 meiner Erklärung für 2017 ab und warte den Bescheid ab. Ende 2018 beantrage ich den Verlustvortrag für 2014-2016, und da der Bescheid für 2017 bereits fix ist, sollte dies erst mit der Erklärung für 2018 verrechnet werden?

Falls dies nicht funktioniert frage ich mich wie dies generell gehandhabt wird. Es gibt genügend Studenten die jetzt erst davon erfahren, und ggf. auch schon ein Jahr gearbeitet haben.

In deinem Link habe vom Verlustrücktrag gelesen. Heißt dies dass der Verlust dann rückwirkend auf 2017 verrechnet wird, ich aber die Möglichkeit habe auf dies zu Verzichten und den Verlust stattdessen erst 2018 verrechnen zu lassen?

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@Tassimol

Mir ist allerdings noch nicht ganz klar, wieso Folgendes nicht
funktioniert: Ich gebe Anfang 2018 meiner Erklärung für 2017 ab und warte den Bescheid ab. Ende 2018 beantrage ich den Verlustvortrag für 2014-2016

Weil der Gesetzgeber das in § 10d (2) EStG so festgelegt hat.

Nicht ausgeglichene negative Einkünfte, die nicht nach Absatz 1
abgezogen worden sind, sind in den folgenden Veranlagungszeiträumen ...abzuziehen (Verlustvortrag).

Und dann wird halt der 2017er Bescheid geändert - das ergibt sich aus Absatz 4 des § 10d.

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@EnnoWarMal

Verstehe ich es richtig, dass es sich bei den "folgenden Veranlagungszeiträumen" um die direkt folgenden Zeiträume handelt, nach dem der Verlust angefallen ist? Ich bin davon ausgegangen, dass die Zeiträume gemeint waren, nachdem der Verlust beantragt / gemeldet wurde. In dem Fall würde es für mich Sinn ergeben. 

Prinzipiell hätte ich damit also keine Möglichkeit, dies erst in 2018 anrechnen zu lassen (außer natürlich ggf. den Übertrag). Sehe ich das richtig? Vielen Dank

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@Tassimol

, und da der Bescheid für 2017 bereits fix ist, sollte dies erst mit der Erklärung für 2018 verrechnet werden?

Extra für solche Fälle gibt es einen speziellen Paragraph in der AO,

Den § 175 AO, der regelt, dass auch bestandskräftige Bescheide geändert werden müssen, wenn ein Bescheid erlassen wird, der Auswirkungen auf diesen, schon bestandskräftigen hätte.

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