Kann ich als Mieter fordern zu ortsüblichen Miete runterzugehen?

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5 Antworten

Ja, selbstverständlich kannst Du das als Mieter fordern. Aber es wird schon erheblich schwieriger, den Vermieter oder ein Gericht damit zu überzeugen. Im BGB werden in dieser Hinsicht nur die Mieterhöhungen (wegen Vereinbarung oder wegen diversen, genau festgelegten Gründen) geregelt. Mietsenkungen haben die Erfinder des BGB im letzten Jahrtausend nicht vorgesehen.

Ein überzeugendes Mittel wäre für den Vermieter vielleicht, wenn man ihm zusammen mit der Forderung zur Mietsenkung auch gleichzeitig eine Frist setzen würde, bis zu der er seine Zustimmung zur Mietsenkung geben soll und er ansonsten eine Kündigung bekommen wäre (solche Mietsenkungen habe ich schon - selten genug - erlebt). Dann entscheidet sich, wieviel Wert er auf Dich als Mieter legt. Und Du hättest nach der Kündigung die Freiheit, in die Gegend mit den gefallenen Mieten umzuziehen. Ein Kündigungsverbot kann er aus diesem Grund auch nicht aussprechen.

Es gibt tatsächlich Stadtteile mit sinkenden Mietpreisen aus unterschiedlichen Gründen, z. B. ungünstige Migrationsströme, Leerstände, Verwahrlosung, fehlende Reparaturen im Infrastrukturbereich etc. Da könnte man auf die Idee einer indirekten Mietsenkung kommen, indem man Mietmängel beklagt. Solche Mietmängel sind allerdings mit Gründen außerhalb der Grundstücksgrenzen nur in seltenen Fällen zu festzumachen, z. B. Baulärm, Ansiedlung von Rotlichtaktivitäten.

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MaxAndMoritz 18.09.2012, 16:01

Also von Rotlichtaktivitäten habe ich zwar noch nichts mitbekommen, aber sonst werde ich es mal so versuchen wie du sagst ;-) Danke für die hilfreiche Antwort!

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Privatier59 25.09.2012, 16:00
@LittleArrow

Da sieht mal, was für ein Unfug in der Zeitung steht: Der Kölner Mietspiegel kennt keine stadtteilbezogene Eingruppierung von Wohnungen. Woher mögen die WAZ-Köpfe ihre Erkenntnisse bezogen haben? Merkwürdig auch, dass die Kollegen vom Kölner Stadtanzeiger neulich allen Wohnlagen in der Stadt steigende Mieten attestiert haben und die sind wohl näher dran.

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LittleArrow 25.09.2012, 21:11
@Privatier59

*Unfug .... Kölner Mietspiegel ..... Kollegen vom Kölner Stadtanzeiger neulich allen Wohnlagen in der Stadt steigende Mieten attestiert *

Du kennst Dich ja scheinbar besonders gut in Köln aus;-) Der Artikel war nicht auf den Mietspiegel bezogen, sondern auf Daten des VdW Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland-Westfalen, der für fast ein Viertel des Mietwohnungsbestandes in NRW steht. Du kannst beim VdW zum einen (im jüngsten Landesverbandsmagazin) nachlesen, dass in Köln mit die höchste Wohnungsabgangsrate in NRW vorkommt (also Wohnraumabriss) und in Köln-Ensen (Gremberghoven) mit der PLZ 51149 (Zeile 8) die Bestandsmieten um 6,2 % gesunken sind: http://www.vdw-rw.de/fileadmin/www.vdw-rw.de/Aktuelles/JPK/JPK_2012/120924_Mietpreisentwicklung_Bonn_K_ln.pdf

Die Kollegen vom Kölner Stadtanzeiger scheinen eben nicht alle Wohnanlagen zu kennen oder manche Leser gucken nicht genau hin, was geschrieben steht. Allenfalls ist richtig, dass nur in fast allen Wohnlagen die Bestandsmieten gestiegen sind. In 6 Kölner Wohnlagen sogar zweistellig:-)

Vielleicht ist das zuviel Rabulistik, aber es ging dem Fragesteller um die Mietsenkung wegen des örtlichen Umfeldes. Dazu kann ihm der Link auch noch helfen.

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Privatier59 26.09.2012, 09:00
@LittleArrow

Da hätten die Macher der Studie besser mal einen Blick auf die Karte geworfen: Ensen ist ein Teil von (Köln-)Porz und Gremberghoven ein anderer. Und ich nehme bei so viel Großzügigkeit an, dass man den angrenzenden Finkenberg auch noch mit in die Betrachtung einbezogen hat und da wird das mit den sinkenden Mieten klar: Das Viertel ist berüchtigt. Und ob sich der KStA für dieses Viertel interessiert, weiß ich auch nicht, denn wer spricht in Finkenberg schon Deutsch?

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LittleArrow 26.09.2012, 11:02
@Privatier59

Nun, beide Ortsteile eint die gleiche PLZ. Und Ensen hat sogar noch die beliebte Rheinnähe, nur eben noch keine Kranhäuser!

Es ging übrigens darum, dass Du am 15.09. schriebst "Dann stelle ich mal eine Frage: Wo in aller Welt sind denn die Mietpreise gefallen? Nordpol oder Südpol zählen nicht da sie nicht der deutschen Gesetzgebung unterliegen!". Warum hast Du nicht gleich am 15.09. Deine Kölner Ortkenntnisse eingebracht?

Mir ging es um eine Hilfestellung zur Beantwortung der Fragestellung.

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Fordern kann der Mieter, der Vermieter aber auch. Du kannst doch in eine billigere, vielleicht nicht unbedingt bessere Wohnung umziehen, es hindert dich niemand daran. Du kannst mit dem Vermieter mal höflich reden, aber das bringt bestimmt gar nichts.

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Fordern kann er alles - aber nicht durchsetzen.

Es bleibt dir eventuell nichts anderes übrig als zu klagen. Nach § 812 BGB könntest du Ansprüche haben...

folgender Link informiert dich sehr genau:

http://www.mietrechtslexikon.de/a1lexikon2/w1/wucher.htm

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Wenn mir einer meiner Mieter dies an den Kopf wirft würde ich ihm sagen dass er jederzeit in eine "billigere" einziehen - also bei mir ausziehen - kann. Diese Aussage eines Mieters ist sehr weltfremd und passt nicht in die heutige Zeit. Die Nebenkosten, wie Heizöl, Strom, Reparaturen, Wasser u.v.m. steigen doch auch kontinuierlich von Jahr zu Jahr

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Dir ist ja schon eine gute Antwort gegeben worden. Dann stelle ich mal eine Frage: Wo in aller Welt sind denn die Mietpreise gefallen? Nordpol oder Südpol zählen nicht da sie nicht der deutschen Gesetzgebung unterliegen!

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LittleArrow 25.09.2012, 15:32

Köln-Gremberghoven: 2007 - 2011 um -6 %.

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