Kann ein minderjähriger Azubi auch ohne Einverständnis der Eltern kündigen?

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4 Antworten

Rechtlich gesehen bedürfen Verträge Minerjähriger der Zustimmung der Sorgeberechtigten. Einschlägig sind hier die §§ 107f. BGB, wonach die Zustimmung (beider!) Sorgeberechtingten hier zwingend wäre.

Inhaltlich betrachtet macht es aus Sicht des Ausbildungsbetriebs allerdings wenig Sinn, an seiner Ausbildung gegen den Widerstand des Auszubildenden formaljuristisch (noch etwas) festzuhalten.

Sofern eine den Eltern zwingend auch zur Kenntis zu gebenden (!) Kündigung innerhalb der Probezeit ausscheidet, würde ich daher in einem gemeinsamen Gespräch mit den Eltern einen einvernehmlichen Aufhebungsvertrag anbieten, bevor der Lehrling mit Volljährigkeit eure durchaus anderweitig zielführend nutzbarere Ausbildungkapazität wirksam zunichte macht.

G imager761

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Nein, kann er nicht - die Kündigung wäre unwirksam !!!

Ein Kündigung ist an die Zustimmung der Erziehungsberchtigten gebunden.

Es gilt das BGB

§ 2 Eintritt der Volljährigkeit

Die Volljährigkeit tritt mit der Vollendung des 18. Lebensjahres ein.

Es gilt außerdem das Berufsbildungsgesetz:

§ 22 Kündigung (1) Während der Probezeit kann das Berufsausbildungsverhältnis jederzeit ohne Einhalten einer Kündigungsfrist gekündigt werden. (2) Nach der Probezeit kann das Berufsausbildungsverhältnis nur gekündigt werden

1. aus einem wichtigen Grund ohne Einhalten einer Kündigungsfrist, 2. von Auszubildenden mit einer Kündigungsfrist von vier Wochen, wenn sie die Berufsausbildung aufgeben oder sich für eine andere Berufstätigkeit ausbilden lassen wollen.

(3) Die Kündigung muss schriftlich und in den Fällen des Absatzes 2 unter Angabe der Kündigungsgründe erfolgen. (4) Eine Kündigung aus einem wichtigen Grund ist unwirksam, wenn die ihr zugrunde liegenden Tatsachen dem zur Kündigung Berechtigten länger als zwei Wochen bekannt sind. Ist ein vorgesehenes Güteverfahren vor einer außergerichtlichen Stelle eingeleitet, so wird bis zu dessen Beendigung der Lauf dieser Frist gehemmt.

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Will der Jugendliche seinerseits kündigen, muss der gesetzliche Vertreter die Kündigung erklären.

http://www.hwk-koeln.de/Aus_und_Weiterbildung/02_Berufsausbildung/11_Ratgeber_Ausbildungsrecht/minderjaehrige_Azubis.html

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Kommentar von Privatier59
08.09.2012, 18:33

Und da dachte ich, in Köln gäb es nur Karneval und Frohsinn. Na ja, das dort zitierte Amt ist auf der falschen Rheinseite....

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Warum willst du denn kündigen, Mensch!? Mach doch erst deine Prüfung, dann hast du wenigstens was in der Tasche!!

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