Kann ein chinesisches Unternehmen die Einfuhrumatzsteuer als Vorsteuer abziehen?

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2 Antworten

DEine Darstellung ist falsch.

Entweder das chinesische Unternehmen exportiert zu einem Kunden in Deutschland, dann zahlt der deutsche Kunde bei der Einfuhr die Einfuhrumsatzsteuer udn kann die als Vorsteuer abziehen.

Oder das chinesische Unternehmen unterhält hier ein Auslieferungslager udn führt selbst für sich die Ware ein. Dann zahlt deren deutsche Niederlassung die Einfuhrumsatzsteuer und zieht die als Vorsteuer ab, weil diese Niederlassung ja auch umsatzsteuerpflichtig im Inland liefert.

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Kommentar von orpheuskap94
20.05.2017, 19:54

Genau, da ist mir ein Fehler unterlaufen.

Gilt es folglich eine Unterscheidung zu treffen?

- das chin. Stammunternehmen unterhält eine dt. Zweigniederlassung

- das chin. Stammunternehmen beauftragt einen externen Dienstleister, welcher die Einlagerung und Veräußerung vornimmt

Weitere Auskünfte wären sehr nett von Ihnen

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Die entscheidende Frage ist doch: wer handelt in Deutschland?

Wenn das chin. Unternehmen nach Deutschland exportiert, dann erfolgt die Lieferung für das Unternehmen in China steuerfrei. In Deutschland muss es jedoch einen Empfänger geben.

  • Ist der Empfänger in Deutschland eine Privatperson, so muss diese die Einfuhrumsatzsteuer zahlen und kann keine Vorsteuer geltend machen.
  • Ist der Empfänger in Deutschland ein Unternehmen, dann muss dieses die Einfuhrumsatzsteuer zahlen.


Denn egal ob der erste oder zweite Fall gilt - jede Einfuhr ist gem. UStG § 1 (1) Nr. 4 ein steuerbarer Vorgang in Deutschland. Steuerschuldner der Einfuhrumsatzsteuer ist der Leistungsempfänger, der die Ware unverzollt und unversteuert empfängt, nicht der Lieferer.

Sollte das chin. Unternehmen in Deutschland eine Betriebsstätte (Niederlassung, Tochterfirma usw.) = Unternehmereigenschaft i.S.d. § 2 UStG haben, dann ist diese Leistungsempfänger und Steuerschuldner.

Ob der Empfänger die Vorsteuer dafür ziehen kann, hängt davon ab, ob er vorsteuerabzugsberechtigter Unternehmer i.S.d. § 15 UStG ist. Er muss also die Ware in Deutschland für sein Unternehmen beziehen (zum eigenen Verbrauch oder zur Weiterveräußerung).

Nach Deinen Angabe wäre das der Fall. Insofern gibt es auch keinen Unterschied zwischen einem dt. und einem chin. Unternehmen, dass die Ware bezieht:

- Das Unternehmen in China exportiert, ohne dafür in Deutschland Einfuhrumsatzsteuer zu entrichten.

- Das (dt. oder chin.) Unternehmen = Leistungsempfänger in Deutschland verzollt und versteuert (Einfuhrumsatzsteuer) in Deutschland.

- Das (dt. oder chin.) Unternehmen = Leistungsempfänger in Deutschland kann sich die Einfuhrumsatzsteuer als Vorsteuer erstatten lassen, sofern die o.g. Bedingungen erfüllt sind. Damit heben sich Einfuhrumsatzsteuer und Vorsteuer gegenseitig auf = +-0

- Sonderfall gem. § 3 (8) UStG: Der chin. Lieferer entrichtet in Deutschland selbst die Einfuhrumsatzsteuer = liefert also verzollt und versteuert. Dann darf er sich auch die Vorsteuer erstatten lassen.

- Auf jeder weitere Veräußerung in Deutschland fällt Umsatzsteuer/Mehrwertsteuer an, wenn es sich um steuerbare und steuerpflichtige Leistungen handelt.

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