Kann ein auf 4 Wochen befristeter, nicht berufsmäßiger Job sozialversicherungspflichtig sein - oder wird er immer als kurzfristige Beschäftigung gewertet?

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3 Antworten

Da deine Frau arbeitslos gemeldet ist, liegt Berufsmäßigkeit vor. Eine Abrechnung als kurzfristig Beschäftigte ist nicht möglich.

Ah, das ist wohl der entscheidende Hinweis. Habe das inzwischen auch in verschiedenen Quellen bestätigt. Wegen Berufsmäßigkeit scheint es während des Bezugs vor Arbeitslosengeld keine kurzfristige Beschäftigung zu geben. SV-Pflicht sollte somit gegeben sein. Herzlichen Dank!

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Minijobber, die seit dem 1. Januar die Verdienstgrenze von 450 Euro nur um einen Cent wegen des neu eingeführten Mindestlohns überschreiten, rutschen automatisch in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis. 

Und das gilt dann auch bei einem befristeten Arbeitsverhältnis von z. B. 4 Wochen?

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@eazzytwix

Ich hab mich noch einmal durchgelesen und muss leider sagen, dass eine kurzfristige Beschäftigung vorliegt, wenn die Beschäftigung von vornherein auf nicht mehr als drei Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage (bis 31. Dezember 2014 sowie ab 1. Januar 2019: zwei Monate bzw. 50 Arbeitstage) im Kalenderjahr begrenzt ist und nicht berufsmäßig ausgeübt wird. Die Höhe des Verdienstes ist dabei unerheblich.

Also besteht nur die Chance auf eine sozialpflichtige Anstellung, wenn das Wort befristet nicht im Vertrag auftaucht.

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Eine solche Tätigkeit wäre eine kurzfristige Tätigkeit. Man kann das umgehen, wenn sie unbefristet abgeschlossen wird. Deine Frau bliebe dann aber während Mutterschutz und Elternzeit angestellt beim Arbeitnehmer (wenn man das für 4/2016 macht). Ob dem das recht ist, weiß ich nicht.

Wenn der Arbeitszeitraum früher liegt, mü0te Deine Frau nach 1-2 Monaten kündigen. Dann gibt es eine Sperrzeit, aber sie hat in der KV einen Monat nachgehenden Anspruch und danach beginnt trotzdem die KV-Pflichtversicherung. Ob das alles so passt, kann man natürlich ohne dei Details der Erwerbsbiographie nicht sagen.

Warum ist das überhaupt ein Problem ? Du bist privat versichert und für Deine Frau wären dann in der Elternzeit knackige Beiträge zu zahlen ?

Viel Glück

Barmer

Genau, ich bin in der PKV, meine Frau wäre als freiw. Mitglied richtig teuer. 

Erwerbsbiographie ist einfach erklärt: Sie war zuvor genau 12 Monate sozialversicherungspflichtig durchgehend angestellt, Laden wurde leider dicht gemacht. 

Kannst du kurz noch mal den nachgehenden Anspruch und die Sperrzeit erklären? Vielen Dank jedenfalls schon mal. Sehr hilfreich!

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@eazzytwix

das mit der KV-Pflicht ist hier erklärt:

https://www.verdi-bub.de/service/praxistipps/archiv/arbeitslosengeld_sperrzeit_bei_arbeitsaufgabe/

Ich bin aber nur Experte für KV, aber nicht für die ALV. Inwiefern man mit einer so kurzen Beschäftigung überhaupt den Zeitraum des ALG I verschieben kann, kann ich nicht garantieren. Eine Sperrzeit verkürzt den Anspruchszeitraum. Andererseits könnten bei einer Schwangeren gesundheitliche Gründe für die Kündigung gefunden werden, so dass keine Sperrzeit verhängt wird.

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@barmer

Puuhhh, als Laie kaum möglich in das Thema tiefer einzusteigen. Und auch gefährlich, weil man vieles doch falsch deutet. Die AA hat zumindest zugesagt, dass durch ein soz.-versicherungspfl. Arbeitsverhältnis eine Unterbrechung stattfindet, und damit die Mutterschutzzeit in die Anspruchszeit fällt und alles gut ist. Sie haben aber auch klar gestellt, dass es ein soz.-versicherungspfl. Job sein muss. Weder Mini-Job noch kurzfristig Beschäftigung werden also ausreichen. Ich kann jetzt also folgende Optionen probieren:

(1) Den auf 1 Monat befristeten Arbeitsvertrage dem AA vorlegen und mir die Unterbrechung bescheiden lassen. Dann kann ich hoffen, dass dies eine Tatsachenentscheidung ist, ist nicht mehr geändert werden kann. Diese Option gefällt mir wegen fehlender Rechtssicherheit aber gar nicht.

(2) Einen AG finden, der sie noch mal ab 4/2016 unbefristet einstellt. Vermutlich die beste Lösung, aber schwer zu finden.

(3) Beginn der geplanten Beschäftigung im Dezember, aber als unbefristet. Dann muss man klären, welche Folgen es hat wen wir kündigen (Sperrzeit, nachgehender Anspruch, etc.) oder der AG kündigt (wie verhält sich die AA dem AG gegenüber)

Die eigentliche Frage ist: Wer kann hier beraten, wie man ein Arbeitsverhältnis gestalten kann, dass es nicht als kurzfristige Beschäftigung gewertet wird? Und wie man die Schwangerschaft hier noch berücksichtigen kann.

Die Sozialversicherungsträger zeigen da bisher kein großes Interesse (KV, AA) zur ganzheitlichen Beratung. Steuerberater habe ich verschiedene probiert, aber das ist nicht deren Thema. Gibt es hierzu eigene Berater? Wie findet man die? Sorry für die vielen Nachfragen, aber das Thema macht mich fertig. Der Link war auch schon mal hilfreich.

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@eazzytwix

m.E. kommt nur 3. in Frage.

Die Gestaltung ist einfach: Die Befristung darf nicht von vornherein feststehen. Und dann muss AN nach 1-2 Mo kündigen, z.B. aus GESUNDHEITLICHEN gRÜNDEN. (Im Normalfall natürlich völlig lebensfremd.)

Beraten könnten Gewerkschaften oder Arbeitsloseninitiativen. Die beschäftigen sich natürlich eher mit echten Notfällen und nicht mit Leuten, die "nur" KV-Beitrag sparen wollen.

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