kann ein Arbeitgeber per Arbeitsvertrag Regelungen des Tarifvertrag ausschließen?

2 Antworten

ERgänzend zu @Niklaus:

Wer nciht im Arbeitgeberverband ist, für den hat der Tarif sowieso nur informativen Charakter.

Bei Tarifgebundenen Unternehmen gibt es ausserdem den "AT-Angestellten" der ausssertariflich bezahlt wird.

Sobald man also in seinem arbeitsvertrag die tarifliche Vergütung verläßt, kann man auch andere Bestimmungen ausschliessen.

Wenn ein Tarifvertrag für diesen Betrieb existiert, kann man diesen nicht per Arbeitsvertrag aushebeln. Keine Regel ohne Ausnahme - liegt das Gehalt weit über Tarif, dann geht das sehr wohl.

Dann werden z.Bsp. Überstunden nicht mehr bezahlt etc.

Kritisch wird es immer, wenn kein Betriebsrat existiert. Da fehlt es an der Organisation, die den Arbeitgeber vor dem Arbeitsgericht verklagen, Betriebsverbarungen abschließen kann usw. Werden einzelne Arbeitnehmer aktiv, sind ihre Karten schlecht. Meist droht eine Kündigung aus einem untergeschobenen Anlass, und setzt sich der Arbeitnehmer gerichtlich durch, wird das Arbeitsverhältnis gegen Zahlung einer Abfindung gelöst. Der Arbeitgeber ist den unbootmäßigen Arbeitnehmer los geworden.

Das ist dann auch immer die ultima ratio, wenn ein Arbeitnehmer in seinen (tarifvertraglichen oder gesetzlichen) Rechten vom Arbeitgeber diskriminiert wird.

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