Kann die Verzinsung einer Lebensversicherung sich während der Laufzeit ändern?

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Der bei Vertrag festliegende Gartantiezins bleibt bis Vertragsende stehen. Die Gesamtverzinsung kann sich je nach Wirtschaftslage natürlich verändern.

Die bisherigen Antworten haben die Situation für wirtschaftlich normale Zeiten mit normalen Zinsen beschrieben.

Was passiert aber in Krisensituationen, z.B. in einer Phase extrem niedriger Zinserträge? Ab dem 1.1.2017 wird der Rechnungszins, häufig auch als Garantiezins genannt, gesenkt auf 0,9%.
In Krisensituationen - und die Lebensversicherung mit Garantiewerten steckt eindeutig in einer schweren Krise - können Mechanismen greifen, die kaum oder garnicht bekannt sind.

Hierzu drei Beispiele mit steigendem Horrorfaktor:

1. Erste Versicherer beginnen zu tricksen, um sich um den Garantiezins als Mindestniveau zu drücken.
So widr bei mindestend einem Versicherer der vertraglich vereinbarte Garantiezins nicht mehr für neu eingezahlten Beitrag gewährt. Wer also bisher einen Garantiezins von 3% hatte, der erhält für den Teil, der auf neue Beiträge ab dem 1.1.2017 entfällt also nur noch 0,9% !

Und jetzt kommen zwei Regelungen, die den "Garantiezins" noch wackeliger erscheinen lassen, so dass man eigentlich kaum noch von einer Garantie sprechen kann:

2. §163 VVG (Versicherungsvertragsgesetz): Hiernach kann der Versicherer, wenn der Beitrag zur Deckung des Risikos nicht mehr ausreicht und er sich keiner fahrlässigen Fehlkalkulation schuldig gemacht hat, erhöht werden.
Der Kunde kann dann verlangen, dass statt einer Beitragserhöhung, diese aus den Erträgen finanziert werden.
Also eine nachträgliche Verringerung vermeintlich garantierter Leistungen. Denn wer ging nicht davon aus, dass die Beitragshöhe garantiert wäre?

Gesetzestext: https://www.gesetze-im-internet.de/vvg_2008/__163.html

3. §314 VAG (Versicherungsaufsichtsgesetz): Das BaFin kann anordnen, dass Versicherer Überschussbeteiligungen dauerhaft reduzieren und auch bereits entstandene Überschüsse zu reduzieren, wenn diese Maßnahme "geeignet erscheint" die Stabilität des Unternehmens zu erhalten und eine Insolvenz zu vermieden. Es kann sogar der Wert der gesamten Versicherung reduziert werden. Wer also vor der BaFin Anordnung 20.000€ auf seinem Versicherungskonto hatte, könnte sich danach mit 15.000€ oder weniger wiederfinden.
Zusätzlich kann das Bafin dem Unternehmen für begrenzte Zeiträume untersagen z.B. Rückkaufswerte oder Beleihungswerte auszuzahlen. Auch können die Kunden zur Weiterzahlung des Beitrages in der bisherigen Höhe verpflichtet werden.

Gesetzestext: http://www.gesetze-im-internet.de/vag_2016/__314.html

Meines Wissens ist der §314 VAG bisher nicht angewendet worde. Aber was heisst das schon? Wir erleben als Versicherungskunden derzeit viele Dinge, die es noch nie gegeben hat.

Nein, der Garantiezins wurde schon oftmals angepaßt udn das gilt dann auch für die schon laufenden Verträge.

Da muß ich "wfwbinder" leider widersprechen. Ich bin der Meinung das der Garantiezins, welcher bei Vertragsabschluß Gültigkeit hat, auch für die gesamte Laufzeit gilt. Deshalb ja auch "Garantiezins". Früher waren es mal ca. 4% jetzt bei den neueren Verträgen sind es nur noch ca. 2 % (ungefähr).

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