Kann die Rücknahme der Einkommensteuererklärung weitere Konsequenzen haben?

2 Antworten

Vorausgesetzt, du bist tatsächlich nicht verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung abzugeben, dann greift hier § 26 (2) Nr. 8 EStG:

Eine Veranlagung wird nur durchgeführt, "wenn die Veranlagung beantragt wird".

Einen solchen Antrag kann man auch zurücknehmen. Dies sollte durch den von dir eingelegten Einspruch ausreichend dokumentiert sein.

Aus Verfahrensrechtlicher Sicht dürfte das Finanzamt hier zweiter Sieger bleiben.

Aus materiell-rechtlicher Sicht drängen sich jedoch Zweifel auf: Wie kann es denn zu einer Nachzahlung kommen? Mir fallen da nur wenige Optionen ein:

  • Die Lohnabrechnung war falsch --> dann wird das Finanzamt die zu wenig einbehaltene Lohnsteuer beim Arbeitgeber nachfordern und dieser dann von dir
  • Es gab Nebeneinkünfte von mehr als 410 Euro --> dann aber Abgabepflicht
  • Falsche Lohnsteuerklasse und/oder eingetragene Freibeträge --> dann aber Abgabepflicht
  • Einkommensteuererklärung falsch ausgefüllt und vom Finanzamt so übernommen. Dies erscheint mir hier am meisten wahrscheinlich.

Ich bin gespannt: Was ist es?

Ich tippe auf das letztgenannte. Apropos: Beim Paragraphen hast Du Dich vertippt.

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So wie es klingt, bist Du schon im Recht.

Lass "das Finanzamt" mal machen - wenn Du den Einspruch nicht zurücknimmst, geht er an die Rechtsbehelfstelle - dort sollte jemand sitzen. der sich besser auskennt. Oder Du rufst die Lady an und bittest sie, den Par. 48 EStG zu lesen.

Und nicht vergessen - Aussetzung der Vollziehung beantragen !

§ 46 Abs. 2 Nr. 8 EStG

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