Kann die Kaution verringert werden wenn normale Verbrauchserscheinungen auftreten?

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Oder ist die Kaution wirklich nur dann in Gefahr wenn man fahrlässig etwas beschädigt?

Genau so ist es. Normale Gebrauchsspuren hat der Vermieter ebenso hinzunehmen, wie z.B. Gebrauchsspuren am Parkett oder Teppichboden, ohne die Kaution kürzen zu dürfen.

Eine fürwahr originelle Idee.Allerdings sichert die Mietkaution sämtliche Ansprüche des Vermieters aus dem Mietverhältnis ab und es wäre mir neu, dass sich die Miete deshalb reduziert, dass der Teppichboden nicht mehr 10 Monate, sondern 10 Jahre alt ist, um nur ein Beispiel zu nennen.

Das liegt auch in der Kulanz des Vermieters. Aber normalerweise werden gewöhnliche Gebrauchsspuren nicht von der Kaution abgezogen.

Die Kaution sichert sehr vielfältige Ansprüche des Vermieters aus einem Wohnmietverhältnis. Die Absicherung von Beschädigungen ist nur ein einzelner Teilzweck. Neben den Miet- und Nebenkostenzahlungen werden auch Ansprüche auf Schönheitsreparaturen, Kleinreparaturen, Endreinigung, Rückbau und letztlich auch Schadensersatz und Beschädigungen abgedeckt.

Normale Verbrauchserscheinungen werden durch Wohnmietvertrag nicht dem Mieter angelastet und somit durch die Kaution nicht abgesichert, sondern sie sind mit der Kaltmietzahlung abgegolten. Durch das Auftreten von Verbrauchserscheinungen entsteht kein Anspruch auf Freigabe/Reduzierung der gegebenen Kautionsleistung.

Im Gewerbemietrecht könnte etwas anderes gelten.

In der Regel kann man die Kaution nicht einfach so herabsetzen. Alle Gegenstände weisen mit der Zeit Abnutzungserscheinungen auf. Größere Werte von mehr als 120 Euro werden abgeschrieben. Alles, was darunter liegt, kann nicht mehr abgeschrieben werden. Das heißt, da kann auch nichts mehr abgezogen werden. Nach fünf Jahren gibt es zum Beispiel für einen Boden nichts mehr abzuziehen, da er als verschlissen gilt.

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